Ein Newsletter zum Krieg in der Ukraine - direkt aus dem Tagesspiegel-Newsroom.
Kiewer Militär redet laut Selenskyj bei Straße von Hormus mit, Sabotage an Bahnstrecke in Belgorod, Angriff auf Öltanker-Terminal auf der Krim. Der Nachrichtenüberblick.
Liebe Leserinnen und Leser,
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humanitäre Hilfe folgt in Kriegen eigentlich einer klaren Logik: Fahrzeuge sind markiert, Einsätze werden angekündigt, das Völkerrecht soll schützen. In der Ukraine aber schützen solche Regeln und Kennzeichnungen die Helfer kaum vor Drohnenangriffen. Der „Kyiv Independent“ beschreibt, wie der Drohnenkrieg die Sicherheitskonzepte humanitärer Organisationen verändert hat. (Quelle hier).
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Bei einem Sicherheitstraining nahe Kiew üben Helferinnen und Helfer humanitärer Organisationen inzwischen, wie sie sich bei Angriffen kleiner FPV-Drohnen in Sicherheit bringen, deren Signale erkennen und binnen Sekunden reagieren. UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher sagte im März, Hilfsorganisationen hätten Mühe, mit dieser „Innovation des Tötens“ Schritt zu halten.
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Wie stark das die Arbeit der Helferinnen und Helfer einschränkt, schildert Roman Bohaiov von der Organisation East SOS. Drohnen hätten nahe der Front eine Art Gefahrenzone von rund zehn Kilometern geschaffen, sagt er. Einsätze, die früher trotz Kämpfen noch möglich gewesen seien, würden nun oft verhindert. Der Schutz durch sichtbare Logos und humanitäre Kennzeichnungen reicht aus Sicht vieler Helfer nicht mehr.
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Zum Schutz ihrer Einsätze können Organisationen ein UN-Meldesystem nutzen, bei dem beide Kriegsparteien vorab über eine Hilfsmission informiert werden. Einige Organisationen halten das Verfahren laut dem Bericht gerade für dringende Einsätze für problematisch, weil dabei auch die russische Armee mindestens drei Tage vorab über eine Mission informiert werden muss.
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Deshalb prüfen Hilfsorganisationen in der Ukraine auch technische Schutzmittel wie Drohnendetektoren. Deutlich umstrittener sind Störsender: Aus Sicht vieler humanitärer Organisationen verwischen sie die Grenze zur militärischen Beteiligung, weil sie Drohnen nicht nur erkennen, sondern deren Einsatz aktiv stören.
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DIE WICHTIGSTEN NACHRICHTEN DES TAGES
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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sein Angebot für eine Feuerpause an Russland erneuert.
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Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt vor russischen Hackerangriffen auf Internetrouter. Die Gruppe APT28 – auch unter den Namen Fancy Bear oder Forest Blizzard bekannt – habe weltweit anfällige Internetrouter des Herstellers TP-Link infiltriert. Mehr dazu hier. |
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Einem ukrainischen Geheimdienst zufolge spähten russische Satelliten im März US-Stützpunkte, Flughäfen und Ölfelder im Nahen Osten aus und gaben Daten an Teheran weiter. Zudem sollen russische und iranische Hacker in der Region eng zusammenarbeiten. Mehr dazu hier. |
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Vor dem Hintergrund einer vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sein Angebot für eine Feuerpause an Russland erneuert. Mehr dazu in unserem Newsblog. |
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Russland begrüßt die Feuerpause zwischen den USA und dem Iran und setzt nun darauf, dass die Friedensgespräche zur Ukraine wieder aufgenommen werden können. |
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Ukrainische Soldaten sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj an Beratungen über die Wiederherstellung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus beteiligt. Selenskyj stellte den Einsatz als Teil einer engeren Zusammenarbeit mit Golfstaaten dar. Die Ukraine liefere Sicherheitswissen, erhalte im Gegenzug aber auch Unterstützung für ihre Energieversorgung. |
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Russland hat die Ukraine in der vergangenen Nacht mit 176 Drohnen angegriffen. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe kamen dabei unter anderem Shahed-Drohnen sowie und weitere unbemannte Flugkörper zum Einsatz. Im nordostukrainischen Gebiet Sumy und im Kreis Saporischschja kamen zwei Menschen ums Leben. |
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Die pro-ukrainische Widerstandsgruppe Atesh hat nach eigenen Angaben eine Bahnstrecke im russischen Gebiet Belgorod sabotiert. Dadurch sei der Transport militärischer Güter in Richtung der Front bei Kupjansk gestört worden. |
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In der Nacht zum Mittwoch wurde im vorübergehend besetzten Feodossija auf der Krim ein maritimes Ölterminal angegriffen. Augenzeugen zufolge kam es auf dem Gelände der Aktiengesellschaft „Morskyi Naftovyi Terminal“ zu Explosionen, anschließend brach ein Großbrand aus. |
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Ein russischer Drohnenangriff hat in der Region Charkiw ein historisches Anwesen aus dem 19. Jahrhundert zerstört. Nach Angaben des ukrainischen Katastrophenschutzes wurde das 1835 erbaute Donts-Sacharżewski-Anwesen getroffen, das zwei Weltkriege und die Sowjetzeit überstanden hatte. |
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In Cherson haben die Behörden nach eigenen Angaben einen neuen Typ von Antipersonenminen entdeckt, den russische Truppen im Stadtgebiet verstreuen. |
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Die ukrainischen Streitkräfte setzen zunehmend auf bodengebundene robotische Systemean der Front. Wie das Ministerium für Verteidigung der Ukraine mitteilt, führten diese im März 2026 bereits mehr als 9000 Einsätze durch – ein deutlicher Anstieg innerhalb weniger Monate. |
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Die Ukraine und der Iran könnten in vieler Hinsicht unterschiedlicher kaum sein. Doch beide Staaten zeigen: Mit Guerilla-Taktik lassen sich auch militärisch überlegene Gegner zermürben.
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