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+ Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig: Was spricht für einen hybriden Angriff Russlands, Herr Neumann? + Viele tote Zivilisten im Juli + Antikorruptionsbehörden ermitteln gegen Ex-Botschafterin +

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Steckt Russland hinter der Sprengstoffdrohne in Leipzig? + Juli war tödlichster Monat für Zivilisten seit April 2022 + Antikorruptionsbehörden ermitteln gegen Ex-Botschafterin

Liebe Leserinnen und Leser,

auch diese Ausgabe blickt nicht in die Ukraine oder nach Russland – zumindest nicht direkt. Gestern wurde bekannt, dass in der Nacht auf Mittwoch eine Drohne am Flughafen Leipzig gesichtet worden war. Sie war mit Sprengstoff beladen und hatte einen Zünder.

Sie explodierte nicht, die Situation war aber dennoch so akut, dass Innenminister Dobrindt seinen Urlaub unterbrach. Er gab am Abend noch eine Pressekonferenz und sprach von einem „hybriden Anschlagsszenario“. Was er nicht sagte: Wer dahinterstecken könnte.

Ich habe deshalb heute den renommierten Sicherheitsexperten Peter Neumann dazu befragt, und er sagt: „Aus meiner Sicht deutet vieles auf Russland als Urheber hin, auch wenn der Innenminister das nicht so explizit gesagt hat.“

Folgende drei Punkte sprechen laut Neumann dafür, dass Russland Urheber des Anschlagsversuchs sein könnte. Der dritte Punkt hat mit ukrainischen Angriffen auf Russlands Ölraffinerien zu tun. Aber von vorn:

1. Der Flughafen in Leipzig gilt als wichtiges Drehkreuz für Waffenlieferungen. Die ukrainische Airline Antonov transportiert von dort aus schwere Waffen in die Ukraine. Und die Drohne wurde in der Nähe von vier Transportflugzeugen der Airline gefunden.

2. Russland ist gemeinhin bekannt dafür, dass es Drohnen für seine hybride Kriegsführung einsetzt. Aber: Bei Sichtungen in Deutschland ging es bisher mehr um Spionage und Einschüchterung. Mit Sprengstoff beladen war bisher noch keine. Das spricht – zumindest im deutschen Kontext – für eine neue Qualität. Bei Sabotageakten in Polen und Litauen setzte Russland bereits Sprengstoff ein.

3. Die Ukraine greift Ziele tief in Russland an. Was das mit der Drohne in Leipzig zu tun hat – und welche (längst überfälligen) Maßnahmen Deutschland ergreifen müsste,

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Die 5 wichtigsten Nachrichten des Tages

Rescuers carry the body of a killed person found under debris of an apartment building damaged during overnight Russian missile and drone strikes, amid Russia's attack on Ukraine, in Kyiv, Ukraine July 2, 2026. REUTERS/Valentyn Ogirenko     TPX IMAGES OF THE DAY

Rettungskräfte bergen den Körper einer toten Person nach einem russischen Angriff auf Kyjiw. (Bild: Reuters)

UN: Juli war für Zivilisten in der Ukraine tödlichster Monat seit April 2022. In der Ukraine sind im Juli so viele Zivilisten getötet worden wie seit April 2022 nicht mehr. Das teilten die Vereinten Nationen unter Berufung auf die UN-Menschenrechtsmission in der Ukraine mit. Im ersten Halbjahr 2026 bestätigte die UN-Mission 1396 getötete und 7978 verletzte Zivilisten in der Ukraine. Das seien 37 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und mehr als doppelt so viele wie zwei Jahre zuvor.
Ukraine meldet mehrere getötete Zivilisten in Region Sumy. Im Norden der ukrainischen Region sind bei russischen Angriffen drei Menschen getötet worden. In mehreren Siedlungen seien mindestens 19 Menschen verletzt worden, teilen die örtlichen Behörden mit. In der gleichnamigen Stadt Sumy seien zudem zwölf Menschen verletzt worden, teilt die Polizei auf Telegram mit.
Von Russland angegriffenes Schiff soll deutscher Reederei gehören. Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau am späten Mittwochabend zwei Frachter in der Nähe des ukrainischen Hafens Odessa angegriffen. Laut Informationen der „Bild“ soll es sich bei einem Frachter um ein Schiff der deutschen Reederei Johann M. K. Blumenthal GmbH & Co. KG handeln.
Kreml weist Bericht über Rekrutierung kolumbianischer Söldner zurück. Die russische Botschaft in Kolumbien hat einen Bericht über ihre Verwicklung in die Rekrutierung von Söldnern aus dem südamerikanischen Land für den Ukraine-Krieg zurückgewiesen. Das kolumbianische Nachrichtenportal Noticias Caracol hatte am Montag einen Bericht veröffentlicht, wonach Moskau in Kolumbien Männer für den Krieg in der Ukraine rekrutieren lasse.
Selenskyj: Haben zwei Ölraffinerien in Russland getroffen. Das ukrainische Militär hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zwei Ölraffinerien tief im russischen Hinterland angegriffen und getroffen. Es handele sich um die Slawnet-Janos-Raffinerie in der Region Jaroslawl und die Baschneft-Nowoil-Raffinerie in der Republik Baschkortostan, teilt Selenskyj auf Telegram mit.

Mehr Nachrichten zum Kriegsgeschehen .

Zitat der Woche

ARCHIV - 23.11.2023, Österreich, Wien: Olha Stefanischyna, damals ukrainische Vizeregierungschefin, spricht am Donnerstag, 23. November 2023, bei einer Pressekonferenz in Wien.  (zu dpa: «Selenskyj entlässt Botschafterin in Washington») Foto: Helmut Fohringer/APA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Antikorruptionsbehörden ermitteln gegen Ex-Botschafterin Olha Stefanischyna.

„Der Wirbel um diese Geschichte gleicht eher einem Sturm im Wasserglas.“

Das schrieb die Ex-Botschafterin Olha Stefanischyna auf Facebook, nachdem die Antikorruptionsbehörden der Ukraine diese Woche Ermittlungen gegen sie eingeleitet hatten. Ihr wird unter anderem unrechtmäßige Bereicherung vorgeworfen.

Die Ermittlungen waren erwartet worden. Bereits vor Wochen ging ein entsprechendes Gerücht in Kyjiw herum und es erreichte auch mich in Berlin: Mögliche Ermittlungen galten als Grund für Stefanischynas geplante Entlassung als Botschafterin in den USA.

Fakt ist: Stefanischyna hatte den Präsidenten Selenskyj um ihre Entlassung gebeten. Er wiederum suchte eine Nachfolge und wollte Ex-Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko dazu bringen, in die USA zu gehen – doch die lehnte ab. So begann der weitreichende Regierungsumbau, der letztlich in der Fedorow-Affäre gipfelte.

Hintergrund und Analyse

05.08.2026, Sachsen, Schkeuditz: Ukrainische Frachtmaschinen vom Typ Antonow AN-124 parken am Flughafen Leipzig/Halle. Nach dem nächtlichen Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle haben Spezialisten der Bundespolizei eine Drohne mit einer Sprengvorrichtung entschärft. Foto: Hendrik Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Antonow-Maschinen in Leipzig waren möglicherweise das Ziel der sichergestellten Sprengstoff-Drohne. Sie gehören zu den größten Frachtflugzeugen der Welt – und werden auch von der Bundeswehr genutzt.
Drohnen Safari
Ein Video zeigt eine Drohnenattacke auf einen Mann in der ukrainischen Frontstadt. Präsident Selenskyj wirft Russland eine gezielte Jagd auf Zivilisten vor. Menschenrechtlern zufolge geht es um die Verbreitung von „Terror“.
July 24, 2026, St. Petersburg, Russia: The warehouse building of the Russian online retailer Wildberries burns in the Utkina Zavod area, near the village of Novosaratovka, following a drone attack. During the night of July 24, the Armed Forces of Ukraine launched a large-scale drone attack targeting warehouses of the Russian online retailer Wildberries in the Leningrad Region and St. Petersburg, Russia. St. Petersburg Russia PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAs197 20260724_aab_s197_010 Copyright: xStringerx
Das Logistikunternehmen ist der größte Online-Händler Russlands. Der Kommandeur der ukrainischen Drohnentruppen beschreibt in einem Interview einen klaren Plan – und begründet die Attacken.

Kommen Sie gut in Richtung Wochenende.

Wir lesen uns am Dienstag wieder, wenn Sie mögen!

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