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Der Krieg holt Geflüchtete in Moldau ein + Ukraine greift Moskau mit 650 Drohnen an + Schiff sinkt nach Drohnenangriff im Schwarzen Meer vor Bulgarien

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Der Krieg holt Geflüchtete in Moldau ein + Ukraine greift Moskau mit 650 Drohnen an + Schiff sinkt nach Drohnenangriff im Schwarzen Meer vor Bulgarien +

Liebe Leserinnen und Leser,

Vor knapp einem Monat stand ich am Grenzübergang von Palanca, zwischen Moldau und der Ukraine. An jenem Tag Anfang September waren kaum Passanten zu sehen, dafür Autokolonnen, die sich die Hauptstraße des Ortes entlangschlängelten. Viele der Fahrzeuge nahmen einen Umweg, denn in der Nacht zuvor hatte Russland einen Grenzübergang rund neun Kilometer entfernt angegriffen. Zwei Grenzbeamte wurden getötet. In Palanca staute es sich also. Da wir – meine Reisegruppe, organisiert von den UN – uns im Vorfeld angemeldet hatten, kamen wir dennoch schnell über die Grenze.

Einmal auf ukrainischer Seite in der Region Odesa angekommen, fiel mir als Erstes die Zerstörung ins Auge: Russland hat in der Vergangenheit wiederholt die Brücke, die Palanca auf moldauischer Seite und Mayaki auf ukrainischer Seite über den Fluss Dnister verbindet, angegriffen. Davon zeugen die verbeulten Stahlreben der in Blau und Gelb gestrichenen Reiling ebenso wie am Boden liegende Leitplankenteile und ein großer Krater am Fuß der Brücke. Mit diesen Angriffen zielt Russland darauf ab, Getreideexporte über den Landweg zu sabotieren. Aber auch, die moldauische Bevölkerung zu verunsichern und den pro-europäischen Kurs der Regierung in Chișinău infrage zu stellen.

Ein besonders mulmiges Gefühl beschlich mich gestern, als ich las, dass am Montagmorgen ein Geschoss am Grenzübergang von Palanca explodiert ist. Dabei wurde ein Grenzpolizist leicht verletzt. Der Kontrollpunkt befindet sich wohlgemerkt auf moldauischem Staatsgebiet. Der Vorfall ereignete sich nur wenige Tage, nachdem Russland den moldauischen Luftraum mit Drohnen und neuartigen Waffen namens „Banderol“, Hybriden aus Drohnen und Raketen, verletzt hatte.

Noch ist nicht geklärt, ob Russland für die jüngste Explosion in Palanca verantwortlich ist. In der Vergangenheit kam es auch immer wieder vor, dass ukrainische Drohnen durch elektronische Kampfführung vom Kurs abkamen. Aber Fakt ist: Für die Bevölkerung, die in der Grenzregion lebt, rückt der Krieg näher. Besonders zynisch ist die Lage für Geflüchtete aus der Ukraine, die in Moldau einen vermeintlich sicheren Zufluchtsort gefunden zu haben glaubten.

Bei meiner Reise habe ich mich mit einigen von ihnen unterhalten. Etwa mit Larysa, 64, Rentnerin. Gelegentlich würde sie das Risiko auf sich nehmen und nach Odesa fahren, um Brennholz zu holen. „Hier ist das Feuerholz sehr teuer, es ist fast unmöglich, das Haus im Winter warm zu halten“, sagte sie mir. Wie es um ihre finanzielle Lage genau bestellt ist, sagte die Rentnerin nicht. Zuvor arbeitete Larysa als Schichtleiterin in einer Konservenfabrik, erzählte sie.

Ihr Mann repariere eigentlich Schiffe am Hafen von Odesa. Doch weil Russland seine Angriffe intensiviert hat, um der Ukraine auch wirtschaftlich Schaden zuzufügen, könne er den Job nicht mehr machen. Das sei zu gefährlich.

Larysas ganze Geschichte, was sie sich für die Zukunft wünscht (was mich ein Stück weit überrascht hat), .

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06.10.2026, Bulgarien, Varna: Bulgarische Behörden bringen ein verletztes Besatzungsmitglied in ein Krankenhaus, nachdem  in Varna zwei Handelsschiffe in der Wirtschaftszone des NATO-Mitglieds am Schwarzen Meer angegriffen worden waren - es handelte sich um den ersten derartigen Angriff auf die Schifffahrt in diesem Gebiet. (Bulgarische Nachrichtenagentur via AP) Foto: Bulgarian News Agency/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bulgarische Behörden bringen ein verletztes Besatzungsmitglied in ein Krankenhaus, nachdem in Varna zwei Handelsschiffe in der Wirtschaftszone des NATO-Mitglieds am Schwarzen Meer angegriffen worden waren.

• Schiff sinkt nach Drohnenangriff im Schwarzen Meer. Bei einem Drohnenangriff im Schwarzen Meer vor der Küste Bulgariens sind zwei Handelsschiffe getroffen worden, von denen eines sank. Wie der Leiter des Seenotrettungszentrums in Warna, Rumen Nikolov, am Dienstag im öffentlich-rechtlichen Radiosender BNR sagte, werde die Besatzung des gesunkenen Schiffs vermisst. Die Crew des zweiten Schiffs konnte demnach gerettet werden. Die Regierung teilte mit, unverzüglich eine Krisensitzung einzuberufen. Nach Angaben des BNR lief eine Rettungsaktion rund 150 Kilometer östlich der Küstenstadt Byala.
• Bürgermeister: Ukraine greift Moskau mit 650 Drohnen an. Die Ukraine hat die Region der russischen Hauptstadt Moskau nach Behördenangaben in der Nacht mit rund 650 Drohnen angegriffen. 105 Drohnen seien bei ihrem Anflug auf die Hauptstadt zerstört worden, schrieb der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin auf der Plattform Telegram. Ein Mensch sei getötet, sechs Personen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Andrej Worobjow, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Sollten die russischen Angaben zur Zahl der abgeschossenen Drohnen zutreffen, würden sie auf einen großen Angriff der Ukraine hindeuten.
• Netze zum Schutz vor Drohnen an wichtiger Brücke in Kyjiw angebracht. Nach wiederholten russischen Drohnenangriffen sind an einer zentralen Brücke in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw am Dienstag neue Schutzvorrichtungen angebracht worden. An beiden Seiten der Nordbrücke wurden große Netze zum Schutz vor Drohnen aufgehängt, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Damit kommen solche Netze, die im Osten und Süden der Ukraine bereits weitverbreitet sind, erstmals in Kyjiw zum Einsatz. Die Nordbrücke wurde auch am Sonntag während des Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Kyjiw von einer Drohne getroffen.
• Ukraine gibt Drohnen-Abschuss durch KI-Geschützturm bekannt. Die ukrainische Flugabwehr hat eine Lücke, seit Russland mit neuen, schnelleren Drohnen des Typs „Geran“ angreift. In der Folge ist die Abfangquote gesunken. Allerdings arbeitet die Ukraine an neuen Lösungen. Einem Bericht des „Kyiv Independent“ zufolge hat die Luftwaffe nun die ersten Abschüsse russischer Drohnen mit Jetantrieb durch automatisierte Maschinengewehrtürme vermeldet. Die Türme visierten die Ziele mithilfe künstlicher Intelligenz an, heißt es in dem Bericht. Ein Sprecher der Luftwaffe sagte demnach: „Durch den Einsatz innovativer Technologien – künstlicher Intelligenz – konnten menschliche Fehler ausgeschlossen werden.“
• Russland rüstet „Geran-4“-Drohnen weiter auf. Russland setzt seit diesem Herbst eine modifizierte Version seiner Angriffsdrohne mit Jetantrieb „Geran-4“ gegen die Ukraine ein. Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR verfügt die neue Variante unter anderem über optische Navigation, einen neuen Gefechtskopf und ein zusätzliches Navigationsmodul. In der überarbeiteten Drohne wurde demnach ein neuer „MOH“-Block verbaut. Dessen Kern ist ein hochpräziser magnetoinduktiver Sensor vom Typ PNI5GA des US-Herstellers PNI Sensor.

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Hintergrund und Analyse

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Das war’s heute von mir. Am Donnerstag folgt die nächste Ausgabe. Ich freue mich, wenn wir uns dann wieder lesen!

Schönen Abend!

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