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+ Maskierte aus Belarus überqueren lettische Grenze – und jetzt? + Zahl der Toten nach russischen Angriffen steigt auf 32 + Trump sieht bei Lugenpest in Russland keinen Biowaffen-Zusammenhang

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+ Maskierte aus Belarus überqueren lettische Grenze – und jetzt? + Zahl der Toten nach russischen Angriffen steigt auf 32 + Trump sieht bei Lugenpest in Russland keinen Biowaffen-Zusammenhang

Liebe Leserinnen und Leser,

Graue Betonpyramiden, in Kolonnen aufgereiht, über Stahlseile miteinander verbunden: Sogenannte Drachenzähne sichern die Grenze des baltischen Landes Litauen mit der russischen Exklave Kaliningrad. Sie sollen im Ernstfall Panzer und andere militärische Fahrzeuge abhalten. Doch seit gestern reicht der litauischen Regierung diese Schutzmaßnahme nicht mehr: Innenminister Martynas Katelynas hat das Verteidigungsministerium gebeten, litauische Truppen an der Grenze zu Kaliningrad zu stationieren.

Grund dafür ist ein Vorfall an der Grenze zwischen Belarus und Litauens Nachbarland Lettland Anfang der Woche. Dabei sollen bewaffnete Maskierte eine Gruppe von mindestens 20 Migranten von Belarus in Richtung Lettland begleitet haben. Die Maskierten – unklar ist, ob es sich um belarusische Beamte oder organisierte Kriminelle gehandelt hat – sollen lettische Grenzpolizisten bedroht haben. Der Grenzschutz habe sie und die Migranten zurückgedrängt, wie es in einer Mitteilung heißt. Einige Stunden später sollen Maskierte dann doch nach Lettland gelangt sein und einen Stromverteiler zerstört sowie Überwachungskameras gestohlen haben.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Belarus, ein Vasall Russlands, Migranten instrumentalisiert und als hybride Kriegswaffe einsetzt. Dabei geht es darum, Verunsicherung in der Bevölkerung zu schüren, aber auch die Grenzen sowie die Einigkeit der baltischen Länder in Bezug auf ihre Belarus-Politik zu testen. Im Jahr 2021 häuften sich derartige Vorfälle zwischen Belarus und Polen sowie den baltischen Staaten erstmals sichtlich. Zwischendurch nahm die Zahl der Fälle ab, seit 2025 steigt sie wieder. Der lettische Grenzschutz will im vergangenen Jahr 12.046 Übertritte verhindert haben. In diesem Jahr sind es den Behörden zufolge bisher 11.925. Nicht genannt wird die Zahl der „erfolgreichen“ Grenzübertritte.

Experten wie der Analyst Bartosz Chmielewski vom Thinktank Centre for Eastern Studies in Warschau der Zahlen. Der Grund: Der lettische Grenzschutz schaffe es aufgrund von Personalmangels nicht, die Schleuserkriminalität zu bekämpfen und „die bestehenden Schwachstellen beim Schutz der EU-Außengrenze eigenständig zu beheben“. Chmielewski folgert: „Lettland ist der verletzlichste Punkt unter den EU-Mitgliedsstaaten an der Grenze zu Belarus.“

Die 5 wichtigsten Nachrichten des Tages

ARCHIV - 17.11.2021, Lettland, Kaplava: «Halt - Staatsgrenze» steht in drei Sprachen an der Grenze zu Belarus. In Lettland bleibt der Druck an der EU-Außengrenze zum benachbarten Belarus nach Angaben der Behörden hoch. (zu dpa: «Lettland: Behörden verhaften deutschen Schleuser an Grenze zu Belarus») Foto: Alexander Welscher/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Lettland, Kaplava: „Halt – Staatsgrenze“ steht in drei Sprachen an der Grenze zu Belarus. In Lettland bleibt der Druck an der EU-Außengrenze zum benachbarten Belarus nach Angaben der Behörden hoch.

• Zahl der Toten nach schwerem Angriff auf Ukraine gestiegen. Nach dem besonders schweren Luftangriff auf die Ukraine hat sich die Zahl der Todesopfer nach ukrainischen Angaben von 28 auf 32 erhöht. Besonders hart getroffen worden war am Mittwoch die Stadt Pryluky in der nördlichen Region Tschernihiw, wo eine russische Rakete ein fünfstöckiges Wohnhaus zerstörte. Wie die Einsatzkräfte mitteilen, stieg die Zahl der Toten dort bis Donnerstagmorgen von 20 auf 22. Auch in Kyjiw wurden nach einem Treffer auf ein mehrstöckiges Wohnhaus zwei weitere Todesopfer geborgen, teilen die Einsatzkräfte weiter mit.
• Drohnenangriff der Ukraine trifft Rechenzentrum von russischem Tech-Konzern. In Russland hat ein Drohnenangriff ein großes Rechenzentrum des Tech-Konzerns Yandex lahmgelegt. Ein Feuer sei ausgebrochen, der Betrieb der Anlage in der Region Rjasan habe vollständig eingestellt werden müssen, teilt Yandex mit. Das Unternehmen betreibt unter anderem YandexGPT, eines der führenden generativen KI-Modelle in Russland, sowie eine Suchmaschine, die oft als „russisches Google“ betitelt wird. Die wichtigsten Verbraucherdienste seien jedoch nicht beeinträchtigt, erklärt Yandex. In den vergangenen Wochen hatte Russland immer wieder ukrainische Rechenzentren attackiert. Umgekehrt hatte es bisher aber keine bestätigten größeren Drohnenangriffe der Ukraine auf russische Datenzentren gegeben.
• Chef des deutschen Heeres: Putin hat Ziel von 1,5 Millionen Soldaten erreicht. Die russischen Streitkräfte wachsen nach Einschätzung von Heeresinspekteur Christian Freuding schnell um weitere Soldaten und auch schnellere Drohnensysteme. „Sie haben ihre Zielgröße von 1,5 Millionen Soldaten erreicht, und wir erleben beinahe im Monatstakt, wie Putin sehr inkrementell, scheibchenweise immer wieder eine Vergrößerung der Streitkräfte auch anordnet“, sagte der Generalleutnant im neuen Bundeswehr-Podcast „Generaldebatte“.
• Ukraine meldet zwölf Tote bei russischem Angriff auf Bus im Osten des Landes. Bei einem russischen Angriff auf einen Bus in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind am Donnerstag nach Behördenangaben mindestens zwölf Menschen getötet worden. Weitere 14 Menschen seien nach bisherigen Erkenntnissen verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Zahl der Opfer könne sich noch erhöhen. Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte Fotos, auf denen leblose Körper und Trümmer vor dem brennenden Wrack des Busses zu sehen sind. Kramatorsk ist neben Slowjansk die letzte von der Ukraine kontrollierte Großstadt in der Region Donezk im Osten des Landes.
• Südkorea zieht Botschafter aus Kyjiw ab. Wegen eines diplomatischen Streits mit der Ukraine zieht Südkorea seinen Botschafter aus Kyjiw ab. Die Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts liefen aber weiter, betont das südkoreanische Außenministerium. Die Regierung in Seoul wirft der Ukraine den Bruch einer Geheimhaltungsvereinbarung vor, nachdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Übergabe zweier gefangener nordkoreanischer Soldaten, die auf russischer Seite gegen die Ukraine gekämpft hatten, an Südkorea bekannt gegeben hatte.

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Hintergrund und Analyse

A woman walks in front of the anti-plague institute in the city of Irkutsk on October 7, 2026. (Photo by TATYANA MAKEYEVA / AFP)
Nach dem Tod einer jungen Wissenschaftlerin in Sibirien wird auch über Biowaffen spekuliert. Derweil wartet US‑Präsident Trump noch auf sein Gespräch mit Kremlchef Putin.
HANDOUT - 05.10.2026, Russland, Irkutsk: Dieses undatierte im Jahr 2019 aufgenommene Foto, das vom Forschungsinstitut für Pestbekämpfung in Irkutsk für Sibirien und den Fernen Osten via AP veröffentlicht wurde, zeigt Mitarbeiter des Instituts in einem Labor. Foto: Uncredited/The Irkutsk Anti-Plague Research Institute of Siberia and Far East/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Nach dem Tod einer 28-Jährigen soll nun eine zweite Person in Russland an der Pest gestorben sein. Der Kreml spricht von „Falschinformationen“. Was über den Vorfall bekannt ist.
05.10.25, Felleshus, Nordische Botschaften, Berlin. Robert Habeck im Tagesspiegel-Interview zu seinem neuen Buch „Arctic Meltdown – Die Neuvermessung der Welt“ mit Maxi Beigang und Caspar Schwietering.
Sein Thema sei die Arktis, sagt der Ex-Vizekanzler. Die Region spiele auf geopolitischer Ebene eine immer wichtigere Rolle. Welche Gefahren dort drohen und wie er die Lage in Deutschland einschätzt.

Vergangenen Monat, als dieser Newsletter hier pausierte, war ich – wie Sie mittlerweile wissen – zuerst in Moldau und der Ukraine. Aber auch im Urlaub in Bulgarien, wo ich meine Wurzeln habe. Ich habe zwei idyllische Wochen an der Schwarzmeerküste verbracht. Mit den frischen Eindrücken aus der ukrainischen Hafenstadt Odesa habe ich aber jedes Schiff, das am Meereshorizont vorbeischipperte, mit ganz anderen Augen gesehen.

Anfang der Woche las ich dann die Meldung, dass zwei Schiffe vor der bulgarischen Küste mit Drohnen angegriffen wurden, eines davon wurde versenkt. Verrückt, wie nah Erholung und Tod sich im und am Schwarzen Meer kommen. Womöglich ist das Gewässer gerade so tödlich wie noch nie zuvor. Ich möchte mir die Rolle des Schwarzen Meeres im russischen Angriffskrieg nun genauer ansehen. Schauen Sie am Wochenende also gern auf vorbei.

Ansonsten lesen wir uns, wie gewohnt, am kommenden Dienstag wieder! Bis dahin!

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