Ein Newsletter zum Krieg in der Ukraine - direkt aus dem Tagesspiegel-Newsroom.
Tote bei Absturz von Militärflugzeug auf der Krim, Vormarsch russischer Truppen deutlich langsamer, Großbrand in russischer Petrochemie-Anlage. Der Nachrichtenüberblick.
Liebe Leserinnen und Leser, | | seit Beginn des Krieges kämpfen in der Ukraine auch russische Staatsbürger in ukrainischen Einheiten gegen Putins Armee. Doch wer aus dem Dienst ausscheidet, kann schnell in eine rechtliche Grauzone geraten. Der „Kyiv Independent" berichtet über fünf Männer aus der Legion „Freiheit Russlands", die nach eigenen Angaben von ihren Kommandeuren festgesetzt, zum Unterschreiben von Papieren zur Vertragsbeendigung gedrängt und anschließend an die ukrainischen Migrationsbehörden übergeben wurden (Quelle hier). | | Einer von ihnen ist Igor Boitschenko. Dem „Kyiv Independent" schildert er, wie er im September 2023 durch einen Fluss schwamm und über ein Minenfeld aus Russland in die Ukraine gelangte. Er sei nicht als Angreifer gekommen, sondern um sich der ukrainischen Armee anzuschließen. Später habe er als Scharfschütze gedient. Sein Konflikt mit dem Kommando habe begonnen, als er nach einer Operation nicht wieder in den Kampfeinsatz wollte. | | Die Anwältin der Männer sagte dem „Kyiv Independent", ihre Mandanten seien anschließend so lange festgehalten worden, bis die 90-Tage-Frist ablief, in der ausländische Freiwillige nach Vertragsende ihren Aufenthalt legalisieren können. Danach saßen sie laut dem Bericht fast sieben Monate, von Ende Mai bis Mitte November, in einem Abschiebegefängnis im Gebiet Mykolajiw. | | Für die Betroffenen geht es dabei nicht nur um ihren Status in der Ukraine. In Russland gelten Einheiten wie die Legion „Freiheit Russlands" als terroristische Organisationen. Eine Rückkehr könnte für diese Männer deshalb Haft, Folter oder Schlimmeres bedeuten. Wolodymyr Jaworskyj vom Zentrum für Bürgerrechte sagt dem „Kyiv Independent", der Fall verweise auf ein größeres Muster im Umgang mit solchen Kämpfern. | | Die ukrainische Migrationsbehörde hält zwar entgegen, Verstöße im Zusammenhang mit dem Militärdienst seien keine Grundlage für eine zwangsweise Ausweisung. An der Lage von Boitschenko und den übrigen vier russischen Freiwilligen ändert das laut dem Bericht jedoch nichts: Ihr Status bleibt ungeklärt, sie leben weiter ohne legalen Aufenthalt in der Ukraine. | | DIE WICHTIGSTEN NACHRICHTEN DES TAGES | | | | Ein russisches Militärflugzeug vom Typ Antonow An-26: Eine solche Maschine stürzte über der Krim ab (Bild: dpa) | | | • | Der Vormarsch russischer Truppen in der Ukraine hat sich seit Jahresbeginn deutlich verlangsamt. Das geht aus einer aktuellen Analyse des ISW hervor. Als Hauptgründe nennen die Analysten ukrainische Gegenangriffe sowie verstärkte Schläge gegen russische Ziele im rückwärtigen Raum. Mehr dazu hier. | | • | Bei dem Absturz eines russischen Militärflugzeugs auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim sind 29 Menschen ums Leben gekommen. Der Absturz habe eine technische Ursache, eine äußere Einwirkung sei nicht festgestellt worden, teilte das Ermittlungskomitee in Moskau mit. Mehr dazu in unserm Newsblog. | | • | Russland hat einen ukrainischen Vorschlag für eine Waffenruhe zu Ostern als PR-Aktion von Präsident Wolodymyr Selenskyj zurückgewiesen. Dessen Ziel sei es, Verluste des Militärs auszugleichen, die Armee neu zu gruppieren und die ukrainischen Streitkräfte auf die Fortsetzung der Kämpfe vorzubereiten, sagt die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. | | • | Russland hat nach eigenen Angaben die vollständige Kontrolle über die Region Luhansk in der Ostukraine übernommen. Dies teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit, wie die staatliche Nachrichtenagentur RIA meldet.. | | • | Bei einem Großbrand in einer Petrochemie-Anlage in der russischen Region Tatarstan kommen mindestens drei Menschen ums Leben, darunter ein Feuerwehrmann. 68 Menschen werden verletzt, teilt der Betreiber Sibur mit. | | • | Die ukrainische Luftverteidigung hat im März 2026 nach eigenen Angaben 5935 Luftziele abgefangen. Das entspricht 89,9 Prozent aller von Russland eingesetzten Drohnen und Raketen. Das teilte das ukrainische Verteidigungsministerium mit. | | • | Die EU drängt die Ukraine, bei zentralen Reformen voranzukommen: In einem Brief nennt Erweiterungskommissarin Marta Kos elf Reformschritte, die 2025 nicht fristgerecht umgesetzt wurden. Erst wenn Kiew sie nachholt, würden rund vier Milliarden Euro freigegeben. | | • | Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas plädiert dafür, für ein Ende des Ukraine-Kriegs den wirtschaftlichen Druck auf Russland noch einmal deutlich zu erhöhen und sprach sich für eine gemeinsames Vorgehen gegen die russische Schattenflotte aus. | | | Der Tagesspiegel im Überblick: Lernen Sie unsere Berichterstattung kennen – zwei Monate lang für 2 €. Erhalten Sie Zugang zu sorgfältig recherchierten Inhalten, Reportagen und Analysen zu aktuellen Themen aus Berlin und der Welt. Monatlich stehen Ihnen über 1.000 exklusive Artikel zur Verfügung. Jetzt im Probe-Abo entdecken
| | | | | | | | | Beim Drohnenabwehrprojekt Skyranger 30 der Bundeswehr kommt es zu erheblichen Verzögerungen von mindestens 16 Monaten. Die Bundeswehr wird die voll entwickelte Version erst ab 2029 erhalten. | | | | | | | Die Raffinerie PCK gehört mehrheitlich deutschen Töchtern des russischen Konzerns Rosneft. Seit Kurzem drohen keine US-Sanktionen mehr. Die Ostbeauftragte spricht von Planungssicherheit. | | |
Kommentare
Kommentar veröffentlichen