Ein Newsletter zum Krieg in der Ukraine – direkt aus dem Ressort Internationales.
UK-Botschafter Walerij Saluschnyj soll Ambitionen auf Präsidentenamt zugegeben haben + Russland beschießt Tankstellen in der Ukraine + Serbiens Präsident kopiert Putins Rochadetaktik +
Liebe Leserinnen und Leser,
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ich musste an meine vergangene Ukraine-Reise denken, als ich heute diese Schlagzeile in der „Ukrainska Prawda“ sah: „Wie Selenskyj Generäle davon abhält, in die Politik zu gehen“ (frei übersetzt).
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Die Journalisten haben zu einem Treffen von Präsident Wolodymyr Selenskyj mit seinem engsten Zirkel im Juni recherchiert. Dabei sei es um künftige Wahlen und die Beliebtheitswerte dreier Männer gegangen: Selenskyj selbst, der Präsidialamtsleiter und ehemalige Geheimdienstchef Kyrylo Budanow und der ehemalige Oberbefehlshaber und heutige UK-Botschafter Walerij Saluschnyj.
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Saluschnyj genoss als Militär große Beliebtheit in der Bevölkerung. Ein Grund, so heißt es, weshalb Selenskyj ihn nach London abkommandiert habe. Nun soll Saluschnij gegenüber Selenskyj offen zugegeben haben, dass er bei einer kommenden Wahl kandidieren würde.
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Warum mich das an meine Reise erinnert? Ich war im April in Lwiw, um Interviews mit Veteranen zu führen. Ich sprach mit ihnen nicht nur über das, was sie erlebt hatten, sondern auch über ihre politischen Positionen. Saluschnyj und Budanow kamen gut an. Ich habe natürlich keine repräsentative Studie durchgeführt.
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Aber: In einer Gesellschaft, in der das Militär mit 94 Prozent höheres Vertrauen genießt als der Präsident (61 Prozent) oder die Regierung (23 Prozent), und in der es immer mehr Veteranen geben wird, werden (Ex-)Militärs eine zunehmend wichtige politische Rolle spielen.
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Doch schon jetzt vermuten Analysten, dass solche Akteure die Nachkriegstransformation des Landes effektiv gestalten könnten. Eine Schlussfolgerung, die der „Ukrainska Pravda“-Recherche nach zu urteilen, Selenskyj weniger gefallen dürfte.
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Die 5 wichtigsten Nachrichten des Tages
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Auf diesem vom ukrainischen Rettungsdienst zur Verfügung gestellten Foto löschen Feuerwehrleute einen Brand an einer Tankstelle, der durch einen russischen Luftangriff ausgelöst wurde.
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Moskau beschießt Tankstellen in der Ukraine. Luftangriffe der russischen Armee haben im ukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk über Nacht fünf Tankstellen getroffen. Mehrere Brände seien ausgebrochen, teilte der Gouverneur des Gebiets, Olexander Hanscha, auf Telegram mit. Eine Frau sei getötet worden, außerdem gebe es drei Verletzte. |
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Putins Armee greift offenbar Agrarflächen in Cherson mit Brandmunition an. Russische Truppen setzen landwirtschaftliche Flächen in der Region Cherson gezielt in Brand, indem sie Brandmunition von Drohnen abwerfen. Dies teilte der Vorsitzende des Bauernverbandes der Region Cherson, Wiktor Hordijenko, auf Facebook mit. |
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Ukrainische Drohnenangriffe lassen russische Dieselexporte einbrechen. Attacken der Armee Kyjiws mit Drohnen auf wichtige Raffinerien haben Russlands Ausfuhren von Diesel auf dem Seeweg im Juni einbrechen lassen. Die Exporte von Diesel und Gasöl sanken im Vergleich zum Vormonat um 39 Prozent auf rund 1,8 Millionen Tonnen, wie am Mittwoch aus Daten des Finanzdienstleisters LSEG und von Marktteilnehmern hervorging. |
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Satellitenbilder zeigen offenbar Schäden an russischem Rüstungswerk. Im Internet sind Satellitenbilder veröffentlicht worden, die die Folgen des Angriffs ukrainischer FP-5-„Flamingo“-Raketen auf das russische Rüstungswerk Titan-Barikady in Wolgograd bestätigen. Der Angriff erfolgte in der Nacht zum 27. Juni. Die am 1. Juli veröffentlichten Aufnahmen zeigen Schäden auf dem Werksgelände. |
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Russland stellt zerstörte Verkehrsinfrastruktur zur Krim im Eiltempo wieder her. Russland hat nach den ukrainischen Angriffen auf die Verkehrsinfrastruktur damit begonnen, die logistische Verbindung zur besetzten Krim in aller Eile wiederherzustellen. Nach einer Auswertung von Satellitenbildern, über die Radio Free Europe/Radio Liberty berichtet, haben die Besatzer unter anderem zwei neue Brücken errichtet, die den besetzten Teil der Region Cherson mit der Halbinsel verbinden. |
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„Das Manöver gleicht einer Harakiri-Aktion.“
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So kommentierte der Westbalkan-Experte Vedran Džihić die jüngste taktische Entscheidung des Putin-Verbündeten Aleksandar Vučić. Der serbische Präsident hat seinen Rücktritt aus dem Amt angekündigt, bleibt dabei aber vage. Will er seine Macht aufgeben? Ganz im Gegenteil. Analysten vermuten, dass Vučić Ministerpräsident werden will. Das Vorhaben erinnert ein wenig an die Rochade von Kremlchef Wladimir Putin und Dmitri Medwedew im Jahr 2008.
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Jahrelang verschwunden, nun im Nato-Meer: Putins mutmaßliche Yacht „Graceful“ ist zurück und fährt im Schutz russischer Kriegsschiffe durch die Ostsee. Was steckt dahinter?
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Videos aus der Region Pensa sorgen in Russland für Aufsehen: Uniformierte zwingen Männer in Busse, Passanten leisten Widerstand. Für den Kreml sind die Razzien ein Testlauf.
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Russland hat mehr als 5000 Quadratkilometer des Donbass noch immer nicht erobert. Bis zum Jahresende soll es gelingen, nun aber wirklich. Der ukrainische Präsident reagiert mit einer Auflistung des Scheiterns.
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Zum Schluss möchte ich Ihnen eine Frage stellen: Welche Geschichten aus der Ukraine interessieren Sie am meisten? Sind es die menschlichen Schicksale? Die geopolitischen Erklärstücke? Die Reportage von vor Ort? Oder die Interviews mit Militärexperten? Schreiben Sie mir gern, ich bin gespannt auf den Querschnitt der Antworten.
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