Ein Newsletter zum Krieg in der Ukraine - direkt aus dem Tagesspiegel-Newsroom.
Moskau meldet Attacken auf Krim, Häfen und Militäranlagen, Röttgen spricht sich weiter für Taurus-Lieferung aus, Russland erlaubt Banken Drohnenabwehr. Der Nachrichtenüberblick.
Liebe Leserinnen und Leser,
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die Ukraine hat nicht genug Abfangraketen, um alle russischen Drohnen und Raketen mit Flugabwehrsystemen abzuschießen. Deshalb wird ein anderes Mittel noch wichtiger als bisher schon: elektronische Kriegsführung. Ein ukrainisches System namens Lima soll seit einiger Zeit Waffen nicht zerstören, sondern von ihrem Ziel abbringen.
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Das System ergänzt die klassische Luftverteidigung in einer Phase, in der Abfangraketen knapp sind, wie „Politico“ berichtet hat (Quelle hier). Entwickelt vom ukrainischen Rüstungs-Startup Cascade Systems, gehört Lima nicht zur klassischen Flugabwehr. Es schießt keine Raketen ab, sondern greift ihre Navigation an, indem es Satellitensignale stört oder falsche Koordinaten einspeist. Russische Drohnen, Marschflugkörper und nach Angaben ukrainischer Militärs inzwischen auch bestimmte ballistische Raketen sollen dadurch vom Kurs abkommen.
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Der Entwickler des Systems mit dem Rufnamen Alchemist, der zugleich eine ukrainische Einheit für elektronische Kriegsführung führt, beschreibt den Effekt: Lima könne russische Raketen mehrere Kilometer vom Ziel wegführen, „in Felder statt auf ihre Ziele“. Bei früheren Angriffen seien russische Waffen nach Darstellung der Entwickler sogar mit Koordinaten aus Peru „getäuscht“ worden. Ihre Navigation sollte dadurch den eigenen Standort falsch berechnen.
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Für die Ukraine ist das auch eine Kostenfrage. Eine Lima-Einheit kostet laut Cascade bis zu drei Millionen Hrywnja, etwa 58.000 Euro. Für den Schutz einer Großstadt veranschlagt das Unternehmen 30 bis 100 Einheiten, insgesamt rund fünf Millionen Euro. Das entspricht ungefähr dem Preis einer einzelnen Patriot-PAC-3-Abfangrakete. Cascade Systems gibt an, bereits mehr als 400 Systeme geliefert zu haben. In den vergangenen 18 Monaten hätten Lima-Anlagen 20.500 Shahed-Drohnen gestört sowie Dutzende ballistische Raketen und Marschflugkörper fehlgeleitet.
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Cascade Systems entwickelte erste Versionen von Lima bereits 2022 gegen russische Marschflugkörper. Nach Angaben der Entwickler dauerte es jedoch Jahre, bis die Skepsis in Regierung und Armeeführung überwunden war. Mehr als zwei Millionen Dollar steckte das Unternehmen zunächst aus eigenen Mitteln in die Entwicklung. Erst Ende vergangenen Jahres erhielt Cascade staatliche Aufträge.
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Seitdem ist Lima Teil der ukrainischen Luftverteidigung. Die Entwickler passen das System nach eigenen Angaben laufend an russische Waffen an, analysieren Einschläge und empfehlen dem Generalstab, wo es eingesetzt werden soll. „Der Krieg entwickelt sich permanent weiter“, sagt Alchemist.
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Sewastopol auf der Krim. Auf der von Russland besetzten Halbinsel gab es in der Nacht massive ukrainische Drohnenangriffe.
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DIE WICHTIGSTEN NACHRICHTEN DES TAGES
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Der Ukraine gelingen immer öfter Schläge hinter der Frontlinie. Das erschwert der russischen Armee weitere Eroberungen. US-Experten sehen ein Zeitfenster, den Schaden für Russland zu erhöhen. Mehr dazu hier. |
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Europa läuft Gefahr, Moskaus momentane Schwäche ungenutzt verstreichen zu lassen – weil es sich im vermeintlich sicheren Status quo eingerichtet hat, meint Konfliktforscher Niklas Balbon. Mehr dazu hier. |
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Um immer neue Rekruten in den verlustreichen Angriffskrieg gegen die Ukraine schicken zu können, lockt Russland Soldaten nun mit einem Schuldenerlass. Es ist die nächste einer Reihe von Methoden. Mehr dazu hier. |
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Andrij Melnyk hält die EU für einen guten Vermittler im Krieg gegen Russland. Der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel traut er die Aufgabe aber nicht zu. Mehr dazu hier. |
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Trotz der Entwicklung weitreichender Waffen durch die Ukraine selbst hat sich der CDU-Politiker Norbert Röttgen weiter dafür ausgesprochen, dem Land Taurus-Marschflugkörper aus Bundeswehr-Beständen zu liefern. Mehr dazu in unserem Newsblog. |
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Russland will keine Vereinbarung mit der Ukraine unterzeichnen, solange zentrale Forderungen des Kremls nicht erfüllt sind. Das sagte Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja bei einem Briefing der Vereinten Nationen. |
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Russland hat seine Angriffe mit ballistischen Raketen auf die Ukraine zuletzt deutlich ausgeweitet. Nach Einschätzung von Bloomberg versucht Moskau damit, die ukrainische Luftverteidigung zu überlasten und die Bevölkerung zu zermürben. |
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Polen strebt eine möglichst enge diplomatische Beziehung zu Großbritannien mit einem Schwerpunkt auf der Verteidigung gegen Russland an. |
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In der Nacht wurden in mehreren Regionen Russlands sowie in den besetzten ukrainischen Gebieten Explosionen und Brände gemeldet. Ziele der Angriffe waren nach Berichten ukrainischer und russischer Monitoring-Kanäle Militärflugplätze, Raffinerien, Industrieanlagen und Logistikobjekte. |
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Russland erlaubt der Zentralbank und anderen Finanzinstituten per Gesetz den Abschuss von Drohnen in Eigenregie. |
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Wer als Russe im Ausland gegen Moskaus Interessen auftritt, kann künftig den Zugriff auf seinen Besitz in der Heimat verlieren. Die russische Staatsduma hat ein entsprechendes Gesetz verabschiedet, das dieses umstrittene Vorgehen gegen andersdenkende Bürger im Exil legalisiert. |
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Europas Einfluss auf den russischen Machthaber und dessen Zukunft ist gering – hilflos ist der Kontinent dennoch nicht. Acht Schritte und die richtige Strategie sind entscheidend, schreibt Timothy Garton Ash.
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Lange schien sicher: Russland hat im Krieg gegen die Ukraine den längeren Atem. Doch jetzt stockt es an der Front, die Kriegskosten explodieren, im Volk rumort es – und das alles gleichzeitig.
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Vor drei Jahren schloss Potsdam eine Städtepartnerschaft mit Iwano-Frankiwsk. Vor wenigen Wochen verzeichnete die Stadt im Westen der Ukraine die ersten Todesopfer. Ein Besuch.
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