Direkt zum Hauptbereich

+ Nato-Gipfel in Ankara: Eine Zwischenbilanz für die Ukraine + Kyjiw von Serie von Explosionen erschüttert + Kämpft ein AfD-Influencer für Russland? +

‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ 
Nato-Gipfel in Ankara: Eine Zwischenbilanz für die Ukraine + Kyjiw von Serie von Explosionen erschüttert + Kämpft ein AfD-Influencer für Russland? +

Liebe Leserinnen und Leser,

wie „desaströs“ war der Nato-Gipfel im türkischen Ankara bisher? Kommt darauf an, wen man fragt.

Analysieren wir einmal, was der Gipfel für die Ukraine bedeutet:

1. Präsident Wolodymyr Selenskyj verkündete drei neue Drohnendeals mit Estland, Dänemark und den Niederlanden. Die drei Nato-Länder wollen zusammen mit der Ukraine künftig Drohnen produzieren. Das ist der neunte Vertrag dieser Art. Für Kyjiw sind sie Teil einer größeren Strategie: Das Kriegsland will sich vom „Bittsteller“ zum unverzichtbaren Rüstungspartner für die Nato machen. (Wie die ukrainische Drohnenindustrie so weit kommen konnte, .)

2. Flugabwehr gegen ballistische Raketen kann die Ukraine im Gegensatz zu Drohnen nicht selbst herstellen. Deshalb setzten Selenskyj und Außenminister Andrii Sybiha sich dafür ein, Abfangraketen von Nato-Partnern zu bekommen. Sybiha sagte: „Ich habe den Eindruck, dass jeder das versteht und konkrete Entscheidungen zur Stärkung unserer Flugabwehr fallen werden.“

3. Die Nato sichert der Ukraine allein in diesem Jahr 70 Milliarden Euro zu. Im kommenden Jahr soll in etwa die gleiche Summe zur Verfügung stehen.

4. Selenskyj wiederholte die Forderung nach einem Nato-Beitritt der Ukraine. Punkt eins hilft ihm bei der Argumentation, er sagte: „Glauben Sie wirklich, es ist richtig, ein Land mit einer derartigen Verteidigungsfähigkeit außen vor zu lassen?“ Trotz der cleveren rhetorischen Frage zeigt sich die Nato aktuell nicht bereit, die Ukraine aufzunehmen. Aber das war zu erwarten.

Die Zwischenbilanz: Der war bisher kein Desaster für die Ukraine, im Gegenteil. Einiges geht voran (Drohnendeals), manches eher langsam (Flugabwehr-Bitten). Nun bleibt das Treffen zwischen den Präsidenten Selenskyj und Trump abzuwarten.

Anzeige
Der Tagesspiegel im Überblick: Lernen Sie unsere Berichterstattung kennen – zwei Monate lang für 2 €. Erhalten Sie Zugang zu sorgfältig recherchierten Inhalten, Reportagen und Analysen zu aktuellen Themen aus Berlin und der Welt. Monatlich stehen Ihnen über 1.000 exklusive Artikel zur Verfügung. Jetzt im Probe-Abo entdecken

Die 5 wichtigsten Nachrichten des Tages

Kyjiw von Explosionsserie erschüttert. Kyjiw ist am Mittwochmorgen von einer Serie von Explosionen erschüttert worden. Wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP aus der ukrainischen Hauptstadt berichteten, erfolgte die erste heftige Explosion noch vor dem Ertönen der Luftschutzsirenen. Laut Bürgermeister Vytali Klytschko setzte Russland ballistische Raketen ein – Waffen, gegen die die Ukraine sich immer schwerer verteidigen kann, weil es an Patriot-Abfangraketen aus den USA fehlt.
Russische Anwerber suchen über Telegram Saboteure in EU-Staaten. Ein russisches Netzwerk, das zuvor über Telegram Personen für Sabotageakte in der Ukraine rekrutierte, hat seine Aktivitäten offenbar auf Länder der EU ausgeweitet. Das geht aus einer Recherche des unabhängigen russischsprachigen Exilmediums „Vot Tak“ hervor. Den angeworbenen Personen wurden Geldbeträge unter anderem für Brandanschläge auf Fahrzeuge mit ukrainischen Kennzeichen, Nato-Militärtechnik oder kritische Infrastruktur angeboten.
Ukrainische Drohnentruppen melden Treffer gegen russische Tanker im Asowschen Meer.
Der Kommandeur der ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme (SBS), Robert Brovdi („Madjar“), teilte auf seinem offiziellen Telegram-Kanal mit, dass ukrainische Einheiten in der Nacht auf Mittwoch neun Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte im Asowschen Meer getroffen haben.
Ukrainische Drohnen greifen Ölanlage in Ufa an. Ukrainische Langstreckendrohnen haben am Mittwochmorgen eine Ölanlage in der russischen Stadt Ufa (Republik Baschkortostan) angegriffen. Erste Videos und Fotos des Großbrandes veröffentlichte der Telegram-Kanal Exilenova+. Anwohner filmten zudem den Überflug einer ukrainischen Langstreckendrohne vom Typ „Ljutyj“. Nach vorläufigen Angaben legten die Drohnen mehr als 1400 Kilometer bis zu ihrem Ziel zurück.
Zwei russische Raffinerien brennen nach Drohnenangriffen. Die ukrainische Armee hat erneut auf die Ölindustrie ihres Gegners gezielt. In den Raffinerien von Saratow an der Wolga und Nischnekamsk in Tatarstan brachen Brände aus, wie ukrainische und russische Telegramkanäle berichteten. In Saratow, knapp 800 Kilometer von der Ukraine entfernt, wurde nach Angaben von Gouverneur Roman Bussargin ein Mann getötet.

Mehr Nachrichten über das Kriegsgeschehen .

„China und Russland versuchen aktiv, Instabilität, Korruption und schwache Regierungsführung in der Region auszunutzen.“

Das schreibt das US-Außenministerium in einem Strategiepapier. Na, welche Region ist wohl gemeint?

Klar, der westliche Balkan.

China investiert etwa in Serbien in Kupferminen und missachtet Menschenrechte. Und Russland exportiert sein Gas in die Region. Die USA nennen die Länder deshalb „bösartige Akteure“. Das deckt sich .

Aber die Sache ist: Die USA sind mittlerweile selbst zum „bösartigen Akteur“ in der Region geworden. Trump-Schwiegersohn Jared Kushner will in . Eine Firma, die Trump-Vertrauten nahesteht, soll eine ausbauen und die US-Regierung Die Liste geht noch etwas weiter.

Ich habe mit Aktivisten und Politikwissenschaftlern in der Region gesprochen. Sie sagen ganz deutlich: Was die US-Regierung da macht, ist Korruption.

Welche Folgen das für den Westbalkan hat und wie es so weit kommen konnte,.

Hintergrund und Analyse

!!!!Ausschließlich für den Artikel von Daniel Krause!!!!: Der Typ ist AfD-Influencer und soll jetzt eigenen Angaben auf seiten Russlands gegen die Ukraine kämpfen
Ein AfD-naher Influencer zeigt sich in Kampfmontur im besetzten Donezk. Ob er wirklich für Russland kämpft, bleibt unklar.
18.06.2026, Belgien, Brüssel: Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, kommt, zum EU-Gipfel, dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union. Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Russland setzt im Angriffskrieg auf Masse. Doch bei den Raketen kann Moskau derzeit offenbar sparen, weil Kyjiw ihnen ohnehin schutzlos ausgeliefert ist.
ARCHIV - 10.10.2025, Tadschikistan, Duschanbe: Der russische Präsident Wladimir Putin (l) spricht mit Kreml-Sprecher Dmitri Peskow während des Gipfels der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten im Palast der Nation. (zu dpa: «Kreml besteht auf Geheimhaltung bei Ukraine-Gesprächen») Foto: Grigory Sysoyev/Pool Sputnik Kremlin/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Lange wurde die Ukraine-Invasion in Russland nur als „Spezialoperation“ bezeichnet. Der Kreml-Sprecher nennt sie nun einen „echten Krieg“. Ein Experte sieht eine unangenehme Botschaft für die Russen dahinter.

Kommen Sie gut durch die Restwoche, bis Freitag!

Ihre

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog