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+ Kiew verlagert Drohnenproduktion ins Ausland + Schwedische Marine vertreibt verdächtige Drohne + Feuerpause nahe AKW Saporischschja +

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Begrenzte Feuerpause in der Nähe von Saporischschja, Korruption beim Wiederaufbau des Trypillja-Wärmekraftwerks, Rumänien lässt Kampfjets aufsteigen. Der Nachrichtenüberblick.

Liebe Leserinnen und Leser,

im Ukrainekrieg geht es längst darum, wer Drohnen schneller und in größerer Stückzahl bauen kann – und wie gut die Produktion gegen Angriffe abgesichert ist. Kiew versucht deshalb, Teile der Fertigung nach Europa zu verlagern und die Zulieferketten dort abzusichern.

Am 24. Februar – dem vierten Jahrestag des Krieges – haben vier ukrainische Rüstungsfirmen Partnerschaften mit Unternehmen aus Dänemark, Finnland und Lettland unterzeichnet. Präsident Wolodymyr Selenskyj verkündete in einem Post auf X: „Wir erweitern die gemeinsame Produktion von Drohnen, um uns heute gegen russische Angriffe zu verteidigen und in Zukunft abschrecken zu können."

Die vier ukrainischen Firmen Culver Aerospace, Remtechnology, Tencore und Terminal Autonomy Ukraine vereinbarten mit Partnern in Dänemark, Finnland und Lettland die gemeinsame Produktion von Luftdrohnen und unbemannten Bodensystemen, die sie dort schrittweise ausbauen wollen.

Nach Angaben des Ukrainischen Rats der Rüstungsindustrie liegt der Gesamtwert der unterzeichneten Dokumente bei rund 800 Millionen Euro, berichtet der „Kyiv Independent".

Seit Monaten schon bauen ukrainische Hersteller, besonders im Drohnenbereich, solche Partnerschaften mit westlichen Verbündeten aus. In Großbritannien meldete der ukrainische Botschafter Walerii Saluschnyj zuletzt die Eröffnung eines Werks des ukrainischen Drohnenherstellers Ukrspecsystems. Das Unternehmen sagt, es wolle dort im Vollbetrieb bis zu 1000 Drohnen pro Monat produzieren und testen sowie Piloten ausbilden.

Für Europa geht es dabei um mehr als um Ukraine-Hilfe im engeren Sinn. Mit der Initiative „Build with Ukraine" will Kiew die Kooperation mit europäischen Unternehmen von Einzelverträgen auf langfristige Industriepartnerschaften umstellen. Selenskyj betonte in seinem Post auf X, dies werde „nicht nur unsere kollektive Sicherheit jetzt verbessern, sondern auch künftige Exporte nach dem Krieg ermöglichen".

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Die wichtigsten Nachrichten des Tages

13.02.2026, Bayern, ---: Drohnen stehen beim Drohnenhersteller Quantum Frontline Industries auf einem Tisch. Das deutsch-ukrainische Gemeinschaftsunternehmen soll Drohnen für die Streitkräfte der Ukraine im Krieg gegen Russland produzieren Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Auch das deutsch-ukrainische Gemeinschaftsunternehmen Quantum Frontline Industries soll Drohnen für die Streitkräfte der Ukraine im Krieg gegen Russland produzieren.

In schwedischen Gewässern ist nahe des französischen Flugzeugträgers „Charles de Gaulle" eine verdächtige Drohne gesichtet worden. Der Flugkörper wurde mehrere Seemeilen vom Hafen in Malmö entfernt entdeckt. Mehr dazu hier
Ein Flamingo-Marschflugkörper aus der Ukraine traf erstmals ein wichtiges Ziel in Russlands Raketenproduktion. Diese Zerstörung könnte weitreichende Folgen haben – doch einiges bleibt unklar. Mehr dazu hier.
In der Nähe des von Russland kontrollierten ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja ist nach russischen Angaben eine lokal begrenzte Feuerpause vereinbart worden. Das soll es ermöglichen, Stromleitungen zu reparieren. Mehr dazu in unserem Newsblog
Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) hat nach eigenen Angaben einen Korruptionsskandal beim Wiederaufbau des Trypillja-Wärmekraftwerks aufgedeckt. Im Frühjahr 2024 wurde die Anlage in der Stadt Ukrajinka durch massive russische Raketen- und Drohnenangriffe schwer beschädigt.
Die Ukraine setzt nach Verhandlungen mit den USA über Wege zur Beendigung des Krieges auf den geplanten Dreier-Gipfel Anfang März mit Russland. Das trilaterale Treffen werde voraussichtlich in Abu Dhabi stattfinden, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.  
Der Internationale Währungsfonds (IWF) bewilligt der Ukraine einen neuen, über vier Jahre laufenden Kredit in Höhe von 8,1 Milliarden Dollar. Die neue erweiterte Fondsfazilität sei Teil eines internationalen Unterstützungspakets in Höhe von 136,5 Milliarden Dollar für das vom Krieg heimgesuchte Land. 
Rumänien lässt wegen einer Luftraumverletzung durch eine Drohne Kampfjets aufsteigen. Der Vorfall ereignet sich während eines russischen Angriffs auf ukrainische Infrastruktur nahe der Grenze.
Polen fühlt sich von Russland bedroht und will in diesem Jahr seine Rüstungsausgaben weiter steigern. Für 2026 seien 4,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung vorgesehen, sagte Außenminister Radoslaw Sikorski. 
Mehr als zwei Drittel der befragten russischen Kriegsgefangenen halten den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nach eigenen Angaben für gerechtfertigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der zivilgesellschaftlichen Organisation LingvaLexa.

Hintergrund und Analyse

Russian Yars intercontinental ballistic missile launchers take part in the Victory Day military parade general rehearsal on the Red Square in Moscow, Russia, May 5, 2024.  Maxim Shipenkov/Pool via REUTERS
Die Aggression des Kremls und das gestörte transatlantische Verhältnis haben die Debatte um europäische Atomwaffen verschärft. Sicherheitsexpertin Claudia Major erklärt, was Europa tun muss und ob eine Welt ohne die Bombe ein Traum bleibt.

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