Ein Newsletter zum Krieg in der Ukraine - direkt aus dem Tagesspiegel-Newsroom.
Mehrheit der Deutschen für direkte Gespräche zwischen Merz und Putin, Aus für ukrainischen Skeleton-Piloten wegen „Helm der Erinnerung". Der Nachrichtenüberblick.
Liebe Leserinnen und Leser, | | ukrainische Stellen warnen vor einer neuen Welle KI-generierter Videos, die in sozialen Netzwerken das russische Narrativ vom „Frieden um jeden Preis" verbreiten. Darüber berichten unter anderem die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform (Quelle hier) und das Portal Mezha (Quelle hier) unter Berufung auf das Zentrum für die Bekämpfung von Desinformation (CCD). | | Das CCD schreibt auf seinem Instagram-Account, die Clips hätten „einen ähnlichen visuellen Stil" und „imitierten gezielt das Format von Straßenumfragen". Auffällig sei dabei, dass die angeblichen Ukrainerinnen und Ukrainer, die in den Videos zu Wort kommen, fast identische Ansichten äußern: Das Wichtigste sei für sie ein rasches Ende des Krieges, doch die ukrainischen Behörden stellten sich angeblich dagegen. | | Die Videos seien „vollständig durch künstliche Intelligenz erzeugt", sagt das CCD, das die Clips nach eigenen Angaben mit entsprechenden Tools geprüft habe. Ziel der Kampagne sei es, „die ukrainische Gesellschaft zu demoralisieren" und „die Verantwortung für die Fortsetzung des Krieges auf die ukrainische Regierung zu verlagern". So solle „gesellschaftlicher Druck" auf die Führung entstehen, um sie „zu Zugeständnissen" zu drängen. | | Das CCD verweist zudem darauf, dass es bereits früher ähnliche KI-Serien gegeben habe, in denen vermeintlich „gewöhnliche Ukrainer" für „Zugeständnisse an Russland" plädierten – ein Muster, das nach Einschätzung des Zentrums Teil einer länger angelegten Einflusskampagne sei. | | Die wichtigsten Nachrichten des Tages | | | | Der ukrainische Skeleton-Pilot Wladislaw Heraskewytsch mit seinem Helm. | | | • | Eine große Mehrheit der Deutschen ist für direkte Gespräche zwischen Kanzler Friedrich Merz und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über ein Ende des Ukraine-Kriegs. In einer YouGov-Umfrage im Auftrag der dpa sagten 58 Prozent der Befragten, dass sie solche Gespräche eher oder sogar voll und ganz befürworten würden. Nur 26 Prozent sprachen sich dagegen aus. Mehr hier. | | • | Die Bundeswehr findet offenbar deutlich zu wenige Freiwillige für die neue Brigade, die zur Abschreckung Russlands dauerhaft in Litauen stationiert werden soll. Wie der „Spiegel" berichtet, melden sich besonders bei Mannschaftsdienstgraden zu wenige Soldaten: Für Panzerbataillon 203 und Panzergrenadierbataillon 122 liegen die freiwilligen Meldungen demnach nur bei 28 bis 47 Prozent. Mehr dazu hier. | | • | Mit Tränen in den Augen hat Präsidentin Kirsty Coventry ein Scheitern des IOC im Helm-Streit mit dem ukrainischen Skeleton-Piloten Wladislaw Heraskewytsch eingeräumt. „Leider sind wir nicht zu einer Lösung gekommen. Ich wollte ihn wirklich heute im Rennen sehen. Es war ein emotionaler Morgen", sagte die Chefin des Internationalen Olympischen Komitees. Mehr hier. | | • | Verbindungsausfälle und Probleme beim Laden von Fotos und Videos: Berichten zufolge hat die russische Medienaufsicht am Dienstag unter anderem den Zugang zum beliebten Messenger Telegram erschwert. Der Schritt wird als Versuch gewertet, Nutzer in die staatlich kontrollierte App Max zu drängen. Mehr hier. | | • | Europa hat vergangenes Jahr die Hilfe für die angegriffene Ukraine deutlich ausgeweitet. Das geht aus einer Auswertung der Forschungseinrichtung „Kiel Institut für Weltwirtschaft" hervor. Demnach lag die militärische Hilfe Europas inflationsbereinigt 67 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2022 bis 2024. Die finanzielle und humanitäre Hilfe nahm um 59 Prozent zu. Mehr hier. | | • | In der Diskussion um einen EU-Beitritt der Ukraine fordert Präsident Wolodymyr Selenskyj, ein genaues Datum dafür in einem möglichen Abkommen für eine Beendigung des Kriegs mit Russland festzuhalten. Zugleich knüpfte er eine Präsidentenwahl in dem kriegsgeplagten Land in einem Post auf X erneut an die Sicherheitslage. Mehr hier. | | • | Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben eine Ölraffinerie weit im russischen Hinterland angegriffen. Das Ziel sei die Anlage des Ölkonzerns Lukoil in der Oblast Komi gewesen, die mehr als 1750 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liege, teilt der ukrainische Generalstab per Telegram mit. Der Angriff habe auf dem Gelände ein Feuer ausgelöst. Mehr in unserem Newsblog. | | • | Europa sollte die Ukraine nach den Worten des ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán nicht mehr finanziell unterstützen, wenn es seine eigene Wirtschaft ankurbeln möchte. „Schicken Sie Ihr Geld nicht an andere, wenn Sie es für Ihre Wettbewerbsfähigkeit brauchen, also schicken Sie das Geld nicht an die Ukraine", sagte er am Rande eines Treffens zu Reportern. | | • | Die russischen Verluste im Krieg gegen die Ukraine haben im Januar 2026 nach Einschätzung westlicher Regierungsvertreter erstmals seit längerer Zeit die Rekrutierungszahlen übertroffen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Demnach habe das Defizit bei rund 9000 Soldaten gelegen. Trotz hoher Verluste hätten russische Truppen im Januar aber keine wesentlichen territorialen Fortschritte erzielt. | | • | Bei weiteren russischen Raketen- und Drohnenangriffen sind in der Ukraine mindestens zwei Menschen getötet worden. „Das Hauptziel des Angriffes waren Energieanlagen in Kiew, Odessa und Dnipro", teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram mit. Mehr als zehn Menschen seien verletzt worden. | | | | | | | | Endet der Ukraine-Krieg? Kommt es zu einer Konfrontation im Iran oder in Taiwan? Zum Start der Münchener Sicherheitskonferenz analysieren Experten die brisantesten Konflikte. | | | | | | | Was ist ein politisches Statement? Das IOC schlingert in der Frage umher und verursacht genau das, was die Olympische Charta eigentlich verhindern soll: Der Sport gerät in den Hintergrund. | | |
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