Ein Newsletter zum Krieg in der Ukraine – direkt aus dem Ressort Internationales.
+ Leben im Ausnahmezustand auf der Krim + Zahl der Todesopfer nach Großangriff auf Kyjiw auf 30 gestiegen + Achtmal höhere Verluste bei Putins Armee +
Liebe Leserinnen und Leser,
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die E-Mail, die meine ukrainische Kollegin Valeriia Semeniuk vor einigen Tagen erhalten hat, beginnt so: „Wenn Strom da ist, muss man alle Geräte und Handys aufladen, Essen kochen und die Wäsche waschen. Das habe ich endlich erledigt und kann Ihnen nun antworten.“ Absenderin ist eine Bewohnerin der Krim, die hier Guzel Osenbaschlyj heißen soll.
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Sie ist Tatarin, also Teil der autochthonen Volksgruppe auf der Halbinsel, die Russland 2014 völkerrechtswidrig besetzte. Ihre Vorfahren erfuhren schon zu Sowjetzeiten unter Diktator Josef Stalin Repressionen, und auch Russland betrachtet die Ethnie als minderwertig. „Wir leben schon lange im Ausnahmezustand“, sagt Osenbaschlyj.
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Meine Kollegin Valeriia sprach auch mit einer Frau, die die Annexion 2014 anfangs feierte. Die Ukrainerin Inna lebt in Sewastopol und ist Geschäftsfrau, sie investierte auf der Krim in Immobilien. Als russische Soldaten die Halbinsel kaperten, dachte sie: „Wow, warum eigentlich nicht?“
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Die 5 wichtigsten Nachrichten des Tages
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Rettungskräfte bergen eine tote Person aus den Trümmern eines von Russland attackierten Hauses in Kyjiw.
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Ukraine soll bei Nato-Gipfel Milliardenversprechen erhalten. Die von Russland angegriffene Ukraine soll beim Nato-Gipfel in Ankara ein neues Versprechen für milliardenschwere Militärhilfen bekommen. Darauf verständigten sich die 32 Bündnisstaaten wenige Tage vor dem Spitzentreffen in Brüssel in den abschließenden Beratungen über die geplante Gipfelerklärung, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. |
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Zahl der Todesopfer nach Großangriff auf Kyjiw auf 30 gestiegen. Nach dem schweren russischen Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw am Donnerstag ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 30 gestiegen. Laut dem Leiter der Kiewer Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, suchen Rettungskräfte in den Trümmern weiter nach Vermissten, weshalb die Opferzahl noch steigen könnte. Ich habe gestern mit Menschen in Kyjiw gesprochen, die mehr Glück hatten und die Angriffe überlebten. Ihre Reaktionen reichten von Angst und Zermürbung bis hin zu verstörender Gewöhnung. |
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Russland setzte bei Angriff auf Kyjiw offenbar verstärkt ballistische Raketen ein. Bei dem jüngsten russischen Angriff setzte Russland besonders viele Raketen mit ballistischer Flugbahn ein. Das sagte Jurij Ihnat, Leiter der Kommunikationsabteilung der ukrainischen Luftwaffe, im ukrainischen Fernsehen. Nach seinen Angaben griff die russische Armee die Hauptstadt in mehreren Wellen an und kombinierte dabei Raketen und Drohnen. |
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Tote und Verletzte im Südosten der Ukraine. In der Ukraine sind bei verschiedenen russischen Angriffen im Gebiet Dnipropetrowsk im Verlauf des Tages nach Behördenangaben zwei Menschen getötet worden. Insgesamt seien neun weitere verletzt worden, schrieb der Militärgouverneur der Region, Olexander Hanscha, bei Telegram. |
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Offenbar 800.000 Bücher bei russischem Angriff auf Kyjiw verbrannt. Bei den jüngsten russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw sind nach Angaben eines Verlages etwa 800.000 Bücher verbrannt. Das Hauptlagerhaus seines Logistikpartners sei zerstört worden, teilte der Verlag BookChef Publishing am Donnerstag im Onlinedienst Telegram mit. |
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Millionen russischer Soldaten sind laut Hochrechnungen tot oder verwundet oder werden vermisst.
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Die Schätzung stammt vom Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS). 400.000 bis 450.000 Männer wurden demnach getötet. Das Verhältnis sei zwischen russischen und ukrainischen Verlusten im ersten Halbjahr 2026 von 2:1 beziehungsweise 3:1 auf 8:1 gestiegen.
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Weitere Zahlen, die den Zustand der russischen Armee aufzeigen, hat mein Kollege Tobias Mayer hier zusammengetragen. Zu den Gefallenenzahlen sagte er mir: „Hinter dieser zynischen Rechnung stecken unermessliches Leid und eine miserable militärische Leistung.“ Doch kann man schon von einer Kriegswende sprechen? Auch diese Frage beantwortet Tobias in seinem Text.
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Moskau fliegt eine der heftigsten Angriffswellen seit Kriegsbeginn auf ukrainische Städte, mindestens 18 Menschen werden getötet. Beobachter werten dies als Versuch Putins, seinen Machtanspruch zu festigen.
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Der Hohe Repräsentant erklärt, welche Rolle Trumps USA, der serbische Separatist Dodik und eine Gaspipeline bei seinem Rückzug spielten – und was er seinem Nachfolger rät.
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Die Bundesanwaltschaft glaubt, dass die Anschläge auf die Pipelines im Auftrag staatlicher ukrainischer Stellen geplant wurden. Das geht aus Einzelheiten der Anklage hervor, die jetzt öffentlich wurden.
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Am Mittwoch habe ich Sie gefragt, welche Ukraine-Geschichten Sie interessieren – und viele Antworten bekommen. Vielen Dank dafür! Ich werde Ihnen allen noch antworten und kommende Woche einen kleinen Querschnitt aus den Themen inklusive Leseempfehlungen hier veröffentlichen (natürlich anonym).
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Machen Sie sich ein schönes Wochenende! Bis Montag!
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