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+ Russlands Energieangriffe könnten Hunderttausende erneut in die Flucht treiben + Ukraine-Gespräche in Genf am Mittwoch nach rund zwei Stunden beendet + „Erdöl-Notstand“ in der Slowakei +

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Ukraine-Gespräche in Genf am Mittwoch nach rund zwei Stunden beendet, „Erdöl-Notstand" in der Slowakei. Der Nachrichtenüberblick.

Liebe Leserinnen und Leser,

die gezielten russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine treffen derzeit Millionen von Menschen. Unter ihnen befinden sich auch viele, die nach Kriegsbeginn geflohen waren und erst vor Kurzem in ihre Heimatregionen zurückgekehrt sind. Nach neuen Daten der Internationalen Organisation für Migration (IOM) könnten in den kommenden Monaten rund 325.000 Rückkehrer erneut vertrieben werden: Mehr als ein Drittel von ihnen erwägt demnach sogar, wieder ins Ausland auszureisen. (Quelle hier)

Nach IOM-Angaben sind es vor allem die prekäre Sicherheitslage, der beschädigte Wohnraum sowie wiederholte Ausfälle bei Strom und Heizung infolge der russischen Offensive gegen die Energie-Infrastruktur der Ukraine, die dazu führen, dass viele erneut über eine Flucht nachdenken. Zugleich macht die Organisation deutlich, dass die Rückkehr für viele Ukrainerinnen und Ukrainer nicht automatisch heißt, wieder zuhause zu sein: Stand Januar 2026 leben laut IOM 3,7 Millionen Menschen als Binnenvertriebene im Land.

Die Lücken in der Versorgung sind massiv. In vielen Rückkehrgebieten fehlen nach IOM-Angaben häufig Generatoren, Powerbanks und Material für Reparaturen. In einigen Frontregionen fehlen über 90 Prozent der benötigten Winterhilfe. Wer erst seit kurzer Zeit zurück ist, bekommt dies besonders deutlich zu spüren. Diese Haushalte berichten laut IOM häufiger über psychische Belastungen aufgrund der Schwierigkeiten, den Alltag zu organisieren.

IOM-Generaldirektorin Amy Pope warnt: Nach vier Jahren Krieg trage Resilienz allein Familien nicht durch einen weiteren Winter mit Stromausfällen. Ohne zusätzliche internationale Unterstützung für Winterhilfe, Wohnungsreparaturen, Einkommen und psychosoziale Angebote drohten neue Fluchtbewegungen.

Die wichtigsten Nachrichten des Tages

Gennady Gatilov, Russian Representative to the UN Office in Geneva, enters a car outside the InterContinental hotel after the U.S.-mediated peace talks between Russia and Ukraine ended, in Geneva, Switzerland, February 18, 2026. REUTERS/Pierre Albouy

Gennadij Gatilow, Vertreter der russischen Delegation, auf dem Weg zu den Gesprächen in Genf.

Der Ukraine ist binnen weniger Tage die größte Rückeroberung seit 2023 gelungen. Allein zwischen Mittwoch und Sonntag eroberte die ukrainische Armee laut einer ISW-Datenanalyse 201 Quadratkilometer Staatsgebiet zurück. Offenbar hängt das mit der Starlink-Blockade für Moskau zusammen. Mehr dazu hier.
Ein drastischer Preisanstieg bei Salatgurken sorgt in Russland für Unmut in der Bevölkerung. Supermärkte begrenzen die Abgabemenge für das Gemüse. In der Duma werden nun Maßnahmen diskutiert. Mehr dazu hier.
Der Einsatz einer Russin als Trägerin des ukrainischen Länderschilds bei der Olympia-Eröffnungsfeier vor zwölf Tagen sorgt in der Ukraine für Empörung. Das IOC sieht darin kein Problem. Mehr dazu hier.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die jüngste Verhandlungsrunde zwischen Vertretern Kiews und Moskaus in Genf als „schwierig" bezeichnet und Russland Verzögerungstaktiken vorgeworfen. Die Gespräche waren am zweiten Verhandlungstag in Genf nach knapp zwei Stunden ohne Ergebnis beendet worden. Mehr dazu in unserem Liveblog.
Die slowakische Regierung hat einen ab Donnerstag geltenden „Erdöl-Notstand" ausgerufen, wie die Nachrichtenagentur TASR berichtete. Das erlaubt ihr die Freigabe von Notfallreserven, die in staatlichen Speichern gelagert sind, an die Raffinerie Slovnaft. Hintergrund für die Maßnahme ist, dass seit Ende Januar kein Erdöl mehr über die Druschba-Pipeline über die Ukraine aus Russland fließt.
In den vergangenen vier Jahren sind rund 1700 Patientinnen und Patienten aus der Ukraine zur medizinischen Behandlung nach Deutschland gekommen. Der überwiegende Teil litt unter einer Vielzahl kriegsbedingter Verletzungen und Krankheiten, wie das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage mitteilte. Darunter waren auch Soldatinnen und Soldaten.
Wegen seiner Unterstützung für Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Kiew den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko mit Sanktionen belegt. „Die Ukraine hat heute ein Sanktionspaket gegen Alexander Lukaschenko verhängt" erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Mittwoch. 
Zwischen zwei Verhandlungstagen in Genf hat Russland die Ukraine nach Militärangaben erneut aus der Luft attackiert. Die russischen Streitkräfte hätten in der Nacht zu Mittwoch 126 Drohnen und eine ballistische Rakete auf die Ukraine abgefeuert, erklärte die ukrainische Luftwaffe. 

Hintergrund & Analyse

Ukrainian infantry conduct winter training in Kharkiv KHARKIV OBLAST, UKRAINE - DECEMBER 27: Infantry soldiers from the 156th Brigade train at a snow-covered training ground in the Kharkiv Oblast, Ukraine, 27 December 2025. Diego Herrera Carcedo / Anadolu Kharkiv Ukraine. Editorial use only. Please get in touch for any other usage. PUBLICATIONxNOTxINxTURxUSAxCANxUKxJPNxITAxFRAxAUSxESPxBELxKORxRSAxHKGxNZL Copyright: x2025xAnadoluxDiegoxHerreraxCarcedox
An der ukrainischen Front ist die Kälte ein wichtiger Faktor. Sie beeinflusst die Kämpfe, bestimmt über Evakuierungen und Überlebenschancen. Ein Soldat und eine Helferin berichten.
Russia's President Vladimir Putin and Malaysia's King Sultan Ibrahim Sultan Iskandar look at an exhibit as they visit the State Hermitage Museum during their meeting in Saint Petersburg, Russia, January 26, 2026. Sputnik/Mikhail Sinitsyn/Pool via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY.
Ob in Syrien, Iran oder Venezuela: Lange inszenierte sich Moskau erfolgreich als Beschützer autokratischer Verbündeter. Dieses Bild bröckelt zunehmend – darin liegt auch eine Gefahr.

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