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+ Will Trump die Ukraine zur Kapitulation drängen? + US-Reporter Evan Gershkovich im Interview + Deutscher Frontsanitäter über Drohnenkrieg +

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+ Will Trump die Ukraine zur Kapitulation drängen? + US-Reporter Evan Gershkovich im Interview + Deutscher Frontsanitäter über Drohnenkrieg

Liebe Leserinnen und Leser,

wollte Donald Trump der Ukraine nur eine Lektion erteilen? Nach zwei Tagen funktionierte heute das Starlink-Internet für die ukrainische Armee wieder. Der Dienst, den die Firma SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk zur Verfügung stellt, ist äußerst wichtig für Kyjiws Armee. Am Dienstag wurde das Starlink-Internet überraschend gedrosselt. Eine Quelle aus den ukrainischen Streitkräften sagte mir gestern: „Viele Operationen wurden gestoppt, weil die Internetverbindung für Drohnen schlecht funktioniert und große Ungewissheit herrscht.“ Musk schrieb derweil auf seinem Online-Dienst X, die Systeme „gehören der US-Regierung und werden von ihr kontrolliert“.

Zuvor war es zu einem Schlagabtausch zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Trump gekommen. Wegen des US-amerikanischen hatte Selenskyj Trump Schwäche vorgeworfen. Der wiederum forderte Selenskyjs Absetzung und drohte der Ukraine damit, keine Geheimdienstinformationen mehr mit dem Land zu teilen, wenn weiter russische Raffinerien angegriffenwerden. Tatsächlich warnte Washington Kyjiw danach nicht mehr vor Raketenangriffen aus Russland.

Was wollen die USA damit bezwecken? Geht es nur darum, die Ukraine davon abzuhalten, Russlands Energieinfrastruktur anzugreifen? Der ehemalige Oberbefehlshaber der US-Armee in Europa, Ben Hodges, bezweifelt das. Es gehe Trump um mehr, sagte er mir heute am Telefon. „Der Ansatz der US-Regierung war von Anfang an, Druck auf die Ukraine auszuüben, damit sie sich ergibt. So kann Trump ein Ende des Krieges als seinen Verdienst darstellen.“

Was Europa aus Hodges Sicht jetzt tun sollte,

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Die 5 wichtigsten Nachrichten des Tages

Satellite imagery shows the area where a large drone launch site is under construction, near Millerovo, Rostov Region, Russia, October 11, 2026. 2026 PLANET LABS PBC/Handout via REUTERS    THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. MANDATORY CREDIT. MUST NOT OBSCURE LOGO

Russland baut großen Drohnen-Stützpunkt nahe der Ukraine.

• Russland baut großen Drohnen-Stützpunkt nahe der Ukraine. Russland steht kurz vor der Fertigstellung eines großen neuen Stützpunkts für den Start von düsengetriebenen Drohnen in der südwestlichen Region Rostow nahe der ukrainischen Grenze. Dies geht aus einer Auswertung von Satellitenbildern durch die Nachrichtenagentur Reuters und Verteidigungsexperten hervor. Wo am 31. August noch ein unbebautes Feld war, steht inzwischen eine Anlage, die etwa 126 Fußballfelder groß ist, wie Aufnahmen der Satellitenbild-Dienstleister Planet Labs und Airbus zeigen. Die Bauzeit betrug lediglich sechs Wochen.
• Merz fordert von EU-Staaten zusätzliche Ukraine-Unterstützung. Beim EU-Gipfel in Brüssel hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zusätzliche Mittel zur Unterstützung der Ukraine gefordert. Er habe bei Treffen am Rande des Gipfels dafür plädiert, „dass wir alles tun, um der Ukraine über den Winter zu helfen, und auch im nächsten Jahr zu helfen“, sagte der Kanzler am Donnerstag in Brüssel. Die Unterstützung der Ukraine wird am Freitag ebenfalls auf der Tagesordnung des EU-Gipfels stehen, zu dem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet wird.
• USA schlagen Teilfreigabe russischer Vermögen vor. Die USA haben vorgeschlagen, dass europäische Staaten einen Teil des nach Moskaus Angriff auf die Ukraine blockierten russischen Staatsvermögens freigeben und in ein von Washington beaufsichtigtes Instrument übertragen. Damit sollten Friedensgespräche wiederbelebt werden, berichtete die „Financial Times“ unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Europäische Delegierte hätten den Plan zurückgewiesen, der von den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, vorgelegt worden sei.
• USA erwägen Lockerung von Sanktionen gegen Schattenflotten-Tanker. Washington erwägt einem US-Regierungsvertreter zufolge, Sanktionen gegen Schiffe der sogenannten Schattenflotte zu lockern, die Öl und Ölprodukte unter anderem aus Russland, dem Iran und Venezuela transportiert haben. Damit sollen die extrem hohen weltweiten Frachtkosten gesenkt werden. Im Gespräch sei, dass die USA den Transport von Öl und Ölprodukten, die nicht US-Sanktionen unterliegen, auf bislang sanktionierten Schiffen erlauben könnten, sagte der Insider am Mittwoch. Ziel sei, mehr Rohöl und Raffinerieprodukte aus der Golfregion auf den Markt zu bringen.
• Rumänien untersucht möglichen neuen Drohnenangriff auf Tanker im Schwarzen Meer. Rumänien untersucht nach eigenen Angaben einen möglichen neuen Drohnenangriff auf einen Tanker vor seiner Schwarzmeerküste. Wie Verteidigungsminister Radu Miruta im Fernsehsender „Digi24“ sagte, war auf dem unter der Flagge der Komoren fahrenden Schiff „Yara J“ am Mittwochabend ein Brand ausgebrochen. Die Besatzung habe das Feuer selbst löschen können. „Ob es von einer Drohne getroffen wurde oder nicht, wird derzeit untersucht“, fügte er hinzu. Miruta sprach von einem schwerwiegenden Vorfall, der sich in rumänischen Hoheitsgewässern ereignet habe. Das Schiff lag nach Angaben des Ministers seit einigen Tagen ohne Fracht vor der rumänischen Stadt Sulina nahe der Grenze zur Ukraine vor Anker.

Mehr Nachrichten zum russischen Angriffskrieg lesen Sie wie gewohnt .

Zitat des Tages

CHELTENHAM, ENGLAND - OCTOBER 10: Evan Gershkovich, American journalist, and reporter for the Wall Street Journal who was imprisoned in Russia by the FSB and accused of spying attends the 2026 Cheltenham Literature Festival at Montpellier Gardens on October 10, 2026 in Cheltenham, England. (Photo by David Levenson/Getty Images)

Evan Gershkovich, US-Reporter und ehemaliger Häftling in Russland.

„Mein Zellengenosse hat mir geholfen, Putin zu verstehen.“

Evan Gershkovich war in Moskau Reporter für das US-Medium „Wall Street Journal“. Vor mehr als drei Jahren stürmte der russische Inlandsgeheimdienst FSB ein Lokal, in dem Gershkovich gerade eine Quelle traf. Denn er recherchierte zur russischen Panzerindustrie. Moskau warf ihm Spionage vor.

Doch Gershkovich hat schnell verstanden: Er war eine Geisel des Regimes, ein Instrument, um russische Gefangene freizutauschen. Er sollte Recht behalten. Nach 16 Monaten Haft wurde er gegen den sogenannten Tiergartenmörder Wadim Krassikow ausgetauscht.

Ich habe Gershkovich diese Woche in Berlin getroffen, und wir haben über seine Zeit in Haft gesprochen. Aber auch darüber, wie Russland und die USA einander sehen. Gershkovich, der als Kind jüdisch-sowjetischer Migranten in den USA aufgewachsen ist und später als Reporter in Russland gearbeitet hat, kennt beide Welten. Er versteht, warum Russland den „kollektiven Westen“, wie die Kremlpropaganda die USA und Europa nennt, als Feind betrachtet. Und er kann erklären, was viele an Russland missverstehen.

Hintergrund und Analyse

VERWENDUNG NUR FÜR IM GESPRÄCH ALEXANDER GERTZ
Alexander Gertz ist Deutscher und freiwillig im Krieg. Hier spricht er über die Realität an der Front und den Grund, warum die Bundeswehr dafür nur bedingt aufgestellt ist.
14.10.2026, Großbritannien, London: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Treffen mit Premierminister Burnham in der Downing Street Nr. 10 in Westminster. Foto: Henry Nicholls/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
In einem Interview teilt der ukrainische Präsident gegen die Führung in Washington aus. Auch kündigt er dort die Energie-Waffenruhe auf, mit der Trump die Kriegsparteien überrascht hatte.
15.10.2026, Belgien, Brüssel: Andris Kulbergs, Ministerpräsident von Lettland, kommt zum EU-Gipfel. Bei dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten stehen die Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft, der nächste langfristige EU-Haushalt und der Stand der EU-Erweiterungsverhandlungen auf der Agenda. Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Der lettische Ministerpräsident Andris Kulbergs fordert die EU‑Staaten auf, beim Thema Finanzierungsbedarf für die Ukraine weniger an den eigenen Komfort zu denken – und nennt einen griffigen Vergleich.

Zu guter Letzt würde mich sehr interessieren, was Sie über den Kurs der Trump-Regierung denken! Stimmen Sie der Einschätzung von Ex-General Hodges zu, dass Trump die Ukraine zur Kapitulation drängen will? Oder widersprechen Sie? Schreiben Sie mir gern, ich lese auch wirklich jede Ihrer Mails!

Ich wünsche Ihnen noch eine angenehme Restwoche! Wir lesen uns, wenn Sie mögen, am kommenden Dienstag wieder!

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