Laura Freigang + Klaus Lederer + Rosalía
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| Liebe Leser*innen, Starten wir mit etwas Eskapismus: Für alle, die gerade ihren Jahresurlaub planen, ist kürzlich der „Spartacus Gay Travel Index" erschienen. Auf Platz Eins der queerfreundlichsten Ziele steht Island (das muss man sich aber erstmal leisten können). Es folgen Malta und Spanien, Belgien, Kanada, Portugal und Deutschland. Gewertet wurde, wie sicher, rechtlich geschützt und gesellschaftlich akzeptiert queere Reisende sind. Überraschungsaufsteiger ist demnach Polen, von Platz 118 auf Platz 59, unter anderem weil dort trans Rechte gestärkt worden seien (wir erinnern uns noch an die LGBT-freien Zonen). Ich war gerade für einige Tage in Danzig. Tolle Stadt, definitiv eine Reise wert – aber queere Infrastruktur ist dort nun wirklich nicht vorhanden. Politik gibt es in diesem Newsletter auch reichlich, unter anderem ein Interview mit Klaus Lederer, der nach mehr als 30 Jahren in der Politik eine kleine queerpolitische Bilanz zieht. Der Tagesspiegel bereitet Euch schon auf Ostern vor. Ihr könnt den Tagesspiegel sechs Wochen kostenlos lesen, das reicht also bis über die Feiertage. Es gibt 350 Gratis-Abos – wenn Ihr schnell seid, könnt Ihr Euch jetzt hier eins sichern. Am Kultur- und Terminteil des Newsletters hat meine Kollegin Nadine Lange mitgeschrieben. Viel Spaß beim Lesen! |
| Tilmann Warnecke ist beim Tagesspiegel verantwortlicher Redakteur für den Queerspiegel und arbeitet zudem im Ressort Wissen & Forschen. |
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| NAMEN & NEUES |
| Berlin-Monitor: Jeder Fünfte mit homofeindlichen Einstellungen Alle zwei Jahre befragen Wissenschaftler*innen für die repräsentative Studie rund 2000 Berliner*innen nach ihren politischen und gesellschaftlichen Einstellungen. Gegenüber 2023 hätten homosexuellen- und transfeindliche Überzeugungen in der Hauptstadt abgenommen; im Vergleich zu 2021 würden sie allerdings höher ausfallen, schreiben die Autor*innen der Universität Leipzig und der Hochschule Magdeburg-Stendal in der Studie. Der nächsten queeren Einrichtung in Berlin droht das Aus Der queerfeministischen Neuköllner Infoladen „f.a.q." bangt um seine Zukunft. Seit 17 Jahren existiert er, gegründet wurde er 2009 als Raum für feministische, antisexistische und queere Perspektiven. Nun wurde der Mietvertrag gekündigt. Was hinter dem Konflikt mit dem Vermieter steckt, erklärt meine Kollegin Masha Slawinski in diesem Text. Am Freitag (6. März) planen die Mitglieder des Infoladens um 16 Uhr eine Kundgebung (Jonasstraße 40). |
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| KURZMELDUNGEN |
| Senegal will Strafen für Homosexualität erhöhen. Senegals Ministerpräsident Ousmane Sonko will die Kriminalisierung von Homosexualität in dem westafrikanischen Land verschärfen. Seit zwei Wochen häufen sich Verhaftungen im ganzen Land. (tagesspiegel.de) Sarah Engels fährt für Deutschland zum ESC. Mit ihrem Song „Fire" setzte sich die aus diversen Castingshows bekannte Sängerin beim nationalen Vorentscheid durch. Der/die nonbinäre Musiker*in Wavvyboi aus Liechtenstein kam mit „Black Glitter" auf Platz zwei. (tagesspiegel.de) Crowdfunding für das neue Neuköllnical mit Edith Schröder. Das BKA Theater setzt zur Finanzierung des neuen Neuköllnicals der Ades Zabel Company eine Crowdfunding-Kampagne auf. „Drei Drachen vom Grill" soll ab 1. Juli laufen, zur Kampagne geht's hier. |
| POLIZEI |
| Eine 30-Jährige wurde in der letzten Februarwoche in Kreuzberg queerfeindlich angegriffen, meldet die Polizei. Sie befand sich gegen 5 Uhr auf dem Heimweg, als ein Mann sie auf der Schlesischen Straße auf ihr Aussehen angesprochen haben soll. Als sie versuchte ihren Weg fortzusetzen, soll der Mann sie festgehalten und mehrfach geschlagen haben. Anschließend flüchtete er. Die Gesichtsverletzungen der Frau mussten in einem Krankenhaus stationär behandelt werden. Für Betroffene homo- und transfeindlicher Übergriffe gibt es in Berlin mehrere Ansprechpartner*innen: Beim Landeskriminalamt Berlin, bei der Berliner Staatsanwaltschaft, sowie bei den Beratungsstellen LesMigras, Maneo, L-Support und TIN*-Antigewaltberatung. |
| LESEEMPFEHLUNGEN MIT T+ |
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| In den USA sind Drag Brunches schon lange ein Hit. Jetzt gibt es auch in Berlin mehrere Ableger. Wir haben ein paar davon getestet. |
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| KULTUR |
| Kristen Stewart ist der coolste queere Hollywoodstar – und sicher auch einer der klügsten. Was man neben ihrer Rollenauswahl und ihren Interviewstatements nun auch an ihrem ersten Werk als Spielfilmregisseurin sehen kann. Es trägt den Titel „The Chronology of Water" (Kinostart: 5.3.) und ist eine kongeniale Adaption der gleichnamigen Memoiren von Lidia Yuknavitch, in denen es um deren von Missbrauch geprägte Jugend und eine vorzeitig durch Drogensucht beendete Schwimmkarriere geht. Stewart erzählt das in einer assoziativen Form voller Nahaufnahmen und verwaschener 16-Millimeter-Aufnahmen. Tagesspiegel-Filmredakteur Andreas Busche schreibt in seiner Besprechung: „Die Bilder setzen das Publikum dem Schmerz aus, während in ihnen gleichzeitig die Vergangenheit in ein Mosaik aus Erinnerungsfragmenten zerlegt wird. Diese konsequente Form würdigt auch Yuknavitchs Willen, sich nicht zum Opfer degradieren zu lassen." Die Hamburger Künstlerin Clara Umbach arbeitet in ihrem Romandebüt „Pizza Orlando" ebenfalls fragmentarisch-collagenartig. Autofiktionalisiert erzählt sie die leidenschaftliche Liebesgeschichte von Clara und Nina, die nicht in derselben Stadt wohnen. Deshalb bilden ihre Chatverläufe das Herzstück dieses kurzen, aber ungemein intensiven Buches (Ecco Verlag, 176 S., 22 €). Ein zentrales Thema ist darin Ninas Umgang mit der unheilbaren Huntington-Krankheit, die sie von ihrer Mutter geerbt hat. In ihrer Perspektive scheint eine Dringlichkeit auf, von der Erzählerin Clara mitunter überfordert ist. Als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern kämpft selbst oft mit prekären Situationen. Wie Nina und sie umeinander kreisen, miteinander ringen, ineinander fallen, ist berührend zu lesen – ohne runterzuziehen. Denn immer wieder mischen sich Humor und schöne Referenzen an die queere Kultur in den Text. Die titelgebende Pizza hätte Virgina Woolf sicher gefreut. Was fasziniert Menschen an sexuellen Kinks? „Viele erleben das wie ein zweites Coming-out", sagt Łukasz Majcher, Comic- und Graphic-Novel-Autor und Gründer des queeren Berliner Comicverlags Moom Comics. Majcher bringt bald „Kinq" heraus, eine dokumentarische Comic-Anthologie über Fetische. Mit ihm habe ich darüber gesprochen, was hinter sexuellen Fantasien wie Puppy Play oder Femdom steckt und warum viele ihre Vorlieben zufällig entdecken und anderen sie Halt geben. Das ganze Interview lest Ihr hier. |
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| SPORT |
| Bei den meisten Fußballern und Fußballerinnen ist es schwierig, Themen außerhalb des Sports zu finden. Bei Nationalspielerin Laura Freigang ist das anders. Nicht nur weil sie Hobbys wie Fotografieren, Malen und Designen hat, sondern weil sie sich auch zu politischen und sozialen Themen äußert. Meine Kollegin Inga Hofmann hat mit ihr ein langes, sehr interessantes Interview geführt. Freigang spricht darin über einen möglichen Boykott der WM in den USA – und ausführlich über ihr Coming-out (das eigentlich keins war): „Ich habe mich immer mit Queerness und der queeren Bubble identifiziert." Das ganze Gespräch lest Ihr hier. Hurra, die verletzungsgeplagten Eisbären Berlin, Eishockey-Serienmeister in aktuellen Nöten, bekommen Verstärkung! Den Eindruck konnten Fans bekommen, als die Eisbären jetzt Trikots mit zwei neuen Spielernamen präsentierten: Rozanov und Hollander. Da klingelt auch was bei Nicht-Eishockey-Fans? Richtig, die Eisbären wollen auf die Eishockey-Serie „Heated Rivalry" aufspringen: Die Trikots gehören nämlich nicht zu echten Spielern, sondern zu den fiktiven Serienhelden Ilya Rozanov und Shane Hollander, die bekanntermaßen in der Serie als Rivalen konkurrierender Klubs eine geheime Affäre haben. Von schwulen Spielern bei den Eisbären ist leider nichts bekannt, und der bunteste Club der Deutschen Eishockeyliga sind sie auch nicht. Das war vielleicht etwas zu offensichtliches Pinkwashing, auch wenn inzwischen ein Teil des Erlöses an den LSVD gehen soll. |
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| Der nächste Newsletter kommt am 19. März, dann wieder von Luca Lang. Alles Gute! |
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| Euer Tilmann Warnecke |
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Klaus Lederer. Foto: Imago/Funke Foto Services/Jörg Carstensen 






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