Direkt zum Hauptbereich

+ Wie viel Kriegsschrecken ertragen wir? + Erneuter Angriff Russlands auf Kyjiw – mindestens elf Tote + Selenskyj fordert Nato-Beschlüsse nach Raketenangriff +

‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ 
Wie viel Kriegsschrecken ertragen wir? + Erneuter Angriff Russlands auf Kyjiw – mindestens elf Tote + Selenskyj fordert Nato-Beschlüsse nach Raketenangriff +

Liebe Leserinnen und Leser,

vergangene Woche erreichten mich Dutzende Ihrer Mails. Ich hatte Sie gefragt, welche Geschichten aus und über die Ukraine Sie gern lesen. Es gab keinen besonderen Ausschlag in eine Richtung: Sie wünschen sich sowohl menschliche Geschichten (siehe und ) als auch Analysen (die lesen Sie zum Beispiel und ) .

Besonders zum Nachdenken gebracht hat mich eine Nachricht, in der eine Leserin schrieb, sie bevorzuge Militäranalysen, der Grund: „Die menschlichen Schicksale gehen mir so unter die Haut, dass ich mich mit Rationalität schützen muss.“

Ich kann den Impuls gut verstehen. Auch wenn es mir persönlich nicht so geht (und es mein Job auch gar nicht zulässt). Viele aber sie sind auch mehr als das. Das fällt mir bei meinen Reisen ins Land immer wieder auf.

Sinnbildlich steht für mich eine ältere Dame namens Hanna. , einem Dorf westlich von Kyjiw. Der Ort war Anfang 2022 unter russischer Besatzung, zur Zeit unseres Besuchs kam der Wiederaufbau nur schleppend voran.

Hanna hatte ihr Zuhause verloren und lebte deshalb in einem Container. Ihr Zimmer: etwa zehn Quadratmeter groß, zwei Hochbetten standen Kopf an Kopf nebeneinander. Aber sie war glücklich. Denn sie hatte nur einen Mitbewohner, obwohl Platz für drei gewesen wäre. Außerdem ließ sie uns nicht gehen, bevor wir nicht ihre selbstgemachten Warenyki probiert hatten.

Ich glaube, Journalist:innen müssen Menschen aus Kriegsländern noch viel stärker in ihrer Vielschichtigkeit und nicht nur als bloße Opfer darstellen. So wird man den . Und vielleicht würde es sogar gegen die News Fatigue einiger helfen? ()



Nur für kurze Zeit!
Sichern Sie sich jetzt unser bestes Sommerangebot und lesen Sie Tagesspiegel Plus 5 Monate für nur 5 Euro statt 75 Euro. Das sind unabhängiger Journalismus, exklusive Recherchen und kluge Analysen zum Supersparpreis. Dieses Angebot gilt nur 48 Stunden.

Die 5 wichtigsten Nachrichten des Tages

Erneuter Angriff Russlands auf Kyjiw – mindestens elf Tote. Nach dem nächtlichen russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw steigt die Opferzahl ukrainischen Angaben zufolge weiter. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von elf Toten. Russische Raketen und Drohnen hätten Wohnblöcke und andere Gebäude getroffen.
Selenskyj fordert Nato-Beschlüsse nach Raketenangriff. Nach dem schweren Drohnen- und Raketenangriff auf Kyjiw hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Nato zu mehr Hilfe bei der Flugabwehr aufgerufen. „Es ist äußerst wichtig, dass die Welt, allen voran Amerika und unsere europäischen Partner, vom Nato-Gipfel starke Entscheidungen zur Unterstützung unserer Luftabwehr und zum Schutz von Zivilisten mitbringen“, schrieb Selenskyj bei Telegram.
Russische Medien berichten über getroffenes Munitionslager bei Kyjiw. In der Stadt Wyschnewe in der Region Kyjiw kommt es nach dem nächtlichen russischen Angriff weiter zu Detonationen am Einschlagsort. Anwohner berichten von lauten Explosionen, die seit mehreren Stunden in Wellen zu hören seien und Häuser erschüttern würden. Russische Medien behaupten, in Wyschnewe sei ein Munitionslager getroffen worden. Die ukrainische Seite hat bislang nicht offiziell mitgeteilt, was genau am Einschlagsort beschädigt wurde.
Ukraine greift offenbar erneut russische Häfen und Raffinerien an. Die Ukraine hat Russland nach Angaben aus Moskau mit mehr als 500 Drohnen angegriffen. Örtlichen Angaben zufolge sind dabei die russischen Ostseehäfen Wysozk und Ust-Luga beschädigt worden. Ust-Luga ist einer der wichtigsten russischen Exporthäfen für Öl. Nach Angaben des Regionalgouverneurs Alexander Drosdenko wurden in der Gegend 56 Drohnen abgeschossen.
Größte ukrainische Tankstellenkette schränkt Betrieb in sieben Regionen ein. Die größte ukrainische Tankstellenkette WOG führt nach einer Serie russischer Angriffe auf Tankstellen in sieben Regionen einen besonderen Betriebsmodus ein. Die Einschränkungen gelten in den Regionen Poltawa, Sumy, Tschernihiw, Charkiw, Saporischschja, Dnipropetrowsk und Cherson. Der Leiter der Militärverwaltung der Region Sumy, Oleh Hryhorow, warnte vor erheblicher Gefahr in der Nähe von Tankstellen.

Mehr Nachrichten .

Hintergrund und Analyse

15.06.2026, Ukraine, Kiew: Rettungskräfte löschten am Montag während eines russischen Angriffs auf Kiew einen Brand in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale der Kiewer Höhlenkloster. Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Zerstörte Kulturstätten, gestohlene Museumsexponate, Schäden in Milliardenhöhe: Russland zerstört nicht nur Städte in der Ukraine, sondern auch ihr kulturelles Erbe. Das hat System.
Die ukrainischen Rettungskräfte waren einmal mehr im Dauereinsatz.
Russland startet wenige Stunden vor dem Nato-Gipfel eine großangelegte Attacke auf die Ukraine. Während Rettungskräfte nach Verschütteten suchen, will Selenskyj in Ankara für weitere Militärhilfen werben.
People walk past a mural in the colours of the Russian flag in Yevpatoriya, Crimea April 24, 2025. REUTERS/Alexey Pavlishak
Die Ukraine greift die von Moskau annektierte Krim vermehrt mit Drohnen an. Das führt zu Stromausfällen und Benzinmangel. Doch für viele Ukrainer sind das nebensächliche Probleme.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche.

Wir lesen uns am Mittwoch wieder, wenn Sie mögen!

Ihre

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog