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+ Schickt Russland Amputierte zurück in den Krieg? + Kreml stimmt Trump-Bitte um begrenzte Waffenruhe bis Sonntag zu + Polen investiert Milliarden in Drohnenabwehrsystem +

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Kreml stimmt Trump-Bitte um begrenzte Waffenruhe bis Sonntag zu, Polen investiert Milliarden in Drohnenabwehrsystem. Der Nachrichtenüberblick am Abend.

Liebe Leserinnen und Leser,

im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine werden Russland immer wieder massive Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Bekannt ist auch, dass Soldaten teils als „Kanonenfutter" an die Front geschickt werden. Das trifft offenbar auch Soldaten, die Amputationen hinter sich haben, wie der britische „Telegraph" schreibt (Quelle hier).

Demnach sei in dieser Woche in den sozialen Medien ein Video aufgetaucht, in dem drei russische Soldaten berichten, dass sie trotz im Kampf verlorener Gliedmaßen zurück an die Front müssten. Militärquellen hätten der Zeitung gesagt, dass der ukrainische Geheimdienst das Video überprüft habe.

Einer der Soldaten, der 2024 an der Front ein Bein verloren hatte, sagte demnach in dem Video: „Wir haben bereits mit unserem Blut bezahlt. Was nun? Sollen wir jetzt verdammt noch mal sterben?" Ein anderer behauptete, dass er gerade auf eine Untersuchung warte, in der er als Kriegsversehrter eingestuft werden sollte, aber nun trotzdem an die Front geschickt werde.

Die drei Männer, die in dem Video sichtbar zittern und ihre Amputationen zeigen sollen, beschuldigen demnach den stellvertretenden Kommandeur ihrer Einheit, ihnen befohlen zu haben, an die Front zurückzukehren. Einer behauptet, der Kommandeur habe ihm gesagt, dass Soldaten, die Strafgefangene seien, „alle sterben sollten, bis auf den letzten".

Der „Telegraph" zitiert Olesia Horiainova, stellvertretende Leiterin des ukrainischen Sicherheits- und Kooperationszentrums, mit den Worten: „Dieser Fall ist kein Einzelfall und verdeutlicht ein systemisches Problem in der russischen Armee, die Verluste ignoriert, um die Ziele des Kremls zu erreichen, und das Personal als ‚Kanonenfutter' behandelt." Sie fügt hinzu: „Ehemalige Gefangene leiden besonders unter dieser Behandlung, da sie in der Regel an den gefährlichsten Fronten mit minimalen Überlebenschancen eingesetzt werden."

Laut Horiainova habe es auch weitere Fälle gegeben, in denen Amputierte gezwungen worden seien, zurück an die Front zu gehen. Anfang dieses Jahres habe ein Soldat des 1466. motorisierten Gewehrregiments mit einer Beinprothese erklärt, dass ihm ein ähnliches Schicksal drohte. Und weiteres Filmmaterial, das von dem ukrainischen Kooperationszentrum überprüft wurde, soll Amputierte im Oktober 2025 auf einem Übungsplatz im Gebiet Rostow zeigen.

Die wichtigsten Nachrichten des Tages

Visitors use a flashlight as they visit an exhibition during a power outage at the National Art Museum in Kyiv on January 30, 2026, amid the Russian invasion of Ukraine. (Photo by Sergei GAPON / AFP)

Besucher eines Museums in Kiew während eines Stromausfalls.

Nach Berichten über russische Drohnen mit Starlink-Satellitenverbindung hat das ukrainische Verteidigungsministerium den US-amerikanischen Raumfahrtkonzern SpaceX von Milliardär Elon Musk kontaktiert. Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow berichtete am Donnerstag via Telegram, dass man sich mit SpaceX in Verbindung gesetzt habe, um „Lösungen für das Problem vorzuschlagen". Mehr hier.
Moskau hat den Vorstoß von US-Präsident Donald Trump für eine kurzzeitige Einstellung der russischen Angriffe auf Kiew bestätigt. Trump habe Kreml-Chef Wladimir Putin darum gebeten, die Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt „eine Woche lang bis zum 1. Februar" auszusetzen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Putin habe Trumps Vorschlag zugestimmt, sagte Peskow. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte Entgegenkommen. Mehr in unserem Newsblog.
Russische Abgeordnete fordern nach Angaben von Parlamentspräsident Wjatscheslaw Wolodin den Einsatz härterer militärischer Mittel in der Ukraine. Die Mandatsträger bestünden auf „stärkeren Waffen" und „Waffen der Vergeltung", schreibt der Vorsitzende der Staatsduma auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Dies sei notwendig, um die Ziele der „speziellen militärischen Operation" zu erreichen.
Bei der ukrainischen Polizei sind am Freitag innerhalb von knapp drei Stunden mehr als 2000 Meldungen über Bombendrohungen eingegangen. Betroffen waren am Vormittag zwischen 9.30 und 12.10 Uhr Verwaltungsgebäude, Unternehmen, Banken und Bildungseinrichtungen in fast allen Regionen des Landes, wie die Polizei mitteilte.
Polen will seinen Luftraum künftig besser vor dem Eindringen von Kampfdrohnen schützen und investiert deshalb Milliarden in ein Drohnenabwehrsystem. Das von dem polnisch-norwegischen Rüstungskonsortium entwickelte System San werde aus 18 Batterien bestehen und insgesamt 700 Fahrzeuge umfassen, erklärte Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz.
Russland hat die Ukraine in der Nacht zum Freitag erneut mit mehr als hundert Drohnen angegriffen. Die russischen Streitkräfte feuerten eine Rakete des Typs Iskander-M ab und setzten 111 Angriffsdrohnen ein, teilte die ukrainische Luftwaffe am Freitag mit. 80 Drohnen seien abgefangen worden.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stellt den Zeitplan für die nächste Runde der von den USA vermittelten Gespräche mit Russland infrage. Ort und Zeit des ursprünglich für Sonntag in Abu Dhabi geplanten Treffens könnten sich ändern, sagte er vor Reportern. Als Grund nennt er unter anderem Entwicklungen im Verhältnis zwischen den USA und dem Iran. 
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind mehr als 450 Wohnblöcke weiter ohne Fernwärme. Im besonders betroffenen Stadtteil Trojeschtschyna seien am Morgen 100 Häuser wieder an die Wärmeversorgung angeschlossen worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram mit. 

Hintergrund und Analyse

MINSK, BELARUS - APRIL 17, 2020: A nun of the St Elisabeth Convent decorates the Cathedral of Our Lady Derzhavnaya for celebrations of Orthodox Easter the Belarusian Orthodox Church celebrates Easter according to the Julian calendar. Natalia Fedosenko/TASS PUBLICATIONxINxGERxAUTxONLY TS0D61C5
Falsche Wohltäterinnen und echte Agenten: Russlands Schatten reicht tief hinein in die schwedische Gesellschaft – selbst die Armee ist vor Moskaus Informanten nicht mehr sicher.
21.01.2026, Russland, Moskau: Dieses von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik via AP veröffentlichte Foto zeigt den russischen Präsidenten Wladimir Putin, der während eines Treffens über die Entwicklung der inländischen integrierten Elektronik im Kreml spricht. Foto: Vyacheslav Prokofyev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Der Kreml lockt den Westen mit einer Idee: Für einen Frieden müsse Kiew nur die ohnehin bald verlorenen Ostgebiete im Donbass aufgeben. Doch Militärexperten warnen vor einem Trick.

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