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+ Kiews Bürgermeister Klitschko schlägt Alarm + Wagner-Gruppe offenbar zunehmend in Europa tätig + Warum Moskau jetzt eine Ukraine unter UN-Verwaltung vorschlägt +

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Die Wagner-Gruppe ist offenbar zunehmend in Europa tätig, europäische Spitzenmilitärs warnen vor russischem Angriff, und warum Moskau jetzt eine Ukraine unter UN-Verwaltung vorschlägt. Der Überblick am Abend.

Liebe Leserinnen und Leser,

die ukrainische Hauptstadt Kiew erlebt den härtesten Winter seit Beginn der russischen Großinvasion. In einem Interview mit der „Financial Times" schilderte Bürgermeister Vitali Klitschko, wie die russischen Luftangriffe der vergangenen zwei Monate auf kritische Infrastruktur die Stadt „an den Rand einer Katastrophe" gebracht hätten (Quelle hier).

Ziel der Angriffe sei vor allem die Energieversorgung, auf deren Grundlage die Fernwärme der Millionenstadt funktioniert. Klitschko warnt jedoch: Russland wolle nicht nur Infrastruktur zerstören, sondern die Existenz der Ukraine auslöschen. „Die Frage nach der Zukunft unseres Landes – ob wir als unabhängiger Staat überleben – ist weiterhin offen", sagte er der Zeitung. Gerade deshalb sei es jetzt entscheidend, im Inneren geschlossen zu bleiben.

Im Interview räumt Klitschko ein, dass von dieser Einigkeit derzeit wenig zu spüren ist und die Spannungen zwischen ihm und Präsident Wolodymyr Selenskyj wieder zunehmen. Der Bürgermeister wirft dem Staatschef politische Einmischung in die Kiewer Stadtverwaltung vor und kritisiert die Zentralisierung von Macht unter dem Kriegsrecht. Selenskyj wiederum wirft den Behörden in Kiew vor, die Hauptstadt nicht ausreichend auf den Winter vorbereitet zu haben.

Wie angekündigt erscheint unser Ukraine-Update ab sofort dreimal pro Woche: montags, mittwochs und freitags. Inhaltlich bleibt alles beim Alten – mit aktuellen Nachrichten, fundierten Analysen und exklusiven Einordnungen von Expertinnen und Experten.

Die wichtigsten Nachrichten des Tages

Secretary of Ukraine's National Security and Defence Council Rustem Umerov and other members of the Ukrainian delegation attend the second round of trilateral talks between the U.S., Russia and Ukraine, in Abu Dhabi, United Arab Emirates, February 4, 2026. UAE Ministry of Foreign Affairs/Handout via REUTERS    THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. THIS PICTURE WAS PROCESSED BY REUTERS TO ENHANCE QUALITY. BEST QUALITY AVAILABLE. MANDATORY CREDIT.

Die ukrainische Delegation bei den Verhandlungen in Abu Dhabi Anfang Februar.

Russland will nach Kremlangaben bei den für zwei Tage angesetzten Verhandlungen von morgen an in Genf auch über die strittigen Gebietsfragen mit der Ukraine sprechen. Mehr dazu im Newsblog.
Polens Präsident plädiert für eigenes Atomwaffenprogramm als Antwort auf die Bedrohung durch Russland. Einen genauen Start dafür nannte er jedoch nicht. Mehr dazu hier.
Russlands Wagner-Gruppe rekrutiert offenbar europäische Agenten für Sabotage in Europa. Bis zu ihrem gescheiterten Aufstand 2023 warb die Söldnertruppe vor allem Kämpfer für den Krieg gegen die Ukraine an – nun sollen die bestehenden Netzwerke für verdeckte Operationen im Westen genutzt werden. Mehr dazu hier.
Polens Präsident plädiert für eigenes Atomwaffenprogramm als Antwort auf die Bedrohung durch Russland. Einen genauen Start dafür nannte er jedoch nicht. Mehr dazu hier.
Spitzenmilitärs aus Deutschland und Großbritannien rufen die Europäer eindringlich dazu auf, sich für einen möglichen russischen Angriff zu rüsten. Moskau verlagere seine militärische Ausrichtung zunehmend nach Westen. Mehr dazu hier.
Neben Kenia und Südafrika gibt es scheinbar auch in Uganda ein Rekrutierungsnetzwerk für russische Truppen. In einem Video soll ein Russe die ugandischen Soldaten als „Kanonenfutter" bezeichnet haben. Mehr dazu hier.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat Wohnungen für die Familien von in Russlands Krieg gegen die Ukraine getöteten nordkoreanischen Soldaten enthüllt. Mehr dazu hier.
Russland hat in den letzten 24 Stunden nach Angaben des Verteidigungsministeriums 345 ukrainische Drohnen abgeschossen. Mehr dazu im Newsblog.
Nach der Festnahme des früheren ukrainischen Energieministers Herman Haluschtschenko im Zusammenhang mit einem Korruptionsskandal werfen Ermittler ihm Geldwäsche und Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung vor. 
Die anhaltenden Angriffe Russlands auf die Energieversorgung der Ukraine drohen laut den UN eine neue Fluchtwelle auszulösen. Schätzungsweise 325.000 Ukrainerinnen und Ukrainer könnten angesichts der Strom- und Heizungsausfälle ihre Heimatregionen verlassen.
Die Zahl der zivilen Opfer durch russische Luftangriffe in der Ukraine ist im Jahr 2025 um 26 Prozent gestiegen. Das ist laut einem Bericht des „Guardian" das Ergebnis einer Untersuchung der globalen Konfliktbeobachtungsgruppe „Action on Armed Violence" (AoAV).

Hintergrund & Analyse

Russian President Vladimir Putin attends a meeting with Governor of the Oryol region Andrei Klychkov in Moscow, Russia, February 16, 2026. Sputnik/Vyacheslav Prokofyev/Pool via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY.
ISW-Analysten sehen Moskaus Vorschlag einer Ukraine unter UN-Verwaltung kritisch. Russland werde auch weiterhin jede Regierung ablehnen, die nicht prorussisch ist, vermuten sie.
14.02.2026, Bayern, München: Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht in der Residenz bei der Verleihung des Ewald-von-Kleist-Preis. Der diesjährige Ewald-von-Kleist-Preis wird an das ukrainische Volk vergeben. Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Präsident Selenskyj bat bei der Münchner Sicherheitskonferenz fast flehentlich um mehr Waffen und Unterstützung. Was hat das Treffen der Ukraine gebracht?

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