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+ Russland zwingt Ukrainer in Militärdienst + Gastanker treibt im Mittelmeer + Merz will EU-Einigung zum Ukraine-Kredit +

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Russischer Gastanker treibt als „Umweltbombe" im Mittelmeer, Kreml unterstützt Iran mit Drohnen, Merz will EU-Enigung zum Ukraine-Kredit. Der Nachrichtenüberblick

Liebe Leserinnen und Leser,

Russland zwingt die Ukrainer in den besetzten Gebieten nach ukrainischen Angaben zunehmend in den Dienst für die Besatzungsmacht. Wer dort lebt, soll nicht nur russische Pässe annehmen, sondern sich auch für den Militärdienst registrieren lassen. Darüber berichten ukrainische Medien unter Verweis auf Angaben des ukrainischen Zentrums des Nationalen Widerstandes. Diesem zufolge seien allein in der vergangenen Woche mindestens 17 Männer gezwungen worden sein, Verträge mit dem russischen Verteidigungsministerium zu unterschreiben.

Im besetzten Teil der Region Saporischschja sollen Einsatzkräfte Männer bei Straßenkontrollen festgesetzt und in Militärregistrierungsstellen gebracht haben. In Berdjansk würden sie demnach psychisch unter Druck gesetzt und bei einer Weigerung mit Strafverfahren, langwierigen Überprüfungen oder Haft bedroht..

In den besetzten Gebieten in Donezk schleppen die Behörden den Berichten zufolge zivile Fahrzeuge unter dem Vorwand von Parkverstößen ab und verwenden diese für die Armee. Autobesitzer hätten ihre Wagen per GPS verfolgt und später an der Front wiedergefunden. Wer sie zurückfordere, werde mit Vorwürfen wie Terrorismus oder Hochverrat bedroht.

Auch auf der annektierten Krim erfassen die Behörden laut dem Zentrum des Nationalen Widerstandes Menschen für Dienste im Hinterland. Das dortige Arbeitsministerium habe Betriebe angewiesen, Listen mit Personen zu erstellen, die für solche Dienste infrage kommen. Arbeitgeber müssten zudem Unterkünfte für Personen bereitstellen, die fern ihres Wohnorts eingesetzt werden.

Nach Darstellung des Zentrums baut Russland damit ein System auf, das die Bevölkerung in den besetzten Gebieten möglichst vollständig erfasst. Wer nicht in die Armee kommt, soll für staatliche oder staatsnahe Strukturen der Besatzungsmacht arbeiten. Die Zwangsrekrutierung von Zivilisten in besetzten Gebieten verstößt gegen die Genfer Konventionen und gilt nach humanitärem Völkerrecht als Kriegsverbrechen.

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Die wichtigsten Nachrichten des Tages

ARCHIV - 23.04.2025, Ukraine, Pokrowsk: Anwohner gehen an beschädigten Gebäuden im Zentrum von Pokrowsk vorbei, dem Schauplatz der schwersten Gefechte mit den russischen Truppen in der Region Donezk. (zu dpa: «Russen rücken in Pokrowsk weiter vor») Foto: Michael Shtekel/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Beschädigte Gebäuden im Zentrum von Pokrowsk, in der Region Donezk.

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Wegen eines Ukraine-Besuchs konnte Schauspieler Sean Penn  seinen Oscar bei der Preisverleihung in den USA nicht entgegennehmen. In Kiew wurde Sean Penn nun eine ungewöhnliche Ersatztrophäe geschenkt. Mehr dazu hier.
Russlands Generalstabschef Waleri Gerassimow übertreibt und beschönigt offenbar systematisch die Erfolge russischer Truppen in stark umkämpften Gebieten in der Ukraine. Das geht aus dem jüngsten Bericht der US-amerikanischen Denkfabrik „The Institute for the Study of War" (ISW) hervor. Mehr dazu in unserem Newsblog.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die EU aufgerufen, einen von Ungarn blockierten 90-Milliarden-Kredit für sein Land freizugeben.  Auch Bundeskanzler Merz sagte, beim EU-Gipfel am Donnerstag müsse eine Einigung über die weitere Finanzierung der Ukraine finden.
Bei seinem Besuch in London kam der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Großbritanniens Premier Keir Starmer zusammen, um eine Erklärung zur gemeinsamen Produktion und Lieferung von Drohnen sowie anderen Militärtechnologien zu unterzeichnen. 
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Der staatliche russische Atomkonzern Rosatom hat seine Exporte des für die Hochtechnologiebranche wichtigen Metalls Hafnium von Europa nach Asien verlagert.  

Hintergrund und Analyse

ARCHIV - 04.12.2025, Ukraine, --: Eine Abfangdrohne der Firma "General Cherry" hebt am 4. Dezember 2025 in einem Polygon in der Ukraine ab. (zu dpa: «US-Medien: Laut CIA kein Angriff Kiews auf Putins Residenz») Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Iranische Angriffsdrohnen sind längst nicht mehr nur ein ukrainisches Problem. Angesichts des Kriegs im Nahen Osten haben bereits elf Staaten Kyjiw um Hilfe gebeten. Was kann die Ukraine beitragen?

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