Ein Newsletter zum Krieg in der Ukraine - direkt aus dem Tagesspiegel-Newsroom.
USA und Russland nehmen Militärgespräche wieder auf, Sorge vor neuem atomaren Wettrüsten wächst, Kiew und Moskau tauschen Gefangene aus. Der Nachrichtenüberblick am Abend. Der Nachrichtenüberblick am Abend.
Liebe Leserinnen und Leser, | | das Satelliteninternet von Starlink ist zu einem entscheidenden Faktor im Ukrainekrieg geworden. In Russland ist der Dienst formal blockiert, in Teilen der von Russland besetzten Gebiete aber weiterhin aktiv. Russische Einheiten nutzen diese Verfügbarkeit nach ukrainischen Angaben unter anderem, um Drohnen zu steuern. In der Nacht auf Donnerstag häuften sich nun Hinweise, dass Russland den Zugang zu den Starlink‑Terminals entlang der Front in großem Umfang verliert. | | Wie der „Kyiv Independent" berichtet, hängt dies offenbar mit einer neuen Regelung von SpaceX bei der Registrierung von Starlink‑Terminals in der Ukraine zusammen. Der Dienst soll demnach nur noch auf registrierten und verifizierten Geräten laufen; alles, was nicht auf einer sogenannten „White-List" steht, werde deaktiviert. | | Der „Kyiv Independent" zitiert Starlink‑CEO Elon Musk, der die neue Anleitung zur Registrierung eines Terminals in der Nacht auf X repostete. Kurz darauf seien in russischen Kanälen auffällig viele Meldungen über massenhaft ausfallende Terminals aufgetaucht. Drei ukrainische Kommandeure hätten dem Bericht zufolge abgefangene Nachrichten russischer Soldaten gesehen, in denen über die massiven Störungen geklagt werde. | | Am Donnerstagmorgen hatte Serhij „Flash" Beskrestnov, ein Experte für elektronische Kriegsführung, der kürzlich zum Berater von Verteidigungsminister Mykhaylo Fedorov ernannt wurde, auf Telegram verkündet: „Der Feind hat nicht nur ein Problem – der Feind hat eine Katastrophe." Getroffen seien demnach Führung und Koordination der russischen Truppen, die Angriffsoperationen in mehreren Abschnitten ausgesetzt hätten. | | Gleichzeitig räumte Beskrestnov ein, dass es auch auf ukrainischer Seite Probleme gegeben habe, nämlich dort, wo Einheiten ihre Listen privater Terminals nicht rechtzeitig eingereicht hätten. Inwieweit sich dies auf konkrete Operationen der ukrainischen Streitkräfte ausgewirkt hat, bleibt jedoch unklar. | | Starlink ist in der Ukraine seit Beginn der russischen Invasion 2022 ein zentraler Bestandteil für Kommunikation. Zuletzt hatte Kyjiw gewarnt, Russland nutze das System ebenfalls, unter anderem zur Steuerung von Shahed‑Drohnen, und bat SpaceX um Gegenmaßnahmen. Musk erklärte daraufhin, sein Unternehmen arbeite daran. In den vergangenen Wochen verstärkte SpaceX die technischen Maßnahmen, um nicht autorisierte Nutzung einzuschränken. | | Die wichtigsten Nachrichten des Tages | | | | Dieses Videobild stammt aus einem vom russischen Verteidigungsministerium am 5. Februar 2026 veröffentlichten Handout-Filmmaterial und zeigt russische Kriegsgefangene nach einem Gefangenenaustausch. Die Ukraine und Russland haben jeweils 157 gefangene Soldaten freigelassen. | | | • | Die USA und Russland haben die Wiederaufnahme ihres seit 2021 unterbrochenen Dialogs hochrangiger Militärs vereinbart. Mehr dazu hier. | | • | Mit dem Auslaufen des letzten großen Atomwaffenvertrags zwischen den USA und Russland wächst die Sorge vor einem neuen nuklearen Wettrüsten. Außenminister Johann Wadephul mahnte, Vertrauen in der internationalen Politik wieder zur Grundlage von Rüstungskontrolle zu machen – und forderte dabei auch China zu mehr Verantwortung auf. Mehr hier. | | • | Einer Analyse des Bundesnachrichtendienstes zufolge sind Russlands Militärausgaben deutlich höher als offiziell angegeben. Schätzungsweise über 240 Milliarden Euro soll Moskau zuletzt ausgegeben haben. Mehr hier. | | • | Erstmals seit Monaten haben Russland und die Ukraine wieder Kriegsgefangene in größerem Umfang ausgetauscht. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte die Rückkehr von 157 russischen Soldaten aus ukrainischer Gefangenschaft. Mehr dazu in unserem Newsblog. | | • | Russland hat den deutschen Botschafter in Moskau einbestellt und einen Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Moskau zur „persona non grata" erklärt. Dies sei eine Antwort auf die Entscheidung der Bundesregierung vom 22. Januar, einen Mitarbeiter der russischen Botschaft zur unerwünschten Person zu erklären, teilt das russische Außenministerium mit. | | • | Infolge der russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur bleiben Verbraucher in den Regionen Saporischschja, Odessa, Sumy und Charkiw ohne Stromversorgung. | | • | Analysten des Institute for the Study of War haben erklärt, dass russische Beamte und pro-kremlische Sprachrohre konsequent die Informationsgrundlage für die Vereitelung jedes Friedensplans vorbereiten, der nicht den maximalistischen Forderungen Moskaus entspricht. | | • | Die Ukraine und Russland haben ihre zweitägigen Verhandlungen unter Vermittlung der USA in Abu Dhabi beendet. Dies sagte ein ukrainischer Berater. | | • | Der stellvertretende Ministerpräsident Olexij Kuleba schreibt auf dem Kurznachrichtendienst Telegram, dass bei dem „massiven" Drohnenangriff auch die Energieversorgung der Bahn ins Visier genommen worden sei. | | • | Bei russischen Drohnenangriffen in der Nacht auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind nach Behördenangaben zwei Menschen verletzt worden. Eine 79-jährige Frau sei ins Krankenhaus gebracht, eine 89-Jährige ambulant behandelt worden, teilte die Kiewer Polizei bei Telegram mit. | | | | | | | | Zwei russische Spionagesatelliten sollen über Jahre hinweg Kommunikationsdaten abgefangen haben. Die Raumflugkörper wurden auch nahe Satelliten gesichtet, die die Bundeswehr mitbenutzt. | | |
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