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+ Eine Festnahme in der Ukraine sorgt für Spannungen mit Ungarn + Russlands Geheimdienst soll Kontrolle über Kommunikationsnetze bekommen + Ukraine meldet mindestens vier Tote nach russischen Luftangriffen +

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Russlands Geheimdienst soll Kontrolle über Kommunikationsnetze bekommen, Ukraine meldet mindestens vier Tote nach russischen Luftangriffen. Der Nachrichtenüberblick am Abend.

Liebe Leserinnen und Leser,

Ungarns Außenminister Péter Szijjártó hat die Ukraine mit Aussagen zur Mobilisierung attackiert. Anlass ist die Festnahme eines ungarischen Staatsbürgers, dem ukrainische Behörden vorwerfen, fünf wehrpflichtigen Männern gegen Bezahlung zur illegalen Ausreise verholfen zu haben. „Unser Generalkonsulat in Beregszász hat ihm sofort konsularischen Schutz gewährt, und wir werden ihm während des Polizeiverfahrens helfen", schrieb der Minister am Sonntag in einem Facebook-Post (Quelle hier).

Wie der „Kyiv Independent" berichtet, hatte der ukrainische Grenzschutz die Festnahme des Mannes am Samstag gemeldet (Quelle hier). Demnach soll er als „Guide" für die Ukrainer 9000 bis 15.000 US-Dollar pro Person verlangt haben. Ein Gericht ordnete für den ungarischen Verdächtigen 60 Tage Untersuchungshaft an. Auch die Ukrainer wurden dem Bericht zufolge festgenommen.

Der ungarische Außenminister schrieb weiter in seinem Post: „Dieser Fall zeigt einmal mehr deutlich, dass der Krieg so schnell wie möglich beendet und die Zwangsrekrutierung unverzüglich eingestellt werden muss", schrieb Szijjártó in seinem Post. Der Begriff der „Zwangsrekrutierung" wird immer wieder in der russischen Propaganda verwendet, um die ukrainischen Behörden zu delegitimieren.

Die ungarische Forderung nach einem sofortigen Ende der allgemeinen Mobilisierung berührt eine in der Ukraine hochsensible Debatte. Seit das Land das Kriegsrecht eingeführt hat, ist wehrpflichtigen Männern die Ausreise nur eingeschränkt erlaubt. Dennoch versuchen dem „Kyiv Independent" zufolge Tausende, die Ukraine auf illegalem Weg zu verlassen.

Szijjártó ist nicht der erste Vertreter der ungarischen Regierung, der den Ton gegenüber Kiew verschärft. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hatte die Ukraine erst am Sonntag in einer Wahlkampfrede als „Feind" bezeichnet und das damit begründet, dass Kiew von den EU-Staaten einen Verzicht auf russische Energie fordere. Orbán gilt in der EU als engster Verbündeter von Kremlchef Wladimir Putin; Beobachter führen die Zuspitzung auch auf den Wahlkampf zurück – am 12. April wird in Ungarn gewählt.

Die wichtigsten Nachrichten des Tages

Russian drone attack on Odesa A man and a woman remove glass shards in a window shattered by an overnight Russian drone strike, Odesa, Ukraine, February 9, 2026. On the night of February 9, the Russian army carried out a massive drone attack on Odesa and the region, hitting residential areas. One person was killed and two others were injured., Credit:Nina Liashonok / Avalon Ukraine, Odesa PUBLICATIONxNOTxINxUKxFRAxUSA Copyright: xNinaxLiashonokx/xAvalonx 1073431108

Ein Mann und eine Frau schauen aus einem Gebäude in Odessa, das bei einem russischen Luftangriff getroffen wurde und dessen Fenster barsten.

Moskau plant offenbar, dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB per Gesetz weitreichende Kontrolle über alle Kommunikationsnetze zu geben. Bereits am 27. Januar 2026 brachte die russische Staatsduma eine entsprechende Gesetzesänderung auf den Weg. Mehr hier.
Radarsysteme der polnischen Streitkräfte haben in der Nacht erneut Objekte registriert, die Luftballons ähneln und in den polnischen Luftraum eindrangen. Nach Angaben des polnischen Grenzschutzes handelte es sich dabei höchstwahrscheinlich um Schmuggelballons. Allerdings schloss die Armee nicht aus, dass es sich um einen Versuch gehandelt haben könnte, die Reaktionsfähigkeit der polnischen Luftverteidigungssysteme zu testen. Mehr hier.
Der im Zusammenhang mit dem Angriff auf einen russischen General festgenommene Verdächtige hat nach Angaben des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB die Tat gestanden. Der Mann soll zudem ausgesagt haben, von den ukrainischen Geheimdiensten rekrutiert worden zu sein, teilte der FSB mit. Unabhängig überprüfen lässt sich das nicht. Mehr hier.
Analysten des ISW werfen Russland entlang der Grenze zu den Regionen Sumy und Charkiw eine gezielte Kampagne psychologischer Kriegsführung vor. Ziel sei nicht ein tatsächlicher militärischer Vorstoß, sondern die Erzeugung des Eindrucks eines angeblichen Zusammenbruchs der ukrainischen Verteidigung – mit Blick auf die laufenden Friedensverhandlungen. Mehr in unserem Newsblog.
Die ukrainische Rüstungsindustrie erhält von der Regierung in Kiew grünes Licht für den Export von heimisch produzierten Waffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte an, dass im Jahr 2026 zehn „Exportzentren" für ukrainische Rüstungsgüter in ganz Europa eröffnet werden sollen. Ein Schwerpunkt liege dabei auf Kampfdrohnen.
Bei russischen Angriffen sind Produktionsanlagen des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz in den Regionen Poltawa und Sumy beschädigt worden. Die Anlagen in Poltawa seien den zweiten Tag in Folge beschossen worden, teilt der Chef des Unternehmens, Serhij Korezkyj, auf Facebook mit.
Der Papst hat über seine Almosenverwaltung 80 Stromgeneratoren in die Ukraine schicken lassen. Zudem lieferte der Vatikan den unter Krieg und Kälte leidenden Menschen Medikamente und Lebensmittel, wie das Portal „Vatican News" am Montag meldete.
Die Bundesregierung hat zurückhaltend auf das Ergebnis der Verhandlungen zwischen den USA, Russland und der Ukraine reagiert. „Wir begrüßen, dass es zum Austausch von Gefangenen kam", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. Das sei der erste Austausch seit fünf Monaten und „insofern ein kleines Zeichen des Fortschrittes. Wir hätten uns gleichzeitig deutlichere Fortschritte gewünscht."
Im Fall von mutmaßlich geplanter Sabotage in russischem Auftrag hat die Bundesanwaltschaft einen dritten Verdächtigen angeklagt. Der Ukrainer Yevhen B. soll zusammen mit zwei weiteren Männern geplant haben, Pakete mit Brandsätzen zu verschicken, wie die Behörde mitteilte. Die anderen beiden Tatverdächtigen wurden bereits zuvor angeklagt – B. soll sie angeworben haben.
Russische Geheimdienste versuchen in Lettland, Personen aus dem kriminellen Milieu für Sabotageaktionen und Angriffe auf Einrichtungen zu rekrutieren, die mit der Unterstützung der Ukraine in Verbindung stehen. Das erklärte der Leiter des Staatssicherheitsdienst Lettlands, Normunds Mežviets, gegenüber dem Portal Delfi.
Bei massiven russischen Drohnen- und Raketenangriffen auf die Ukraine sind in der Nacht zum Montag nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet worden. Zudem fiel bei Zehntausenden Einwohnern der Strom aus.

Hintergrund und Analyse

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Hunderte Afrikaner wurden mit dem Versprechen auf Arbeitsplätze und hohe Gehälter nach Russland gelockt. Doch statt einen Job zu bekommen, landen sie an der Front – gegen ihren Willen.
Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, bei einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.
Vor dem Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz warnt ihr Leiter Wolfgang Ischinger: Sobald Putins Truppen nicht mehr in der Ukraine gebunden sind, besteht Gefahr für Osteuropa und das Baltikum.

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