Ein Newsletter zum Krieg in der Ukraine - direkt aus dem Tagesspiegel-Newsroom.
Russischer LNG-Tanker im Mittelmeer gesunken, BND wirft Russland vor, die wahren Kosten des Ukraine-Krieges zu verschleiern, Putin empfängt ungarischen Außenminister. Der Nachrichtenüberblick.
Liebe Leserinnen und Leser, | | nach Beginn des US-israelischen Angriffs auf Iran forderte der ukrainische Abgeordnete Oleksandr Mereschko US-Präsident Donald Trump auf, Russland und Iran als gemeinsame Bedrohung zu sehen. Mereschko ist Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses im ukrainischen Parlament und appellierte an Donald Trump, die Verbindung zwischen Moskau und Teheran deutlicher zu benennen. Russland und Iran „repräsentieren dasselbe Übel", sagte er, wie der „Kyiv Independent" berichtet. Aus ukrainischer Sicht gehe es nicht um zwei getrennte Konflikte, sondern um einen gemeinsamen Kampf. | | Hintergrund sind Trumps jüngste Aussagen zu Ukraine-Hilfen. Auf seiner Plattform Truth Social hatte der Präsident erneut seinen Vorgänger Joe Biden attackiert. Er warf ihm vor, High-Tech-Waffen im Wert von Hunderten von Milliarden Dollar „an die Ukraine verschenkt" und es versäumt zu haben, die US-Reserven wieder aufzufüllen. | | Kiew hat den amerikanisch-israelischen Angriff gegen das iranische Regime von Anfang an politisch unterstützt. Die Regierung im Kiew sagt, Teheran sei ein zentraler Partner Russlands im Krieg gegen die Ukraine. Iranische Shahed-Drohnen gehören seit Jahren zu den Waffen, mit denen russische Streitkräfte ukrainische Städte angreifen. | | Mereschko betonte, die Ukraine gehe weiterhin von einer Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten aus und hoffe, Trump erkenne „das größere Bild" und verstehe, dass die ukrainischen Stellungnahmen vor allem Solidarität mit Verbündeten zeigen sollen. | | Andere Beobachter ordnen Trumps Ukraine-Aussagen vor allem innenpolitisch ein. Der Analyst Aaron Burnett sagte dem „Kyiv Independent", der US-Präsident betrachte Wolodymyr Selenskyj und die Ukraine vor allem durch eine politische und wirtschaftliche Brille. Zugleich stellt er fest: Die Amerikaner, so Burnett, „haben in diesem Spiel keine harten Ressourcen mehr". Die amerikanische Unterstützung sei inzwischen weitgehend auf Geheimdienstinformationen begrenzt. Daher komme es für den weiteren Kriegsverlauf stärker darauf an, welche Entscheidungen Europa treffen werde. | | Auch der ukrainische Präsident hatte in einem Interview mit der italienischen Zeitung „Corriere della Sera" die Befürchtung geäußert, dass es angesichts des Kriegs gegen das iranische Regime schwieriger werden könnte, „Raketen und Waffen für die Verteidigung unseres Luftraums zu beschaffen". Die Amerikaner und ihre Verbündeten im Nahen Osten könnten diese zur Verteidigung benötigen. | | Gleichzeitig bezeichnete Selenskyj Wladimir Putin als einen „schwachen Verbündeten" des Irans, der „redet, aber nicht handelt" – ähnlich wie im Fall Syriens unter Baschar al-Assad: Am Ende habe Putin dem syrischen Machthaber lediglich Asyl in Russland gewährt. „Vielleicht hat er den Iranern einige der Waffen zurückgegeben, die er erhalten hatte, vielleicht sogar dieselben Shahed-Drohnen, die Moskau inzwischen in zwei Fabriken in Lizenz aus Teheran produziert", sagte Selenskyj. | | Der Tagesspiegel im Überblick: Lernen Sie unsere Berichterstattung kennen – zwei Monate lang für 2 €. Erhalten Sie Zugang zu sorgfältig recherchierten Inhalten, Reportagen und Analysen zu aktuellen Themen aus Berlin und der Welt. Monatlich stehen Ihnen über 1.000 exklusive Artikel zur Verfügung. Jetzt im Probe-Abo entdecken
| | | | Die wichtigsten Nachrichten des Tages | | | • | Mit einer Marinedrohne soll die Ukraine einen russischen Tanker vor der libyschen Küste angegriffen haben. Nach einer Explosion und einem Brand sank die „Arctic Megagaz", berichtet Moskau. Mehr dazu hier. | | • | Ukrainische Streitkräfte haben in den letzten beiden Februarwochen erstmals seit dem Sommer 2023 mehr Gebiet zurückerobert als verloren. Das berichtet das US-Institut für Kriegsstudien. Mehr dazu hier. | | • | Der Bundesnachrichtendienst wirft Russland vor, die wahren Kosten des Ukraine-Krieges zu verschleiern. Das tatsächliche Haushaltsdefizit liegt laut BND um 26 Milliarden Euro höher als Moskau zugibt. Mehr dazu hier. | | • | Kreml-Chef Wladimir Putin empfängt am Mittwoch den ungarischen Außenminister Péter Szijjártó zu Gesprächen über Öllieferungen in Moskau. Das gab Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch bei einer Pressekonferenz bekannt. Mehr dazu in unserem Newsblog | | • | Außenminister Johann Wadephul fordert ein rasches Ende der ungarischen Blockade von bereits beschlossenen neuen Milliarden-Geldern der EU für die von Russland angegriffene Ukraine. | | • | Die russische Luftverteidigung hat möglicherweise während der Abwehr eines ukrainischen Drohnenangriffs einen eigenen Militärhubschrauber abgeschossen. Darüber berichten mehrere russische Militärblogs. | | • | Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den US-Verbündeten im Nahen Osten im Zuge der massiven iranischen Angriffe ein Geschäft vorgeschlagen. „Sprechen wir über die Waffen, die uns fehlen: PAC-3-Raketen", sagte er am Dienstag vor Journalisten. | | | | | | | | Der Iran unterstützte Russlands Invasion in der Ukraine. Doch diese Hilfe war schon vorbei, bevor die USA und Israel ihren Angriff starteten. Ein anderer Effekt des neuen Krieges könnte Moskau sogar in die Karten spielen. | | | | | | | Nahost, Ukraine, Handel – um diese Themen geht es beim Gespräch von Donald Trump und Friedrich Merz im Oval Office. Über Merkel redet der US-Präsident auch. | | |
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