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+ Russlands neue Hochgeschwindigkeitsdrohne könnte die Flugabwehr der Ukraine überwältigen + Ukraine, Russland und USA reden über Kontrolle im Donbass + Russland schickt ukrainische Kinder in nordkoreanisches Militär-Ferienlager +

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Ukraine, Russland und USA reden über Kontrolle im Donbass. Russland schickt ukrainische Kinder in nordkoreanisches Militär-Ferienlager. Und Medwedew will kein Internet-Troll mehr sein. Der Überblick am Abend.

Liebe Leserinnen und Leser,

Anfang des Jahres wurde ein neuer Typ einer russischen Langstreckendrohne namens Geran‑5 über der Ukraine abgeschossen. Das berichten übereinstimmend „Kyiv Independent" und „Guardian".

Zwar habe die Drohne den gleichen Namen wie frühere Kopien iranischer Shaheds, unterscheide sich jedoch von ihren Vorgängern. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 600 km/h sei die Geran-5 deutlich schneller als ihre Vorgänger und ähnele in ihrer Bauweise – ein zylindrischer Körper mit Flügeln – eher einem kleinen Flugzeug.

Ukrainische mobile Luftabwehrteams berichteten gegenüber dem „Guardian" bereits im vergangenen Jahr, dass die steigende Geschwindigkeit russischer Drohnen ihre Arbeit deutlich erschwere. Da die Drohnen immer schneller vorbeifliegen, bliebe weniger Zeit, sie mit den auf Pick-ups montierten Maschinengewehren abzuschießen.

Die Geran-5 zeige, dass Russland seinen Schwerpunkt bei Drohnenangriffen verlagert, schreibt der „Guardian". Statt immer mehr Drohnen pro Tag einzusetzen – aktuell liege der Durchschnitt bei etwas über 170 – investiere Moskau stärker in Technik, die die ukrainische Luftabwehr überwältigen soll.

Ukrainische Ermittler fanden in der Drohne offenbar mehrere elektronische Bauteile westlicher Herkunft – inklusive eines Mikrochips der deutschen Firma Infineon Technologies. Das berichtet „Kyiv Independent".

Demnach gelangen solche Teile weiterhin über ein großes Netzwerk von Zwischenhändlern nach Russland, vor allem über China und Hongkong, aber auch über Firmen in der Türkei, den VAE oder Kirgistan. Russische Unternehmen kauften die westlichen Chips dann über diese Handelsfirmen und lieferten sie an Rüstungsproduzenten weiter. Daher blieben Sanktionen trotz Preissteigerungen weitgehend wirkungslos.

Auf Anfrage von „Kyiv Independent" erklärte ein Sprecher für Infineon, das Unternehmen habe Lieferungen nach Russland bereits 2022 eingestellt und nehme die Hinweise auf Umgehung der Sanktionen sehr ernst.

Die wichtigsten Nachrichten des Tages

22.01.2026, Schweiz, Davos: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht auf dem Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos mit den Medien. Foto: Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag in Davos.

Kurz vor Beginn der nächsten Verhandlungsrunde über eine Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den russischen Vorschlag zurückgewiesen, eingefrorene westliche Vermögenswerte für den Wiederaufbau russischer Regionen wie Kursk zu nutzen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wiederum bezeichnete den Abzug ukrainischer Truppen aus dem Donbass als essenzielle Voraussetzung für ein Abkommen. Mehr hier.
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff ist im Kreml von Russlands Präsident Wladimir Putin empfangen worden. Die Gespräche haben begonnen, wie der Kreml auf seinem Telegramkanal mitteilte. Mehr hier.
Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), Wolfgang Ischinger, hat die Debatte um Grönland auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos als „Zirkus" bezeichnet. Er kritisierte, dass die Energie, die die Europäer und Amerikaner eigentlich auf die Ukraine konzentrieren müssten, auf Grönland abgelenkt wurde. Mehr hier.
Die Arbeiten an einem milliardenschweren Aufbauplan für die von Russland angegriffene Ukraine sind nach Angaben von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen weitestgehend abgeschlossen. Die Europäische Union, die Vereinigten Staaten und die Ukraine stünden kurz vor einer Einigung, sagte die deutsche Spitzenpolitikerin nach einem EU-Sondergipfel in Brüssel. Mehr im Newsblog.
Die Energieversorgung in der Ukraine hat sich nach Angaben des Netzbetreibers Ukrenergo am Morgen deutlich verschlechtert. Nach den jüngsten russischen Luftangriffen müssten mehrere Kraftwerke notdürftig repariert werden, teilt das Unternehmen mit. 
Frankreich will Unterstützung für das ukrainische Stromnetz mit den G7-Staaten sowie nordischen und baltischen Ländern koordinieren. Frankreich werde der Ukraine 13 Megawatt Elektrizität und rund 100 Generatoren liefern, teilte Außenminister Jean-Noel Barrot dem Sender BFM TV mit.
Die Ukraine hat 18 Flugabwehrsysteme vom Typ Iris-T beim deutschen Rüstungskonzern Diehl Defence bestellt. Das Land sei zudem an weiteren Feuereinheiten interessiert, sagte Diehl-Chef Helmut Rauch am Freitag auf einer Veranstaltung des „Handelsblatts".
Bei einem Drohnenangriff im Westen Russlands ist nach Angaben der örtlichen Behörden ein Öllager in Brand geraten. Auf Videos, die am Freitag in Onlinenetzwerken verbreitet wurden, war zu sehen, wie Flammen aus der Anlage in der Stadt Pensa aufstiegen.
Bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen auf zwei Ortschaften im Südosten der Ukraine sind ukrainischen Angaben zufolge ein Mensch getötet und mehr als 20 weitere Personen verletzt worden. Betroffen sind die Ortschaft Komyschuwacha und die Industriestadt Krywyj Rih, wie Oleksandr Vilkul, Leiter der Militärverwaltung der Stadt, auf Telegram mitteilte.

Hintergrund und Analyse

North Korea, Songdowon International Children ??s Camp, North Korea - May 3, 2019: Inside the Songdowon International Children ? ?s Camp. Children in sports uniform
Dass Moskau ukrainische Kinder systematisch russifiziert und militarisiert, ist bereits gut dokumentiert. Nun stellt sich heraus: Der Kreml kooperiert dabei auch mit Nordkorea.
RUSSIA, MOSCOW - OCTOBER 14, 2025: Dmitry Medvedev, Deputy Chairman of the Russian Security Council, Chairman of United Russia, attends the 3rd All-Russian Forum Women Creating the Future at the Rossiya National Centre Moscow Russia PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAt113 20251014_zaa_t113_161 Copyright: xSergeixKarpukhinx
Insider aus dem Moskauer Regierungsapparat berichten, dass „Putins Scharfmacher" zur anstehenden Wahl in Russland die Kandidatenliste anführen will. Was bedeutet das genau?

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