Ein Newsletter zum Krieg in der Ukraine - direkt aus dem Tagesspiegel-Newsroom.
Russischer General in Moskau niedergeschossen, Russland gibt laut BND 240 Milliarden Euro pro Jahr für Militär aus. Der Nachrichtenüberblick am Abend.
Liebe Leserinnen und Leser, | | im Ukrainekrieg sind gute Nachrichten selten. Diese ist so eine: Nazar Daletskyj, ein ukrainischer Soldat aus der Oblast Lwiw, ist am 5. Februar aus russischer Gefangenschaft freigekommen – obwohl er lange als tot galt. Darüber berichten mehrere ukrainische Medien, darunter die „Ukrajinska Prawda". | | Maksym Kosyzkyj, Leiter der Militärverwaltung der Oblast Lwiw, postete am Donnerstagabend auf seinen Social-Media-Kanälen ein Video, das zeigt, wie Daletskyjs Familie erstmals seit dessen Gefangennahme wieder mit ihm spricht. „Unser Landsmann, der lange Zeit als tot galt, kehrt aus der Gefangenschaft zurück", schrieb Kosyzkyj in einem emotionalen Post auf Facebook. | | Kosyzkyjs Angaben zufolge habe Daletskyj in der 24. separaten mechanisierten Brigade „König Danylo" gedient. Als im Mai 2022 der Kontakt zu ihm abriss, galt der Soldat zunächst als vermisst. Einige Monate später habe man der Familie mitgeteilt, der Soldat sei am 25. September 2022 im Bezirk Kupjansk (Oblast Charkiw) gefallen – ausgerechnet an seinem Geburtstag. Der Bezirk Welykyj Doroschiw und die Gemeinde bestätigten den Tod von Daletskyj im Mai 2023, die Gemeinde organisierte sogar eine Trauerfeier für ihn.
Doch im vergangenen Jahr begann die Familie wieder zu hoffen: Im Juli 2025 berichtete ein freigelassener Kriegsgefangener, Daletskyj sei noch am Leben, im August und im Oktober bestätigten weitere Soldaten diese Angabe. Am Donnerstag dann die Nachricht: Der Soldat kommt wirklich nach Hause. | | „Ein wahres Wunder ist heute geschehen", schrieb Kosyzkyj in seinem Post. Viele Nutzerinnen und Nutzer zeigten sich in den sozialen Medien gerührt von den Bildern von Nazars Familie.
Der ukrainischen Nachrichtenagentur UNN zufolge war Daletskyj im Rahmen des Gefangenenaustausches freigekommen, über den Russland, die Ukraine und die USA diese Woche in Abu Dhabi Gespräche führten. Dabei kamen insgesamt über 300 Gefangene auf beiden Seiten frei. | | Die wichtigsten Nachrichten des Tages | | | | Freiwillige in einem Tierheim, das in der Nacht von einem russischen Drohnenangriff getroffen wurde. | | | • | Der russische Generalleutnant Wladimir Alexejew ist nach Angaben der russischen Behörden in seinem Wohnhaus in Moskau angeschossen worden. Nach dem Angriff sei er umgehend in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Sein Zustand sei kritisch, der Täter auf der Flucht. Mehr hier. | | • | Die Militärausgaben Russlands sind nach einer Analyse des Bundesnachrichtendienstes (BND) deutlich höher als offiziell angegeben. Würden „versteckte" Ausgaben einbezogen, habe Russland im vergangenen Jahr schätzungsweise gut 240 Milliarden Euro für seine Streitkräfte, den Krieg in der Ukraine sowie den Ausbau seines Militärs an der Nato-Ostflanke ausgegeben, hieß es. Mehr hier. | | • | Agesichts des Auslaufens des letzten großen atomaren Abrüstungsvertrags zwischen den USA und Russland dringt die Regierung in Washington auf eine modernisierte Neuauflage. US-Präsident Donald Trump wolle Experten eine neue Version des New-Start-Abkommens ausarbeiten lassen, teilte seine Sprecherin Karoline Leavitt am Donnerstag mit. Mehr hier. | | • | Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich skeptisch zu möglichen direkten Gesprächen europäischer Politiker mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geäußert. Er erinnerte an einen Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban in Moskau, dessen Ergebnis wenige Tage später „heftigste Bombardements bis zu einem Kinderkrankenhaus in Kiew" gewesen seien. Mehr in unserem Newsblog. | | • | Die Zahl der russischen Truppen in der Ukraine ist in den vergangenen sechs Monaten nach ukrainischer Einschätzung nahezu konstant geblieben und liege bei rund 711.000 bis 712.000 Soldaten, einschließlich der operativen Reserven. Das sagte der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj, bei einem Informationsgespräch mit Journalisten. | | • | Russische Truppen sollen Personal und schwere Technik für einen weiteren Angriff auf die Stadt Myrnohrad in der Region Donezk zusammenziehen, teilte der ukrainische Militärverband „Ost" der Streitkräfte der Ukraine in einer Mitteilung auf Telegram mit. | | • | Aufgrund des Ausfalls der Satellitenkommunikation Starlink sollen russische Truppen ihre Sturmangriffe an vielen Abschnitten der Front eingestellt haben, teilte der Berater des ukrainischen Verteidigungsministers für technologische Fragen, Serhij „Flash" Beskrestnow, mit. | | • | Kanada liefert nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministers Mychailo Fedorow AIM-Raketen, um die Luftabwehr der Ukraine zu stärken. Die Lieferung sei bereits angelaufen, schreibt er auf X. Eine Zahl nennt Fedorow nicht. | | • | Moskau hat die Ukraine-Gespräche unter US-Vermittlung in Abu Dhabi positiv bewertet. „Zwei Tage lang wurde konstruktive und zugleich sehr komplexe Arbeit geleistet", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Und die Arbeit werde fortgesetzt. | | • | Bei einem russischen Drohnengriff in der südukrainischen Region Saporischschja ist nach Angaben des Gouverneurs der Region ein Paar getötet worden. Der 49-jährige Mann und die 48-jährige Frau seien bei dem Angriff auf ihr Haus in der Stadt Wilniansk getötet worden, erklärte Regionalgouverneur Iwan Fedorow am Freitag im Onlinedienst Telegram. | | • | Die nächsten Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Krieges werden nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj wahrscheinlich in den USA stattfinden. Die Ukraine sei bereit zu allen Gesprächsformaten, „die den Frieden wirklich näher bringen und ihn zuverlässig und dauerhaft machen können, sodass Russland den Appetit verliert, weiterzukämpfen", sagte Selenskyj in seiner Videobotschaft. | | | | | | | | Die Bundesregierung will Rüstungsgüter verstärkt in Europa einkaufen. Doch noch ist die Abhängigkeit von den USA groß, gerade in Schlüsselbereichen. | | |
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