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+ Konflikt zwischen Selenskyj und Klitschko + Europa erwägt offenbar Bündnis ohne USA und mit Ukraine + Ukrainischer Energiesektor „kurz vor dem Kollaps“ +

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Europa erwägt offenbar Sicherheitsbündnis ohne USA und mit Ukraine, ukrainischer Energiesektor „kurz vor dem Kollaps", Russland intensiviert Angriffe an der Front. Der Überblick.

Liebe Leserinnen und Leser,

die Bewohner Kyjiws durchleben den schlimmsten Winter der jüngeren Geschichte. Durch einen massiven russischen Angriff auf die Energieinfrastruktur sind weite Teile der ukrainischen Hauptstadt noch immer ohne Strom. Und als wenn das nicht schon genug wäre, streiten sich zwei Männer in der Schuldfrage: der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Kyjiws Bürgermeister Vitali Klitschko.

Die beiden befinden sich seit 2019 in einem offenen politischen Konflikt. Beobachter sehen in diesem Hin und Her einen Machtkampf um die Kontrolle über die ukrainische Hauptstadt und ihre Finanzen, weisen aber auch auf Klitschkos Präsidentschaftsambitionen hin.

Experten, die mit dem „Kyiv Independent" sprachen, sagen, dass die Hauptstadt zwar insgesamt schlecht verwaltet worden sei, die Verantwortung für die anhaltende Krise jedoch sowohl bei den zentralen als auch bei den lokalen Behörden liege.

Victoria Voitsitska, Mitglied des Aufsichtsrats des Thinktanks „We Build Ukraine", sagt, Klitschko hätte sich früher mit der Energiekrise der Stadt und den Problemen, mit denen er gegenüber der Staatsregierung konfrontiert ist, befassen sollen. Allerdings könnten die lokalen Behörden auch von bürokratischen Hürden aufgehalten worden sein, da sie für bestimmte Entscheidungen die Zustimmung benötigen.

So oder so: Die Spannungen zwischen Selenskyj und Klitschko scheinen die Kommunikation zu stören. Der Bürgermeister von Kyjiw sagt sogar, er habe seit Beginn des totalen Krieges keine persönlichen Treffen mit Selenskyj gehabt. „Es ist schade, dass wir uns gegenseitig bekämpfen, anstatt den Bürgermeister zu unterstützen", sagt Klitschkos Berater zu „Kyiv Independent".

Dass die Stadt auf die massiven russischen Angriffe nicht vorbereitet war, lässt sich nun nicht mehr ändern. Dabei „hätte viel getan werden können", sagt Victoria Voitsitska und äußert einen schwerwiegenden Verdacht: „Es scheint, als hätten sich alle gegenseitig beobachtet und wären bereit gewesen, der anderen Seite die Schuld für die Probleme zu geben." Probleme, unter denen nicht sie selbst leiden – sondern die Bewohner Kyjiws.

Die wichtigsten Nachrichten des Tages

FILE PHOTO: A Point of Invincibility center, a government-run shelter which offers basic services and heat during blackouts, in a residential area during power cut-offs after critical civil infrastructure was hit by recent Russian missile and drone strikes, amid Russia's attack on Ukraine, in Kyiv, Ukraine January 12, 2026. REUTERS/Alina Smutko/File Photo

In Kyjiw können sich Menschen in Zelten aufwärmen.

In Europa wächst laut „Politico" die Bereitschaft, ein eigenes Sicherheitsbündnis ohne die USA zu schaffen – und dabei könnte die Ukraine eine bedeutende Rolle spielen. Grund dafür sei unter anderem die Drohung des US‑Präsidenten Donald Trump, neue Strafzölle zu verhängen. Mehr dazu im Newsblog.
Startprobleme und Störsignale: Ein Medienbericht wirft ein schlechtes Licht auf eine neue KI-Drohne aus deutscher Produktion. Nur 25 Prozent der Drohnen seien in Tests an der Ukraine-Front erfolgreich gestartet, schreibt „Bloomberg". Das betroffene Unternehmen Helsing dementiert. Mehr dazu hier.
In der Ukraine hat sich die Lage im Energiesektor erneut verschärft. Wie Serhij Kowalenko, Geschäftsführer des Energieversorgers Yasno, auf Facebook mitteilte, gelten derzeit deutlich strengere Stromabschaltungspläne als noch vor wenigen Wochen. In besonders stark betroffenen Regionen könne der Stromausfall mehr als 16 Stunden dauern.
Die fortgesetzten russischen Angriffe auf die Ukraine haben die Infrastruktur und Energieversorgung des Landes nach Angaben des Auswärtigen Amtes in die Nähe „eines Kollaps" gebracht. Das Außenministerium habe noch einmal 60 Millionen Euro an humanitärer Hilfe zur Verfügung gestellt, sagte ein Sprecher.
Die russischen Truppen haben innerhalb der letzten 24 Stunden 144 Gefechte entlang der Front in der Ukraine geführt. Das teilte der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte auf Facebook mit. Den Angaben zufolge bleibt die Lage am Pokrowsker und Huljajpiler Frontabschnitt besonders angespannt.
Russlands Streitkräfte unternehmen weiterhin regelmäßige Versuche, im Raum Stepnohirsk in der südukrainischen Region Saporischschja vorzudringen. Laut der ukrainischen OSINT-Gruppe „DeepState" bleibt dieser Vorstoß bislang jedoch ohne dauerhaften Erfolg.
Der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, General Oleksandr Syrskyj, hat in einem Interview mit dem Online-Medium LB.ua einen Ausblick auf die militärischen Pläne der Ukraine für 2026 gegeben. Kiew werde demnach nicht nur an einer strategischen Verteidigung festhalten, sondern auch gezielte offensive Operationen durchführen.
Die Ukraine und die USA wollen ihre Gespräche über eine Beilegung des Krieges mit Russland weiterführen. „Wir haben vereinbart, die Arbeit in den Teams bei den nächsten Beratungen in Davos fortzusetzen", schreibt der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umjerow im Messengerdienst Telegram.

Hintergrund & Analyse

News Bilder des Tages MOSCOW, RUSSIA - AUGUST 5, 2021: US investor Michael Calvey R, founder and managing partner at the Baring Vostok private equity investment firm, charged with embezzling 2.5 bln rubles $ 33 mln from Vostochny Bank, talks to journalists outside, with the guilty verdict delivered by Moscow s Meshchansky District Court. US President Joe Biden asked Russian President Vladimir Putin to set Calvey free during their summit in Geneva. Sergei Karpukhin/TASS PUBLICATIONxINxGERxAUTxONLY TS10B88A
Viele Jahre lang zählte der US-Amerikaner Michael Calvey zu den größten ausländischen Investoren in Russland. Dann wurde er verhaftet und kam ins Gefängnis. Im Interview schildert er seine Erfahrungen.
a military drone wireframe, flies to your target (3D Rendering)
Sabotage, Desinformation, Drohnen: Hybride Attacken treffen Deutschland besonders häufig. Ein neues Abwehrzentrum soll die Behörden jetzt handlungsfähiger machen – mit einem Haken.

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