Direkt zum Hauptbereich

+ Ist die Kritik an Oberbefehlshaber Syrskyj berechtigt? + Kreml setzt keine Hoffnungen in Burnham + Urlaub in Odessa: zwischen Sandburg und Raketenalarm +

‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ 
Ist die Kritik an Oberbefehlshaber Syrskyj berechtigt? + Zu sorglos am Strand von Odesa? + Geschätzte Schäden nach Angriff auf „russisches Amazonlager“ +

Liebe Leserinnen und Leser,

als ich gestern den ukrainischen Militärexperten Mykola Bielieskov am Telefon hatte, freute ich mich. Er ist kein großer Kritiker des Oberbefehlshabers Oleksandr Syrskyj – im Gegensatz zu vielen ukrainischen Soldaten, anderen Militärexperten und Teilen der ukrainischen Zivilgesellschaft.

Seit vergangener Woche (Sie erinnern sich noch an ) hörte ich von meinen Kontakten aus der Ukraine nur Kritik an Syrskyj. Gut begründete Kritik. Aus unterschiedlichen Milieus, von Expert:innen, Zivilisten und Militärs. Aber irgendwo, dachte ich mir, muss es jemanden geben, der das anders sieht.

Bielieskov sagte mir gleich: „Es ist komplizierter als ‚altmodisch‘ gegen ‚technikaffin‘.“

Aber von Anfang an: Oberbefehlshaber Syrskyj, geboren und ausgebildet zu Sowjetzeiten, gilt als Kommandeur der „alten Schule“. Einer, der Soldaten in verlustreiche Schlachten schickt, obwohl das nicht unbedingt nötig gewesen wäre – was ihm unter manchen Soldaten den Spitznamen „der Schlächter“ einbrachte.

Fedorow hingegen ist jung, setzt auf Digitalisierung und will mit dem großflächigen Einsatz von Drohnen Verluste an der Front vermeiden. Außerdem wollte er als Verteidigungsminister Korruption im Rüstungssektor bekämpfen. Das macht ihn besonders unter jungen Menschen beliebt.

Wie Bielieskov dieses Narrativ infrage stellt – und was der renommierte Militärexperte Gustav Gressel zu Syrskyj sagt, .

Anzeige
Der Tagesspiegel im Überblick: Lernen Sie unsere Berichterstattung kennen – zwei Monate lang für 2 €. Erhalten Sie Zugang zu sorgfältig recherchierten Inhalten, Reportagen und Analysen zu aktuellen Themen aus Berlin und der Welt. Monatlich stehen Ihnen über 1.000 exklusive Artikel zur Verfügung. Jetzt im Probe-Abo entdecken

Die 5 wichtigsten Nachrichten des Tages

260720 -- LONDON, July 20, 2026 -- Andy Burnham delivers his first speech as British prime minister outside 10 Downing Street in London, Britain, July 20, 2026. British Labour Party leader Andy Burnham officially became Britain s prime minister on Monday after King Charles III invited him to form a government.  SpotNews BRITAIN-LONDON-BURNHAM-NEW PM LixYing PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Neuer britischer Premier Andy Burnham: Kann er Bewegung in die festgefahrenen Ukraine-Verhandlungen bringen? (Bild: Imago)

Der Kreml hat nach eigenen Angaben „keine Hoffnung“ auf bessere Beziehungen zu Großbritannien unter dem neuen britischen Premierminister Andy Burnham. „Eine seiner ersten Amtshandlungen war, Beistandsbekundungen für die Ukraine abzugeben und damit zu zeigen, dass er alles in seiner Macht Stehende tun wird, um den Krieg fortzusetzen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.
Bei russischen Angriffen in der Ukraine sind mindestens drei Menschen getötet worden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von zwei Todesopfern und mehreren Verletzten in Saporischschja im Südosten des Landes. Russland habe mit Gleitbomben ein gewöhnliches mehrstöckiges Wohnhaus angegriffen, schrieb Selenskyj in sozialen Medien.
Die Zahl der getöteten Zivilisten im Ukraine-Krieg ist nach Angaben der Vereinten Nationen stark gestiegen. In der ersten Jahreshälfte habe die UN-Menschenrechtsmission in der Ukraine „1396 zivile Todesopfer und 7978 verletzte Zivilisten dokumentiert“, erklärte deren Leiterin Danielle Bell. Dies entspreche einem Anstieg von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allein am Montag waren bei gegenseitigen Angriffen der Ukraine und Russlands mindestens 14 Menschen getötet worden.
Nordkorea hat seine Unterstützung für Russlands Krieg gegen die Ukraine bekräftigt. Pjöngjangs Rückendeckung für die „gesamte Innen- und Außenpolitik der Russischen Föderation“ sei „unerschütterlich“, erklärte die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA anlässlich eines Besuchs der nordkoreanischen Außenministerin Choe Son Hui in Moskau.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat der Ukraine nach eigenen Angaben im Rahmen seines Hilfsprogramms Zugang zu weiteren Hilfszahlungen in Höhe von 690 Millionen Dollar (604 Millionen Euro) gegeben. Nach einer Prüfung des Kreditprogramms habe er Kyjiw sofortigen Zugriff auf die Gelder genehmigt, teilte der IWF mit. Damit belaufen sich die seit Jahresbeginn an die Ukraine getätigten Auszahlungen auf 2,2 Milliarden Dollar.

Mehr News zum Kriegsgeschehen lesen .

Zitat des Tages

Odessa Große Treppe mit ausgebranntem Hotel

Odessas Große Treppe: im Hintergrund ein ausgebranntes Hotel. (Bild: Marco Zschieck)

„Schlimm ist das. Viele Besucher sind zu sorglos.“

Das sagt Lidia aus Odesa meinem Kollegen Marco Zschieck. Der war vor nicht allzu langer Zeit vor Ort am Badestrand der Schwarzmeerstadt. Lidia kassiert Geld am Eingang der öffentlichen Strandtoilette. Sie habe miterlebt, wie eine Frau von einem Drohnensplitter am Hals getroffen worden war – und starb.

Trotz solcher Fälle boomt die Urlaubssaison. Wie erholsam es am Strand von Odesa wirklich ist und was ukrainische Touristen dazu sagen, .

Hintergrund und Analyse

New recruits of the 1st Da Vinci Wolves Separate Mechanized Battalion, named after Dmytro Kotsiubailo, rest during a military exercise, amid Russia's attack on Ukraine, in an undisclosed location, in Central Ukraine March 12, 2024. REUTERS/Viacheslav Ratynskyi
Der geschasste Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow schaffte es nicht, die Rekrutierung zu reformieren. Doch die Ukraine benötigt mehr Soldaten. Warum scheitert der Staat immer wieder daran?
TOPSHOT - Local residents walk past the smoke of a fire at the Russian e-commerce firm Wildberries' logistics complexes in the town of Elektrostal outside Moscow on July 18, 2026. A Ukrainian drone attack on two logistics centres in Russia killed eight people and injured 24, officials said on July 18, 2026, when the Moscow region reported a new wave of drone strikes. Russian e-commerce firm Wildberries said its logistics complexes in Kotovsk and Elektrostal, in the Tambov and Moscow regions respectively, came under attack. One person was killed and 37 were injured at the Elektrostal warehouse, according to the region's governor, Andrei Vorobyov. (Photo by TATYANA MAKEYEVA / AFP)
Bisher zielte die Ukraine bei ihren Gegenangriffen auf Ölraffinerien und Militärinfrastruktur. Nun traf es zwei Logistikzentren des größten russischen Onlinehändlers. Der Schaden scheint enorm zu sein.

Wir lesen uns am Donnerstag wieder, wenn Sie mögen.

Ob Syrskyj dann noch Oberbefehlshaber ist, darüber .

Bis dann!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog