Ein Newsletter zum Krieg in der Ukraine - direkt aus dem Tagesspiegel-Newsroom.
Spionageverdacht gegen Ungarn, Putin räumt Wirtschaftseinbruch ein, Wahlen während des Krieges unmöglich. Der Nachrichtenüberblick.
Liebe Leserinnen und Leser, | | an der Front in der Ukraine wird es für Soldaten seit Langem schwieriger, sich zu bewegen, Nachschub zu holen oder verletzte Kameraden zu erreichen. Drohnen beobachten große Teile des Gefechtsfelds permanent, Versorgungswege liegen unter Beschuss, selbst kurze Bewegungen können schnell sichtbar werden. | | Unter diesen Bedingungen setzt die ukrainische Armee nach Angaben von Andrij Bilezkyj, dem Kommandeur des 3. Armeekorps, stärker auf Bodendrohnen und Roboterplattformen, die Aufgaben übernehmen sollen, für die bislang meist Infanteristen eingesetzt wurden. Darüber berichtet das ukrainische Militärportal „Militarnyi". | | „Diese Systeme könnten an der Kontaktlinie bis zu ein Drittel der Soldaten ersetzen", sagt Bilezkyj. Gemeint ist nicht nur der Transport von Munition, Ausrüstung oder Verpflegung, sondern nach seiner Darstellung auch der Einsatz in Kampffunktionen. | | Laut „Militarnyi" wurden in der Ukraine in nur einem Monat mehr als 7000 Missionen mit Bodenrobotern registriert. Die meisten Einsätze dienten dem Transport von Material an exponierte Positionen und betrafen damit ausgerechnet einen Bereich, in dem Soldaten an der Front besonders verwundbar sind. | | Die Zahl zeigt, dass es nicht um einzelne Einsätze geht, sondern um einen breiteren Umbau der ukrainischen Frontlogistik, bei dem unbemannte Systeme zunehmend feste Aufgaben übernehmen. | | Der Tagesspiegel im Überblick: Lernen Sie unsere Berichterstattung kennen – zwei Monate lang für 2 €. Erhalten Sie Zugang zu sorgfältig recherchierten Inhalten, Reportagen und Analysen zu aktuellen Themen aus Berlin und der Welt. Monatlich stehen Ihnen über 1.000 exklusive Artikel zur Verfügung. Jetzt im Probe-Abo entdecken
| | | | DIE WICHTIGSTEN NACHRICHTEN DES TAGES | | | | Präsentation von Bodenrobotersystemen, die die Ukraine an der Front einsetzt. | | | • | Militärisch lief der Jahresanfang für die Ukraine gut. Doch nun beginnt Russland offenbar mit dem lange geplanten Angriff auf den „Festungsgürtel". Gemeint sind vier gut verteidigte Städte im bisher nicht eroberten Teil der Region Donezk. Mehr dazu hier. | | • | Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hat eine Untersuchung zum mutmaßlichen Abhören seines Außenministers Péter Szijjártó angeordnet. Es gebe Beweise für die Überwachung sowie Hinweise auf die möglichen Urheber, erklärte Orbán am Montag. Mehr dazu hier. | | • | Die EU hat sich „äußerst" besorgt über Medienberichte gezeigt, wonach ungarische Regierungsmitglieder Informationen von Ministertreffen in Brüssel an Russland weitergegeben haben sollen. Die Berichte über das Durchstechen vertraulicher Gespräche seien „äußerst besorgniserregend", sagte eine Sprecherin der EU-Kommission am Montag in Brüssel. Mehr dazu in unserem Newsblog. | | • | Russlands Wirtschaft ist nach vier Jahren Krieg offiziellen Angaben zufolge ins Minus gerutscht. „Im Januar dieses Jahres ist Russlands Bruttoinlandsprodukt 2,1 Prozent niedriger gewesen als vor einem Jahr", sagte Präsident Wladimir Putin bei einer Regierungssitzung. | | • | Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sieht ukrainische Verteidigungsfähigkeiten zunehmend als internationales Angebot. Das Interesse daran reiche längst über die Golfstaaten hinaus, schrieb der Minister. Die Ukraine wolle daraus neue Partnerschaften entwickeln. | | • | Russland ist nach eigenen Angaben zu Verhandlungen mit der Ukraine bereit. Ein konkretes Datum für deren Beginn sei jedoch bislang nicht festgelegt worden, wie der stellvertretende Außenminister, Andrei Rudenko, mitteilte. | | • | Eine klare Mehrheit der Ukrainer zweifelt daran, dass die aktuellen Verhandlungen zu einem dauerhaften Frieden führen können. Das geht aus einer Umfrage des Kyjiwer Internationalen Instituts für Soziologie hervor. | | • | Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich angesichts der Bestätigung von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im höchsten Staatsamt für eine Stärkung der „strategischen Partnerschaft" beider Länder ausgesprochen. | | • | Die Werchowna Rada, das Parlament der Ukraine, hat eine Einigung darüber erzielt, dass Wahlen während des geltenden Kriegsrechts nicht durchgeführt werden können. Dies erklärte der Erste Vize-Sprecher des Parlaments, Oleksandr Kornijenko. | | • | Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft trotz des Iran-Kriegs auf weitere diplomatische Bemühungen der USA zur Beendigung des Ukraine-Kriegs.Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hatte zuvor erklärt, bei den Gesprächen in Florida seien Fortschritte erzielt worden. | | • | Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert vor den nächsten Verhandlungen mit den USA ein härteres Vorgehen gegen Russland. Gegen Russlands Schattenflotte müsse schärfer vorgegangen werden, schreibt Selenskyj auf X. Zudem müssten Russland Öleinnahmen entzogen werden. | | | | | | | | Der Druck auf Frauen, Kinder zur Welt zu bringen, ist in Putins Reich groß. Nun gibt es eine neue Initiative des Gesundheitsministeriums. Die stößt sogar im Menschenrechtsrat des Kremlchefs auf Kritik. | | | | | | | Nach vier Jahren Krieg kehren zunehmend russische Soldaten in die Heimat zurück – auch verurteilte Mörder. Eine Frau berichtet, wie aggressive Männer plötzlich ihre Stadt im Griff haben. | | |
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