Ein Newsletter zum Krieg in der Ukraine – direkt aus dem Ressort Internationales.
+ Selenskyj baut die Regierung um + Ukraine attackiert Raffinerie am Uralgebirge + Drohnenkommandeur über Krim-Brücke +
Liebe Leserinnen und Leser,
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während ich diesen Newsletter schreibe, hat das ukrainische Parlament den Rücktritt von Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko gebilligt. Ein Prozedere, das sich seit Sonntag als Formalie abzeichnete.
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Da hatte Swyrydenko überraschend um ihre Entlassung gebeten. Präsident Wolodymyr Selenskyj postete auf X: „Ich bin Julija für ihre klare, standhafte und effektive Arbeit als Ministerpräsidentin dankbar, [...] und ich habe ihr angeboten, ein neues Gebiet in den Beziehungen zu einem wichtigen Partner zu leiten.“
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Laut ukrainischer Verfassung muss nun die gesamte Regierung neu gebildet werden. Selenskyj begründete den Schritt auf X damit, dass er eine neue politische Strategie anstrebe: Jeder wichtige außenpolitische Bereich soll von einer Person mit „erheblicher Erfahrung“ geleitet werden. Swyrydenko soll er angeboten haben, US-Botschafterin zu werden. Bisher hat sie Medienberichten zufolge aber nicht zugesagt.
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In Kyjiw wird längst spekuliert, welche Gründe Selenskyj noch haben könnte. Denn es ist nicht das erste Mal seit Februar 2022, dass er die Regierung neu aufstellt. Im Herbst 2024 ernannte er etwa Minister, die als besonders loyal gegenüber dem damaligen Präsidialamtsleiter Andrij Jermak galten.
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Als Swyrydenkos Nachfolger wird Serhij Koretskyj, der CEO des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, gehandelt. Ein effizienter Manager, ohne große politische Ambitionen. Also niemand, der Selenskyj bei kommenden Wahlen gefährlich werden könnte. Das wäre Swyrydenko auch nicht, aber sie hätte Selenskyj auch nicht groß geholfen: Im Parlament war die Ministerpräsidentin, die den Ruf hatte, die wöchentliche Fragestunde zu schwänzen, nicht besonders beliebt.
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Und woran wird sich die Bevölkerung erinnern, wenn sie an ihre knapp einjährige Amtszeit denkt? Einen der härtesten Winter und den besagten Korruptionsskandal, der nicht nur Jermak, sondern auch zwei Minister aus ihrem Kabinett zum Rücktritt zwang.
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Die 5 wichtigsten Nachrichten des Tages
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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj trifft sich mit der Ersten Stellvertretenden Ministerpräsidentin der Ukraine, Julia Swyrydenko. Sie gab kurz darauf ihren Rücktritt bekannt.
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Russland greift Kyjiw und weitere ukrainische Städte an. Russland greift die ukrainische Hauptstadt Kyjiw in der Nacht mit Raketen an. Nach Angaben von Behördenvertretern werden dabei Brände in mehreren Stadtteilen ausgelöst. Opfer wurden aus der Hauptstadt zunächst keine gemeldet. In Saporischschja wurden den Rettungsdiensten zufolge elf Menschen verletzt, in der Region Charkiw sechs. Der ukrainische Generalstab meldet, dass die Flugabwehr fünf von acht ballistischen Raketen abgefangen haben soll. |
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Ukraine attackiert Raffinerie am Uralgebirge. Die Ukraine hat in der Nacht eine Raffinerie in der russischen Teilrepublik Baschkortostan in der Nähe des Uralgebirges angegriffen. Eine massive Attacke auf das Industriegebiet in Salawat bestätigte Republikchef Radij Chabirow bei Telegram. Tote und Verletzte gibt es seinen Angaben nach nicht. Salawat liegt mehr als 1.400 Kilometer von der Front entfernt. Die zum Ölkonzern Gazpromneft gehörende Raffinerie hat eine Verarbeitungskapazität von mehr als sieben Millionen Tonnen Rohöl im Jahr. |
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Drohnentrümmer lösen Brand in russischer Ölraffinerie aus. In der südrussischen Region Krasnodar haben herabstürzende Drohnentrümmer nach Angaben der örtlichen Rettungsdienste einen Brand in einer Ölraffinerie ausgelöst. Die herabfallenden Trümmer beschädigten demnach auch mehrere Privathäuser, einen Wohnblock sowie ein Gebäude an einem Bahnübergang. Eine Person sei verletzt worden, heißt es weiter. |
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Kyjiw: Russen greifen ziviles Schiff nahe dem Schwarzmeerhafen Odesa an. Russische Streitkräfte haben nach ukrainischen Angaben ein ziviles Schiff nahe dem Schwarzmeerhafen Odesa angegriffen. Das teilt der Sprecher der ukrainischen Marine, Dmytro Pletentschuk, der Nachrichtenagentur Reuters mit. Verletzte gibt es demnach nicht. |
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EU treibt Beitrittsverhandlungen mit Ukraine voran. Die EU treibt die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine voran. Bei einem Treffen von Vertretern beider Seiten wurden in Brüssel Gespräche zum Themenbereich Außenbeziehungen aufgenommen, wie die derzeitige irische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte. Dabei geht es zum Beispiel um die Handelspolitik sowie die Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. |
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„Wir rühren die Krim-Brücke nicht an. Sollen sie darüberfahren – ohne Halt zurück nach Russland.“
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Der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, erklärte im Interview mit dem freien Journalisten Caolan Robertson, warum die Ukraine die Krim mit ihren Drohnenangriffen nicht komplett von Russland abschneidet: Damit die Besatzer die Krim verlassen können (die unzähligen Schimpfwörter, die er dabei verwendete, habe ich herausgefiltert).
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Dass Russland aktuell gewillt wäre, die symbolträchtige Krim, mit der alles begann, aufzugeben, ist sehr unwahrscheinlich. Aber, das muss man Browdi lassen, sein Framing ist schlau: Westliche Militärexperten schätzen, dass die Ukraine aktuell nicht in der Lage ist, die Krim-Brücke aus der Ferne zu sprengen, weil sie ziemlich robust ist und so ein Manöver große Mengen Sprengstoff benötigen würde. (Details zur Brücke, die Wladimir Putin 2018 höchstpersönlich einweihte, hat mein Kollege Tobias Mayer vor einer Weile hier aufgeschrieben.)
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Browdi macht also aus einem militärischen Malus einen kommunikativen Trumpf.
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Sie lebt im Exil und ist mit 1,5 Millionen Followern eine der prominentesten Kritikerinnen von Wladimir Putin. Ekaterina Schulmann sagt: Es gab mal bessere Zeiten, um Teil der russischen Elite zu sein.
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Russland leidet unter wirtschaftlicher Schwäche und ukrainischen Gegenangriffen. Estlands Außenminister Margus Tsahkna meint: Die Strategie des Westens wirkt.
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Der Kreml baut seit Jahren seine Stellung in Afrika aus. Aber die Ukraine versucht, dagegenzuhalten. Wer verfolgt welche Ziele – und mit welchem Erfolg?
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Kommen Sie gut durch die Woche!
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Wir lesen uns am Donnerstag wieder, wenn Sie mögen.
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