Ein Newsletter zum Krieg in der Ukraine – direkt aus dem Ressort Internationales.
Warum ausgerechnet Fedorow gehen muss + Opfer von Explosion in Monaco bezichtigt Geheimdienst + Drohnenteile aus China mit EU-Geld
Liebe Leserinnen und Leser,
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eine bekannte Aktivistin mit Wurzeln auf der Krim – zurückgesteckte braune Haare, ernster Blick – steht am Donnerstagmorgen auf dem Ivan-Franko-Platz in der Kyjiwer Innenstadt. Sie hat auf ein Stück Pappe geschrieben: „Tauscht Gefangene aus und nicht Mychailo Fedorow.“ Hunderte Demonstranten rufen: „Mychailo, komm zurück“, wie auf Videos von vor Ort zu sehen ist.
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Am Vorabend hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj den Verteidigungsminister Mychailo Fedorow aus dem Amt entlassen. Die Entscheidung folgt auf einen überraschenden Regierungsumbau, den Selenskyj am Sonntag angekündigt hatte – und über den ich am Dienstag hier geschrieben habe.
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Doch warum musste ausgerechnet Fedorow, einer von Selenskyjs fähigsten und beliebtesten Ministern, gehen?
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Ich habe heute viele Telefonate mit Menschen in Kyjiw geführt und mit ukrainischen Soldaten aus meinem Kontaktbuch geschrieben (letztere sind alle enttäuscht, dass Fedorow gehen muss). Und dabei kristallisierten sich drei Begründungen heraus.
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1. Fedorow, jung, innovativ, technikaffin, geriet in Konflikt mit dem Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj, der als altmodisch, sowjetisch sozialisiert und skrupellos gilt.
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2. Fedorow schaffte es nicht, das Mobilisierungssystem zu reformieren. Einige halten diese Begründung jedoch für einen Vorwand, immerhin war er der erste Verteidigungsminister, der sich an das heikle Thema rantraute.
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Die 5 wichtigsten Nachrichten des Tages
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Bisheriger Verteidigungsminister Mychailo Fedorow gibt eine Pressekonferenz zu seiner Absetzung. (Bild: Imago)
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Opfer von Explosion in Monaco bezichtigt Kyjiws Geheimdienst. Der ukrainische Geschäftsmann, der bei der Explosion in Monaco vor zwei Wochen schwer verletzt worden ist, bezichtigt den ukrainischen Militärgeheimdienst HUR der Tat. „Aufgrund der uns vorliegenden Ermittlungsergebnisse haben wir keinen Zweifel daran, dass aktive Offiziere des HUR direkt an diesem Attentatsversuch beteiligt waren“, heißt es in einem über Wadym Jermolajews Anwälte verbreiteten Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. |
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Keir Starmer reist nach Kyjiw. Der scheidende britische Premierminister Keir Starmer ist am Donnerstag zu Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach Kyjiw gereist. Dies sei einer der letzten Auslandsbesuche in Starmers Amtszeit, teilt sein Büro mit. Starmer wolle mit Selenskyj über die Fortschritte bei der militärischen Ausrüstung der Ukraine sprechen. Zudem werde erörtert, worauf sich die Verbündeten künftig konzentrieren sollten, heißt es in der Erklärung weiter. |
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Kreml spielt Russlands Wirtschaftsprobleme herunter. Die russische Regierung hat im fünften Jahr des Krieges gegen die Ukraine wirtschaftliche Probleme eingeräumt. „Diese Schwierigkeiten sind nicht kritisch“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag. Regierung und Präsident Wladimir Putin wüssten, was zur Steuerung und Verbesserung der Lage zu tun sei. „Die makroökonomische Stabilität ist vollständig gewährleistet“, fügte er hinzu. Peskow reagierte damit auf eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage der Zentralbank, die eine deutliche Verschlechterung der Stimmung in den Unternehmen zeigte. |
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Ukraine und Russland tauschen weitere Soldatenleichen aus. Die Ukraine und Russland haben inmitten laufender Kampfhandlungen erneut Leichen gefallener Soldaten ausgetauscht. Kyjiw habe 501 Soldatenleichen erhalten, teilte der Stab für Kriegsgefangenenbelange bei Telegram mit. Moskau sind Medienberichten zufolge wiederum die Überreste von 31 russischen Soldaten übergeben worden. |
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Ukrainisches Parlament bestätigt neuen Ministerpräsidenten Korezkyj. In der Ukraine hat das Parlament den neuen Ministerpräsidenten Serhij Korezkyj bestätigt. Für die Ernennung stimmte eine deutliche Mehrheit von 289 Abgeordneten. 226 waren notwendig gewesen. Korezkyj leitete bislang den staatlichen Energiekonzern Naftogaz. Er folgt auf Julija Swyrydenko, die am Sonntag zurücktrat. |
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Der Westen wirft Peking immer wieder vor, Russlands Machthaber Putin in seinem Angriffskrieg zu unterstützen. Einem Medienbericht zufolge genehmigt Brüssel jetzt einen Deal Kyjiws mit China.
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Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, organisierten sich Jugendliche in der „Deutschen Jugend Uckermark“, inklusive Verbindungen zur AfD. Ein Gerichtsprozess brachte nun Erschreckendes ans Tageslicht.
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Kremlsprecher Dmitri Peskow sieht „keine Anzeichen dafür“, dass Russland und die Ukraine bald wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Daran ändere auch Selenskyjs Regierungsumbildung nichts.
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Wir lesen uns am kommenden Dienstag wieder. Ich wünsche Ihnen also schon einmal ein schönes Wochenende. Bis dann!
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