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+ UN verurteilt Verschleppung ukrainischer Kinder + Saudi-Arabien und Ukraine planen Rüstungsdeal + Julia Klöckner im ukrainischen Parlament +

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Saudi-Arabien und Ukraine planen Rüstungsdeal, Selenskyj warnt vor globaler Eskalation, Julia Klöckner spricht im ukrainischen Parlament. Der Nachrichtenüberblick.

Liebe Leserinnen und Leser,

seit Beginn des russischen Angriffskriegs wirft Kiew Moskau vor, ukrainische Kinder aus besetzten Gebieten nach Russland zu verschleppen. Eine Untersuchung der Vereinten Nationen gibt diesem Vorwurf nun neues Gewicht. Die Independent International Commission of Inquiry on Ukraine kommt in einem neuen Bericht zu dem Schluss, dass die „Deportation und Zwangsumsiedlung" ukrainischer Kinder seit 2022 „Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen" darstellen.

Die Kommission bezeichnet die Verschleppungen als „weit verbreitetes und systematisches" Vorgehen. Viele der dokumentierten Fälle betreffen demnach Kinder aus den von Moskau kontrollierten Teilen der Regionen Donezk und Luhansk. Die UN sieht russische Behörden „auf höchster Ebene" verantwortlich, Putins „direkte Beteiligung" sei von Beginn an sichtbar gewesen.

Der Bericht beschreibt, dass russische Behörden Kinder schon kurz vor Beginn der Großinvasion nach Russland brachten, sie dort in Familien oder Einrichtungen unterbrachten und teils einbürgerten. Zur Begründung hieß es damals, ein ukrainischer Angriff stehe unmittelbar bevor. Viele Familien wüssten oft bis heute nicht, wo ihre Kinder sind oder unter welchen Bedingungen sie leben. Kinder, die zurückkehren konnten, litten dem Bericht zufolge häufig unter Trauma und Angst.

Auch die internationale Justiz befasst sich inzwischen mit den Fällen. Der Internationale Strafgerichtshof erließ 2023 Haftbefehle gegen Wladimir Putin und die russische Kinderrechtsbeauftragte Maria Lwowa-Belowa wegen der rechtswidrigen Verschleppungen ukrainischer Kinder.

Nach ukrainischen Angaben wurden seit 2022 rund 20.000 Minderjährige nach Russland oder Belarus gebracht. Nur etwa 2000 von ihnen konnten bisher zurückkehren. Für ihre Rückholung arbeitet Kiew in Einzelfällen mit Menschenrechtsorganisationen und internationalen Vermittlern zusammen, auch mit Unterstützung von US-First Lady Melania Trump.

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Two refugee children from the Ukraine stand in front of a white board before their classes start in Berlin, Germany, Monday, March 21, 2022. Forty Ukrainian refugee children started their first day of elementary school in Berlin on Monday only weeks after they fled the war back home. The two private refugee classes were put together by two Berlin volunteers who managed to raise funds, get free class rooms. (AP Photo/Markus Schreiber)

Nach ukrainischen Angaben wurden seit 2022 rund 20.000 Kinder nach Russland oder Belarus gebracht; nur etwa 2.000 konnten bislang zurückkehren.

Die wichtigsten Nachrichten des Tages

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte vor einer globalen Eskalation wegen des Irankonflikts. Je länger die Auseinandersetzung mit dem Iran anhalte, desto größer werde die Gefahr für einen Dritten Weltkrieg, sagte Selenskyj in einem Interview. Mehr dazu hier.
Nach einem ukrainischen Raketenangriff auf eine russische Fabrik mit mehreren Toten hat Moskau das Kriegsziel einer Entwaffnung der Ukraine bekräftigt. Mehr dazu in unserem Newsblog.
Russlands Präsident Wladimir Putin übertreibt nach Einschätzung des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) weiterhin die militärischen Fortschritte Russlands in der Ukraine. Während eines Telefonats mit dem US-Präsidenten Donald Trump soll Putin behauptet haben, russische Truppen würden erfolgreich vorrücken.
Russland wirft Großbritannien die Beteiligung an einem ukrainischen Angriff auf die russische Stadt Brjansk vor, bei dem mehrere Menschen ums Leben gekommen sind. 
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat als erste ranghohe Vertreterin D.eutschlands eine Rede im ukrainischen Parlament, der Obersten Rada, gehalten. Die deutsche Politikerin verischerte, dass die Ukraine trotz des Iran-Krieges nicht aus dem Blick gerate.
Saudi-Arabien bereitet offenbar den Kauf ukrainischer Abfangdrohnen vor. Einem Bericht zufolge könnte bald eine „sehr große Vereinbarung" zwischen beiden Ländern bekannt gegeben werden.
Ungarn und die Slowakei haben eine Gruppe von Experten in die Ukraine geschickt, um den Ausfall der Druschba-Pipeline zu untersuchen. Ziel sei es, die Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme der Ölflüsse zu schaffen.

Hintergrund und Analyse

ARCHIV - 22.12.2022, Russland, Moskau: Dieses von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik via AP veröffentlichte Foto zeigt Wladimir Putin, Präsident von Russland, der während einer Pressekonferenz im Anschluss an eine Sitzung des Staatsrates gestikuliert. Russlands Präsident Wladimir Putin hat per Dekret ab Februar 2023 den Verkauf von Öl an Länder verboten, die einen Preisdeckel auf den Rohstoff beschlossen haben. (zu dpa: «Hoher Ölpreis erfreut Russland – Wie stark profitiert Putin?») Foto: Sergey Guneev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Experten sehen Russlands Ökonomie „in einem verheerenden Zustand". Rational handelnde Machthaber würden in dem Fall wahrscheinlich einen Ausweg suchen – nicht so Wladimir Putin.
Traditional Russian wooden nesting dolls, Matryoshka dolls, depicting Russian President Vladimir Putin (C), Chinese President Xi Jinping (C-L) and US President Donald Trump (R) are displayed for sale in a shop at Izmailovo market in Moscow on February 10, 2026. (Photo by Hector RETAMAL / AFP)
Könnte ein „Konzert der Mittelmächte" der Großmachtwillkür Chinas, Russlands und der USA etwas entgegensetzen? Es kommt auf die Zusammensetzung des Orchesters an!

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