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+ Luftangriff auf Kiewer Höhlenkloster + Putin soll Treffen mit Selenskyj bei G7 abgelehnt haben + Nach Iran-Vereinbarung: Hoffnung auf neue Ukraine-Diplomatie? +

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+ Putin soll Treffen mit Selenskyj bei G7 abgelehnt haben + Nach Iran-Vereinbarung: Hoffnung auf neue Ukraine-Diplomatie?

Liebe Leserinnen und Leser,

an die Bilder brennender Häuser in der Ukraine haben wir uns leider längst gewöhnt. Doch das Kyjiwer Höhlenkloster, auf Ukrainisch Petscherska Lawra, in Flammen zu sehen, hat mich tieftraurig gemacht. Das Unesco-Weltkulturerbe wurde bei einem russischen Großangriff in der Nacht zu Montag getroffen.

Bei einem Besuch der ukrainischen Hauptstadt war ich häufig in der Gegend rund um das Kloster unterwegs. Die goldenen Barocktürme glänzten in der Sonne, das Gebäude aus dem 11. Jahrhundert strahlte historische Monumentalität aus. Eine Aura, vergleichbar mit der Notre-Dame-Kathedrale in Paris.

Diese Analogie zog der französische Außenminister Jean-Noël Barrot am Montagmorgen. Er sagte: „Dies ist ein Unesco-Weltkulturerbe, was für uns in Frankreich so wäre, als ob Notre-Dame oder Saint-Denis bombardiert worden wären.“ Das Kyjiwer Höhlenkloster gilt als eines der Zentren der Orthodoxie, es überstand die Herrschaft der Mongolen vom 12. bis zum 15. Jahrhundert und bekam rund 200 Jahre später den Ehrentitel „Lawra“ verliehen.

In der jüngeren ukrainischen Geschichte war die Lawra umstritten. Der Grund: Die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche, die vor der Vollinvasion als moskautreu galt, war „Pächterin“ des Klosters. Die ukrainische Regierung befürchtete, die Institution könnte nur formell mit Russland gebrochen haben. Die Kirche musste die Lawra letztlich räumen.

Russlands Angriff hat ein historisches Monument getroffen, das zuvor für die Frage stand: Wie geht eine Gesellschaft im Krieg mit Dissens um? Und wo verläuft die Grenze zwischen dem Schutz vor der Einflussnahme Russlands und, in diesem Fall, der Beschneidung der Religionsfreiheit?

Doch seit heute steht die Lawra nur noch für eines: Russlands Kriegsverbrechen.

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Die wichtigsten Nachrichten des Tages

Ukrainische Flugabwehr hält trotz Rekordangriffen Russlands hohe Erfolgsquote. Die ukrainische Luftverteidigung hält trotz der beispiellosen Intensität russischer Luftangriffe weiterhin eine hohe Erfolgsquote aufrecht. Demnach zerstörten die ukrainischen Streitkräfte im Mai 2026 mehr als 57.000 feindliche Luftziele. Die Abfangquote von Raketen und Drohnen lag dabei bei über 88 Prozent. Das deckt sich übrigens mit dem, was mir Marcus Welsch, OSINT-Analyst und Verfasser des „Luftkriegsmonitors“ von der Konrad-Adenauer-Stiftung, vor einiger Zeit zur Verfasstheit der ukrainischen Flugabwehr sagte. .
Zwei Brücken zur Krim bei Drohnenangriff beschädigt. Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sind zwei Brücken zwischen dem russisch kontrollierten Teil der ukrainischen Region Cherson und der Halbinsel Krim beschädigt worden. Der Verkehr sei ausgesetzt worden, teilt der von Russland eingesetzte Gouverneur Wladimir Saldo auf Telegram mit. Mehr zur .
Putin soll Treffen mit Selenskyj bei G7 abgelehnt haben. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eigenen Angaben zufolge ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin während des G7-Gipfels in Frankreich vorgeschlagen. Putin sei dazu jedoch nicht bereit, sagte Selenskyj vor der Presse bei seinem Besuch des Höhlenklosters in Kyjiw. Eine Bestätigung von russischer Seite gab es bislang nicht. (Reuters)
EU beschließt neue Russland-Sanktionen und arbeitet bereits an mehr. Die Europäische Union hat neue Russland-Sanktionen beschlossen. Insgesamt wurden 34 Personen und 47 Einrichtungen, die den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine unterstützen, auf die Sanktionsliste gesetzt, wie der EU-Rat mitteilte. Die Strafmaßnahmen richten sich insbesondere gegen den russischen Militär- und Industriekomplex sowie gegen die sogenannte Schattenflotte von Öl- und Gastankern. (Reuters)

Zitat des Tages

„Ich will niemanden töten. Ist das zu viel verlangt?“

Yuri, ein Moskauer in seinen Zwanzigern, war im Herbst 2022 zu Besuch bei seinem Bruder in Berlin. Zur selben Zeit kündigte Wladimir Putin die Teilmobilmachung in Russland an. Yuri entschied sich, nicht in seine Heimat zurückzukehren. Also stellte er hier einen Asylantrag. Meine Kolleg:innen Clara Wollmann, Jan Krüßmann und Daniel Dörffler haben ihn getroffen. Sie beschreiben die Zeit, die für Yuri folgte, als „Odyssee, die typisch ist für Menschen, die sich dem Einsatz in der russischen Kriegsmaschinerie zu entziehen versuchen“.

Wie der Irrweg (vorläufig) für Yuri endete, .

Mich würde Ihre Meinung interessieren: Soll Deutschland Russen, die sich dem Kriegsdienst entziehen wollen, Asyl gewähren?

Hintergründe und Analyse

DUSHANBE, TAJIKISTAN - OCTOBER 9: (RUSSIA OUT) Russian President Vladimir Putin grimases during a Russian-Tajik meeting, on October 9, 2025 in Dushanbe, Tajikistan. Putin is in Tajikistan for a three-day visit. (Photo by Contributor/Getty Images)
Herbe Kriegsverluste, interne Kritik und Angst vor einem Putsch: Der Kremlchef wirkt so schwach wie selten zuvor. Experten analysieren, ob sich ein Putsch abzeichnet.
Thi video grab made on a footage published by Ukrainian media outlet ZN.UA show the launch of long-range cruise missiles known as Flamingo, as President Volodymyr Zelensky said on August 21 that Ukraine had tested the missile. Equipped with a 1,150-kilogram warhead and a range of more than 3,000 kilometres, it represents a major advance in Ukraine's strike capabilities, with Zelensky adding that mass production could begin by February. (Photo by Handout / ZN.UA / AFP)
Ein deutscher Waffenbauer hat Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Unternehmen Fire Point bekundet. Profitieren könnten beide Seiten.

Was diese Woche wichtig wird

+++ Trump kann Waffenstillstand. Also doch! Zwischenzeitlich schien es, als hätte der Ex-Anwärter auf den Friedensnobelpreis sich in einen nicht enden wollenden Krieg mit Iran begeben. Seine großen Ambitionen in der Friedensvermittlung (wir erinnern uns: „Ich habe sechs Kriege in sechs Monaten beendet“, eine von August 2025) hatte er in Bezug auf die Ukraine zuletzt vernachlässigt.

+++ Die weckt nun die Hoffnung, dass wieder Bewegung in die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine kommt. Am Dienstag wird Selenskyj zu einer Arbeitssitzung zusammen mit Trump erwartet. Gleichzeitig wollen die Europäer ihren Platz am Verhandlungstisch sichern. Offenbar sollen auch der US-Sonderbeauftragte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner bald wieder nach Russland reisen. Bewegung ist jedenfalls wieder drin. Wohin sie führt, und ob sie in Schleifen verläuft, bleibt abzuwarten.

Ich hoffe, Sie sind gut in die Woche gestartet. Falls Sie Fragen, Anregungen oder Kritik haben, . Ansonsten lesen wir uns am Mittwoch wieder. Bis bald!

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