Ein Newsletter zum Krieg in der Ukraine - direkt aus dem Tagesspiegel-Newsroom.
Selenskyj wird an Nato-Gipfel in Ankara teilnehmen, Tote und Verletzte bei ukrainischem Angriff in Luhansk, Russland zieht ukrainische Kinder in sein Militärsystem. Der Nachrichtenüberblick.
Liebe Leserinnen und Leser,
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als im Februar Tausende Starlink-Terminals russischer Einheiten offline gingen, war schnell klar, dass Moskau ein wichtiges Werkzeug an der Front verlor. Jetzt beziffert der US-Militärgeheimdienst DIA in einer für den Kongress erstellten Bewertung die Folgen dieses Ausfalls: Die Ukraine habe danach in einer Offensive rund 400 Quadratkilometer zurückerobert. Darüber berichtet „Bloomberg“ (Quelle hier).
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Russische Einheiten hatten die Terminals demnach unerlaubt genutzt, um Bewegungen zu koordinieren und Drohnenangriffe zu steuern. Der Ausfall zeigt, wie stark dieser Krieg inzwischen von stabilen Verbindungen abhängt.
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Nach Einschätzung von DIA und US European Command wurden russische Fähigkeiten durch den Ausfall der Starlink-Terminals „vorübergehend, aber erheblich“ beeinträchtigt. Zugleich erschwerte Moskau die Nutzung von Telegram. Russische Behörden sperrten und drosselten den Messenger, obwohl viele russische Einheiten ihn auf dem Schlachtfeld nutzten.
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Doch der Vorsprung könnte nicht dauerhaft bleiben. Der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert „Madyar“ Browdi, warnte zuletzt in einem Interview, Russland arbeite bereits an eigenen satellitengestützten Frontsystemen nach dem Vorbild von Starlink. Russische Einheiten testeten demnach Prototypen, die die Verbindung zwischen Soldaten, Drohnen und Kommandostellen verbessern sollen. Die Prototypen seien noch „primitiv“, groß und leicht zu orten. „Aber es ist nur eine Frage der Zeit“, sagte Browdi.
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Browdi geht davon aus, dass Russland innerhalb eines Jahres ein eigenes Kommunikationsnetz entlang großer Teile der Front aufbauen könnte. Auch andere Berichte deuten darauf hin, dass Moskau kleinere Satellitenterminals einsetzt, um unabhängiger von westlicher Technik zu werden. Der Wettbewerb an der Front verlagert sich damit zunehmend in den Kommunikationsraum.
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DIE WICHTIGSTEN NACHRICHTEN DES TAGES
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Das beschädigte Internat im russisch besetzten Gebiet Luhansk. Nach russischen Angaben starben dort bei einem ukrainischen Drohnenangriff mindestens vier Menschen, 35 Kinder wurden verletzt.
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Der Krieg hat sich längst auf Russland ausgeweitet, weil ukrainische Drohnen an der russischen Abwehr vorbeifliegen. Sie offenbaren ein geografisches Problem, das der Kreml-Chef nicht lösen kann. Mehr dazu hier. |
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Seit Wochen warnt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Belarus davor, sich in Russlands Angriffskrieg hineinziehen zu lassen. Kyjiw bereite Reaktionen vor, sagte Selenskyj. Was bisher bekannt ist. |
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Die EU möchte ihre Kanäle nach Moskau wieder öffnen. Deshalb wird jetzt diskutiert, wer Europa in möglichen Friedensverhandlungen mit Putin vertreten könnte. Altkanzlerin Angela Merkel gehört zu den Favoriten. Mehr dazu hier. |
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Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der fast vollständig von Russland kontrollierten ostukrainischen Region Luhansk sind nach Angaben der Besatzungsbehörden mindestens vier Menschen getötet und 35 weitere verletzt worden. Mehr dazu in unserem Newsblog. |
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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird nach den Worten von Generalsekretär Mark Rutte am Nato-Treffen Anfang Juli in der türkischen Hauptstadt Ankara teilnehmen. |
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Der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR, Kyrylo Budanow, sieht Russland zunehmend gezwungen, seine Ziele im Krieg gegen die Ukraine zurückzunehmen. |
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Estland, Lettland und Litauen wollen nach den jüngsten Drohnenvorfällen im Baltikum bei den Nato-Verbündeten auf mehr Hilfe bei der Luftverteidigung dringen. |
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Nato-Generalsekretär Mark Rutte kritisierte, dass viele Länder unter den 32 Nato-Staaten „nicht genug für die Unterstützung der Ukraine ausgäben“. Als positive Beispiele nannte er unter anderem Deutschland. |
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Nach mehreren ukrainischen Drohnenangriffen in den vergangenen Tagen haben große Raffinerien in Zentralrussland ihre Produktion teilweise gedrosselt oder ganz eingestellt. Betroffen ist einem Bericht zufolge ein Viertel der gesamten russischen Raffineriekapazität. |
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Die Drohnenvorfälle an der Ostflanke des Bündnisses werden immer offensichtlicher zu einem Sicherheitsproblem – und spielen dem Kreml in die Hände.
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Zwei kleine Wasserflaschen und zwei Kekse für fünf Menschen: Abgemagerte ukrainische Soldaten posten Bilder von sich im Netz, um Hilfe an der Front zu bekommen. Der Tagesspiegel hat mit einigen gesprochen.
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Bundeskanzler Friedrich Merz will der Ukraine einen exklusiven Status als EU-Partner verschaffen. Das ist auch eine Chance für Europa.
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