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+ Wie Kiew in der Antarktis um Einfluss ringt + Trump sieht baldiges Ende des Ukraine-Kriegs + Russland testet Interkontinentale Sarmat-Rakete +

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US-Präsident Trump sieht baldiges Ende des Kriegs gegen die Ukraine, Russland testet lange angekündigte Sarmat-Interkontinentalrakete. Der Nachrichtenüberblick.

Liebe Leserinnen und Leser,

fast 15.000 Kilometer von Kiew entfernt hält die Ukraine auch im vierten Kriegsjahr an einem Ort fest, der auf den ersten Blick wenig mit dem Verteidigungskampf des Landes zu tun hat: einer kleinen Forschungsstation auf einer Felseninsel vor der antarktischen Halbinsel. Auf der Station Wernadsky arbeiten derzeit 14 Ukrainerinnen und Ukrainer – Meteorologen, Biologen, Geophysiker und Techniker. Für Kiew ist ihre Präsenz dort längst mehr als Wissenschaft, berichtet „Politico“ ().

Die Ukraine betrachtet ihre Antarktisstation demnach als geopolitischen Außenposten. Denn nur Staaten mit dauerhafter wissenschaftlicher Präsenz sitzen bei den Entscheidungen des mit am Tisch. Dort geht es um Fischerei, Tourismus, Umweltauflagen und zunehmend auch um strategische Fragen rund um Rohstoffe und Einflusszonen. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete die Polarpräsenz deshalb zuletzt als Instrument nationaler Sicherheit und als Mittel gegen Russlands Expansion auch in den Polarregionen.

Die ukrainische Präsenz in der Antarktis entstand nach dem Zerfall der Sowjetunion. Damals gingen die sowjetischen Forschungsstationen an Russland über, ukrainische Wissenschaftler standen plötzlich ohne eigene Basis da. 1996 dann kaufte die Ukraine Großbritannien die frühere Faraday-Station für ein symbolisches Pfund ab und benannte sie später in Wernadsky um. Acht Jahre später erhielt das Land dadurch volles Mitspracherecht im Antarktisvertragssystem.

Seit Beginn des russischen Großangriffs hat sich die Bedeutung dieser Präsenz noch einmal verändert. Nach Angaben einer Sprecherin des s haben sich seit 2022 insgesamt 32 Polarwissenschaftler und Mitarbeiter freiwillig zur Armee gemeldet. Mehrere wurden schwer verletzt. Gleichzeitig versucht die Ukraine, ihre Forschungskooperationen diplomatisch zu nutzen. Mexiko arbeitet inzwischen mit ukrainischen Forschern zusammen, obwohl das Land offiziell neutral im Krieg bleibt.

Der Krieg hat auch die eigentlich auf Konsens angelegte Antarktis-Diplomatie bereits verändert. Russland und China blockieren strengere Umweltauflagen und neue Schutzgebiete. Westliche Staaten werfen Moskau inzwischen offener vor, in der Antarktis nach Rohstoffen zu suchen. Die Ukraine setzt dagegen auf Sichtbarkeit: mit Kooperationen, dem Forschungsschiff „Noosfera“ undt, der den Alltag, die Tierwelt und die Geschichte von Wernadsky zeigt.

DIE WICHTIGSTEN NACHRICHTEN DES TAGES

09.05.2026, Russland, Moskau: Der russische Außenminister Sergej Lawrow nimmt an einem Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem slowakischen Premierminister Robert Fico teil. Foto: Ramil Sitdikov/Pool Reuters/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat mangelnde Fortschritte der Beziehungen zwischen den USA und Russland beklagt.

Einem Bericht zufolge haben Russlands oberste militärische Befehlshaber Wladimir Putin davon überzeugt, dass ihre Streitkräfte bis zum Herbst den gesamten Donbass einnehmen könnten.
Russland hat einen erfolgreichen Test der seit Jahren angekündigten Interkontinentalrakete vom Typ Sarmat bekannt gegeben. Es handle sich um das „mächtigste Raketensystem der Welt“, sagte Kreml-Chef Wladimir Putin. Das System soll bis Jahresende einsatzbereit sein.
Brüssel will Gaslieferungen aus Russland bis 2027 beenden. Doch eine neue Studie zeigt: Bei LNG erreichen Importe in die EU den höchsten Stand seit Kriegsbeginn. Einige EU-Länder nehmen besonders große Mengen ab. .
Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht trotz der Wiederaufnahme des Dialogs mit den USA unter Präsident Donald Trump keine echten Fortschritte in den bilateralen Beziehungen. Der Austausch mit der Regierung in Washington verlaufe ähnlich wie unter Trumps Vorgänger Joe Biden, erklärte Lawrow in einem Interview. Mehr dazu.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat US-Präsident Donald Trump aufgefordert, bei seinem Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping in Peking über die Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges zu sprechen.
Die USA haben nach Angaben von Verteidigungsminister Pete Hegseth zusätzliches Militärpersonal in die Ukraine entsandt, um Erfahrungen mit dem Einsatz von Drohnen im Krieg zu sammeln. Hegseth äußerte sich dazu bei einer Anhörung im US-Senat. Die amerikanische Armee wolle die in der Ukraine gewonnenen Erkenntnisse möglichst schnell in die eigenen Streitkräfte integrieren, sagte der Pentagonchef.
Der Brennstoffzellen-Anbieter SFC Energy teilte mit, eine Bestellung über rund 42,7 Millionen Euro bekommen zu haben. Die mobilen Energiesysteme sollen dienen unter anderem dazu dienen, Drohnen aufzuladen und Kommunikationsgeräte mit Strom zu versorgen.
US-Präsident Trump hält ein baldiges Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine für möglich. Zugleich bestritt er, dass es eine Absprache mit Kremlchef Wladimir Putin gebe, wonach Russland den gesamten Donbass erhalten solle.
Ein russischer Zerstörer liegt derzeit vor der Insel Fehmarn. Dies bestätigte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin. Man gehe davon aus, dass Russland mit seinen Kriegsschiffen die eigenen Schiffe der „Schattenflotte“ überwachen wolle, so der Sprecher.
Hilfen im Wert von 400 Millionen US-Dollar sollen laut Aussagen von US-Verteidigungsminister Hegseth wie geplant der Ukraine zur Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg zufließen. Das Pentagon wolle mit dem für Europa zuständigen Regionalkommando (Eucom) zusammenarbeiten, um die Mittel „entsprechend und ordnungsgemäß auszugeben“, sagte Hegseth vor einem Senatsausschuss.

HINTERGRUND UND ANALYSE

EINMALIGE VERWENDUNG FÜR IM GESPRÄCH - SONST KOSTENPFLICHTIG Marija Wladimirowna Aljochina - Pussy Riot 
Sie verbrachte zwei Jahre in einer russischen Strafkolonie. Jetzt lernte die Performance-Künstlerin Maria Aljochina in der Ukraine schießen. Ein Gespräch über Putin, bewaffneten Widerstand und ihr Leben im Westen.
FILE PHOTO: Bosnia's international High Representative Christian Schmidt looks on during an interview with Reuters in Sarajevo, Bosnia and Herzegovina, October 10, 2023. REUTERS/Antonio Bronic/File Photo
Der Hohe Repräsentant Bosniens tritt zurück – doch offenbar nicht ganz freiwillig. Analysten vermuten einen politischen Tauschhandel. Auch ein Bauprojekt zweier Trump-Vertrauter könnte eine Rolle spielen.

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