Ein Newsletter zum Krieg in der Ukraine – direkt aus dem Ressort Internationales.
Ist die Kritik an Oberbefehlshaber Syrskyj berechtigt? + Zu sorglos am Strand von Odesa? + Geschätzte Schäden nach Angriff auf „russisches Amazonlager“ +
Liebe Leserinnen und Leser,
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als ich gestern den ukrainischen Militärexperten Mykola Bielieskov am Telefon hatte, freute ich mich. Er ist kein großer Kritiker des Oberbefehlshabers Oleksandr Syrskyj – im Gegensatz zu vielen ukrainischen Soldaten, anderen Militärexperten und Teilen der ukrainischen Zivilgesellschaft.
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Seit vergangener Woche (Sie erinnern sich noch an Selenskyjs plötzlichen Regierungsumbau und die Proteste dagegen?) hörte ich von meinen Kontakten aus der Ukraine nur Kritik an Syrskyj. Gut begründete Kritik. Aus unterschiedlichen Milieus, von Expert:innen, Zivilisten und Militärs. Aber irgendwo, dachte ich mir, muss es jemanden geben, der das anders sieht.
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Bielieskov sagte mir gleich: „Es ist komplizierter als ‚altmodisch‘ gegen ‚technikaffin‘.“
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Aber von Anfang an: Oberbefehlshaber Syrskyj, geboren und ausgebildet zu Sowjetzeiten, gilt als Kommandeur der „alten Schule“. Einer, der Soldaten in verlustreiche Schlachten schickt, obwohl das nicht unbedingt nötig gewesen wäre – was ihm unter manchen Soldaten den Spitznamen „der Schlächter“ einbrachte.
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Fedorow hingegen ist jung, setzt auf Digitalisierung und will mit dem großflächigen Einsatz von Drohnen Verluste an der Front vermeiden. Außerdem wollte er als Verteidigungsminister Korruption im Rüstungssektor bekämpfen. Das macht ihn besonders unter jungen Menschen beliebt.
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Wie Bielieskov dieses Narrativ infrage stellt – und was der renommierte Militärexperte Gustav Gressel zu Syrskyj sagt, lesen Sie in meiner Analyse .
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Die 5 wichtigsten Nachrichten des Tages
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Neuer britischer Premier Andy Burnham: Kann er Bewegung in die festgefahrenen Ukraine-Verhandlungen bringen? (Bild: Imago)
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Der Kreml hat nach eigenen Angaben „keine Hoffnung“ auf bessere Beziehungen zu Großbritannien unter dem neuen britischen Premierminister Andy Burnham. „Eine seiner ersten Amtshandlungen war, Beistandsbekundungen für die Ukraine abzugeben und damit zu zeigen, dass er alles in seiner Macht Stehende tun wird, um den Krieg fortzusetzen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. |
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Bei russischen Angriffen in der Ukraine sind mindestens drei Menschen getötet worden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von zwei Todesopfern und mehreren Verletzten in Saporischschja im Südosten des Landes. Russland habe mit Gleitbomben ein gewöhnliches mehrstöckiges Wohnhaus angegriffen, schrieb Selenskyj in sozialen Medien. |
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Die Zahl der getöteten Zivilisten im Ukraine-Krieg ist nach Angaben der Vereinten Nationen stark gestiegen. In der ersten Jahreshälfte habe die UN-Menschenrechtsmission in der Ukraine „1396 zivile Todesopfer und 7978 verletzte Zivilisten dokumentiert“, erklärte deren Leiterin Danielle Bell. Dies entspreche einem Anstieg von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allein am Montag waren bei gegenseitigen Angriffen der Ukraine und Russlands mindestens 14 Menschen getötet worden. |
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Nordkorea hat seine Unterstützung für Russlands Krieg gegen die Ukraine bekräftigt. Pjöngjangs Rückendeckung für die „gesamte Innen- und Außenpolitik der Russischen Föderation“ sei „unerschütterlich“, erklärte die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA anlässlich eines Besuchs der nordkoreanischen Außenministerin Choe Son Hui in Moskau. |
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Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat der Ukraine nach eigenen Angaben im Rahmen seines Hilfsprogramms Zugang zu weiteren Hilfszahlungen in Höhe von 690 Millionen Dollar (604 Millionen Euro) gegeben. Nach einer Prüfung des Kreditprogramms habe er Kyjiw sofortigen Zugriff auf die Gelder genehmigt, teilte der IWF mit. Damit belaufen sich die seit Jahresbeginn an die Ukraine getätigten Auszahlungen auf 2,2 Milliarden Dollar. |
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Odessas Große Treppe: im Hintergrund ein ausgebranntes Hotel. (Bild: Marco Zschieck)
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„Schlimm ist das. Viele Besucher sind zu sorglos.“
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Das sagt Lidia aus Odesa meinem Kollegen Marco Zschieck. Der war vor nicht allzu langer Zeit vor Ort am Badestrand der Schwarzmeerstadt. Lidia kassiert Geld am Eingang der öffentlichen Strandtoilette. Sie habe miterlebt, wie eine Frau von einem Drohnensplitter am Hals getroffen worden war – und starb.
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Der geschasste Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow schaffte es nicht, die Rekrutierung zu reformieren. Doch die Ukraine benötigt mehr Soldaten. Warum scheitert der Staat immer wieder daran?
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Bisher zielte die Ukraine bei ihren Gegenangriffen auf Ölraffinerien und Militärinfrastruktur. Nun traf es zwei Logistikzentren des größten russischen Onlinehändlers. Der Schaden scheint enorm zu sein.
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Wir lesen uns am Donnerstag wieder, wenn Sie mögen.
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