Ein Newsletter zum Krieg in der Ukraine - direkt aus dem Tagesspiegel-Newsroom.
Mutmaßlicher russischer Spion in NRW festgenommen, Selenskyj reagiert auf „Hausfrauen"-Äußerung, Russland weist Diplomaten der britischen Botschaft aus. Der Nachrichtenüberblick.
Liebe Leserinnen und Leser, | | dass Russland Kämpfer aus anderen Ländern für seinen Krieg in der Ukraine anheuert, ist bereits seit Langem bekannt. Darunter sind auch viele Kubaner, wie zum Beispiel meine Kollegin Sandra Weiss schon im September 2023 schrieb (Quelle hier ). | | Nun hat der ukrainische Militärgeheimdienst HUR neue Zahlen zu den rekrutierten Kubanern herausgegeben. Demnach wurden mehr als 1000 kubanische Staatsbürger identifiziert, die Verträge mit dem russischen Militär unterzeichnet haben sollen. Darüber berichtete zunächst „Donbas Realii", ein Projekt von „Radio Free Europe/Radio Liberty" (Quelle hier). HUR-Sprecher Andrij Tschernjak sagte demnach, diese Zahl bilde nur einen Teil einer wohl deutlich größeren Rekrutierung ab. | | Die tatsächliche Zahl kubanischer Kämpfer auf russischer Seite könne nach Einschätzung des HUR bei 10.000 bis 15.000 liegen. Zugleich schränkte Tschernjak ein, diese Männer seien keine eigenständige militärische Kraft, die den Kriegsverlauf maßgeblich beeinflussen könnten. | | Der ukrainische Militärgeheimdienst sieht demnach in der Rekrutierung auch ein politisches Instrument: Moskau nutze kubanische Kämpfer für das eigene Publikum und versuche zu zeigen, „dass Russland kein Aggressor ist" und dass auch andere Staaten der „zivilisierten Welt" Russlands Pläne unterstützten. | | Nach Darstellung ukrainischer Stellen, über die ukrainische Medien berichten (Quelle hier), gehört die Rekrutierung in Kuba zu einem größeren Muster. Russland versucht demnach seit Längerem, hohe Verluste durch Kämpfer aus sehr unterschiedlichen Gruppen auszugleichen – darunter Mobilisierte, Strafgefangene, Söldner und Menschen ohne militärische Vorerfahrung. | | DIE WICHTIGSTEN NACHRICHTEN DES TAGES | | | | Präsident Wolodymyr Selenskyi äußerte sich am Montag nach den Aussagen von Rheinmetall-Chef Armin Papperger. (Bild: imago) | | | • | Für seine Gleichsetzung ukrainischer Drohnenhersteller mit „Hausfrauen" erntete Rheinmetall-Chef Armin Papperger massive Kritik. Auch der ukrainische Präsident hat sich nun geäußert. Mehr dazu hier | | • | Die russische Armee hat offenbar ein Nachschubproblem. Es betrifft einem Expertenbericht zufolge auch die Drohnenstreitkräfte. Der angebliche Grund: Furcht. Mehr dazu hier. | | • | Ermittler haben im nordrhein-westfälischen Hagen einen mutmaßlichen russischen Spion festgenommen. Er soll laut Bundesanwaltschaft einen Mann ausgespäht haben, der für die Ukraine kämpfte. Mehr dazu in unserem Newsblog. | | • | Die Ukraine ist nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj zu einer Waffenruhe über die Ostertage bereit. Dies könne eine vollständige Waffenruhe sein oder eine Feuerpause bei Angriffen auf Energieanlagen, sagte er ukrainischen Medien zufolge. | | • | Russland hat die Ausweisung eines Diplomaten der britischen Botschaft wegen Spionagevorwürfen angeordnet. Die Nachrichtenagentur RIA Nowosti meldete am Montag unter Berufung auf den russischen Geheimdienst FSB, der Diplomat müsse binnen zwei Wochen Russland verlassen. | | • | In Russland ist nach Angaben des Präsidialamts keine militärische Mobilmachung geplant. „Diese Frage steht nicht auf der Agenda", sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Präsident Wladimir Putin hatte im September 2022 die erste Teilmobilmachung des Landes seit dem Zweiten Weltkrieg angeordnet. | | • | Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach seiner Reise in den Nahen Osten von „historischen" Vereinbarungen mit mehreren Staaten der Region gesprochen. Die Abkommen seien während seines Besuchs in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Jordanien erzielt worden. | | | | | | | | Mit dem Iran-Krieg verschlechtern sich auch die Beziehungen zu Donald Trumps USA wieder. Johann Wadephul jettet als diplomatischer Reparatur-Notdienst um die Welt. | | |
Kommentare
Kommentar veröffentlichen