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+ „Donnyland“: Ukraine wollte Gebiet offenbar nach Trump benennen + EU gibt Milliardenkredit für Ukraine frei + Druschba-Pipeline wieder in Betrieb +

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EU bringt Milliarden-Kredit für Ukraine auf den Weg, Druschba-Pipeline wieder in Betrieb genommen, Russland riegelt offenbar die Krim weiter ab. Der Nachrichtenüberblick.

Liebe Leserinnen und Leser,

Donald Trumps Eitelkeit ist längst auch ein Faktor in der internationalen Politik – und Kiew wollte das offenbar gezielt nutzen. In den Ukraine-Gesprächen der vergangenen Monate soll die ukrainische Seite laut „New York Times“ einen ungewöhnlichen Vorschlag eingebracht haben: Ein Gebiet in der Oblast Donezk, das Russland bislang nicht einnehmen konnte, sollte „Donnyland“ genannt werden – eine Anspielung auf Donald Trump, den Donbass und Disneyland. (Quelle hier.)

Der Vorschlag zielte laut dem Bericht darauf ab, Trump persönlich stärker auf die ukrainische Seite zu ziehen. Die Zeitung beruft sich auf vier mit den Verhandlungen vertraute Personen, die anonym bleiben wollten. Der Name soll zunächst „halb scherzhaft“ aufgetaucht sein – zugleich aber als Teil eines ernsteren Versuchs: Indem ein Gebiet der Ukraine nach dem US-Präsidenten benannt werden sollte, wollte Kiew die Trump-Regierung dazu bewegen, russischen Gebietsansprüchen entschiedener entgegenzutreten.

Für das vorgeschlagene Gebiet, das den nordwestlichsten Teil der Oblast Donezk umfasst, sei während der Verhandlungen eine Zwischenlösung diskutiert worden. Es sollte demnach eine entmilitarisierte Zone oder eine freie Wirtschaftszone entstehen, die keiner der Kriegsparteien vollständig unterstellt wäre. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj soll sich bereits im Dezember offen für ein solches Modell gezeigt haben.

Doch ein möglicher Kompromiss sei an den Bedingungen Moskaus gescheitert. Russland stellte eine entmilitarisierte Zone laut Bericht nur unter der Voraussetzung in Aussicht, dass eigene Sicherheitskräfte dort patrouillieren dürften – das sei für Kiew nicht akzeptabel gewesen.

Für die Ukraine habe sich die Initiative bislang noch nicht ausgezahlt, heißt es in dem Bericht: „Donnyland“ tauchte zwar weiter in Gesprächen auf, fand aber offenbar keinen Eingang in offizielle Dokumente. Die Zukunft des Gebiets ist weiterhin offen – und bleibe einer der zentralen Streitpunkte der Verhandlungen, schreibt die Zeitung.

DIE WICHTIGSTEN NACHRICHTEN DES TAGES

ARCHIV - 26.06.2025, Belgien, Brüssel: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban trifft im Gebäude des Europäischen Rates in Brüssel zu einem EU-Gipfel ein. (zu dpa: «EU: Orban gibt Blockade von Ukraine-Hilfe und Sanktionen auf») Foto: Omar Havana/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der scheidende ungarische Premierminister Viktor Orbán hat die Blockade des Ukraine-Kredits aufgegeben. 

Monatelang hatte der abgewählte ukrainische Regierungschef Viktor Orbán den Milliarden-Kredit für die Ukraine blockiert und damit für Empörung gesorgt. Nun macht er den Weg frei – auch für ein neues Paket mit Russland-Sanktionen. Mehr dazu hier.
Die besetzte Krim steht zwar nicht im Fokus von Bodeneinsätzen. Dennoch verlegt Russland an den Küsten mehr und mehr Minen, heißt es vonseiten der ukrainischen Armee. Mehr dazu hier.
Die Ukraine hat den Transit von russischem Öl über die Druschba-Pipeline nach Ungarn und in die Slowakei wieder aufgenommen. Die Förderung begann am Mittwoch um 12.35 Uhr Ortszeit, nachdem Schäden an der Leitung behoben worden waren, die zuvor durch einen russischen Angriff entstanden waren. Mehr dazu in unserem Newsblog.
Der 90-Milliarden-Euro-Kredit der EU an die Ukraine könnte nach Angaben von Regierungssprecher Stefan Kornelius in 24 Stunden ausgezahlt werden. „Wir begrüßen diese Entscheidung“, kommentiert er den Beschluss der EU-Botschafter.
Die Ukraine steht nach eigenen Angaben in der Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg so gut da wie seit einem Jahr nicht mehr. „Wir haben die russische Überlegenheit in der Truppenstärke durch den Einsatz von Drohnen minimiert“, sagte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha.
Seit Beginn der großangelegten russischen Invasion hat die Ukraine über 2100 Kinder zurückgebracht, die von Russland deportiert oder zwangsweise umgesiedelt wurden. Das teilte das ukrainische Präsidialamt in Kiew im Rahmen der Initiative „Bring Kids Back UA“ mit.
Ukrainische Minensuchboote könnten sich nach dem Ende der aktiven Kampfhandlungen im Nahen Osten an einer internationalen Mission zur Räumung der Straße von Hormus beteiligen. Das berichtet die britische Zeitung The Times.
Belarus treibt den Ausbau seiner militärischen Infrastruktur entlang der Grenze zur Ukraine voran. Das könne darauf hindeuten, dass das Gebiet für mögliche Kampfhandlungen vorbereitet werde, sagt der ukrainische Militärexperte Serhij Grabskyi im Gespräch mit Radio Swoboda.
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HINTERGRUND UN ANALYSE

A staff member adjusts an EU-flag beside Hungarian flags at the HUNGEXPO Congress and Exhibition Center in Budapest, Hungary, on April 13, 2026. The party of conservative Peter Magyar won a two-thirds parliamentary majority in Hungarian elections in a clear defeat for nationalist long-time Prime Minister Viktor Orban, according to near-complete results. (Photo by Attila KISBENEDEK / AFP)
Der Machtwechsel in Ungarn beendet die Blockade der Milliarden für Kiew. Der zukünftige Premier Péter Magyar fordert nun aber seinerseits Signale in Brüssel.
ARCHIV - 18.03.2026, Sachsen, Krauschwitz: Aufklärer beobachten den Verlauf einer Truppenübung in der Oberlausitz. (zu dpa: «Deutsche Militärstrategie: Russland als Hauptbedrohung») Foto: Frank Hammerschmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Erstmals hat Deutschland eine Militärstrategie. Ziel ist es, mit Verbündeten 460.000 Soldaten zusammenstellen zu können, die sich einer Aggression Russlands entgegenstellen könnten.

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