Ein Newsletter zum Krieg in Israel - direkt aus dem Tagesspiegel-Newsroom.
Liebe Leserinnen und Leser,
die wichtigsten Entwicklungen an Tag 55 des Krieges in Nahost: - Die Feuerpause zwischen Israel und der islamistischen Hamas wird um einen Tag verlängert. Das gab das israelische Militär am Donnerstagmorgen unmittelbar vor Ablauf der Frist bekannt. Damit können weitere verschleppte Geiseln freikommen und weitere humanitäre Hilfe in das abgeriegelte Küstengebiet gelangen. Rund 100 Frauen und Kinder hatte die Hamas am 7. Oktober verschleppt, 27 von ihnen befanden sich am Mittwoch noch im Gazastreifen. Israel soll laut Medienberichten bereit sein, die Feuerpause weiter zu verlängern, um auch die männlichen Geiseln freizubekommen. Mehr hier.
- Aus dem Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon werden neue Kampfhandlungen gemeldet. Israels Militär habe Beschuss aus dem Süden des Libanons erwidert, teilt die UN-Blauhelmtruppe zur Friedenssicherung in der Region, Unifil, mit. Zudem kam es zu einem Anschlag auf israelische Soldaten im Westjordanland.
- Wie US-Medien berichten, versucht die Regierung in Washington derzeit verstärkt Einfluss darauf zu nehmen, wie Israel in der nächsten Kriegsphase im Gazastreifen vorgeht. Dabei soll vermehrt auf präzise Luftschläge gesetzt und Kliniken und die Infrastruktur verschont werden. Eine der schwierigsten Fragen dabei: Was passiert mit den Zivilisten, die sich nun vor allem im Süden Gazas befinden? Israel wollte sie ursprünglich in einem kleinen Streifen am Meer sammeln, das halten die USA aber nicht durchführbar. Auch eine Umsiedlung aus Gaza lehnt Washington ab. Washington wirbt dagegen für mehrere sichere Zonen, in denen sich Zivilisten sammeln können, die nicht von der israelischen Armee beschossen werden. Das Problem: Auch die Hamas, die Israel zerstören will, könnte sich in den sicheren Zonen sammeln. Bis zu 4000 Hamas-Mitglieder sollen bisher bei den Kämpfen getötet worden sein. Mehr zum Beispiel beim „Wall Street Journal“.
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- Zwei Hamas-Terroristen töten drei israelische Zivilisten in Jerusalem: Am Donnerstagmorgen eröffneten zwei Terroristen das Feuer auf wartende Zivilisten an einer Bushaltestelle. Die beiden Attentäter sind Brüder und waren bereits wegen Terrorismus inhaftiert. Mehr hier.
- Israelisches Militär prüft Information zu angeblicher Tötung von Baby: Die Bilder der Entführung des Babys und seiner Familie gelten in Israel als Symbol des Hamas-Angriffs Anfang Oktober. Nun soll herausgefunden werden, ob es wirklich tot ist. Mehr hier.
- Weltklimakonferenz in Dubai beginnt mit Schweigemoment für Gaza-Opfer: Der Chef des staatlichen emiratischen Ölkonzerns wurde nach der Schweigeminute zum Präsidenten der diesjährigen Weltklimakonferenz ernannt. Aktivisten befürchten starke Überwachung. Mehr hier.
- US-Außenminister Antony Blinken will nach US-Angaben bei seinem Israelbesuch weitere Schritte zur Gründung eines palästinensischen Staates besprechen sowie die Notwendigkeit, eine Ausweitung des Konfliktes zu verhindern. Blinken traf am Donnerstag auch den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Wegen der sehr hohen Zahl ziviler Todesopfer im Gazastreifen sowie schwerer Zerstörungen in dem Küstenstreifen steht US-Präsident Joe Biden in seinem Land und auch in der eigenen Partei unter Druck. Mehr in unserem Newsblog.
- Israels Sicherheitsminister Itamar Ben-Gwir wertet den Anschlag in Jerusalem bei einem Besuch am Tatort als Beleg, dass sein Land keine Schwäche zeigen dürfe. Mit der radikal-islamischen Hamas dürfe man „nur durch Zielfernrohre, nur durch Krieg“ sprechen. Der Minister, der als rechter Hardliner gilt, kündigt an, dass die Regierung Vorschriften zur Erteilung von Waffenscheinen an Privatpersonen weiter lockern wolle.
- Ein Flugzeug mit 17 Thailändern, die wochenlang in der Gewalt der radikalislamischen Hamas waren, ist in Bangkok gelandet. Das teilte das thailändische Außenministerium am Donnerstag mit. Familienmitglieder warteten an Thailands Hauptstadtflughafen, um die befreiten Geiseln zu begrüßen.
- Bundesaußenministerin Annalena Baerbock dringt darauf, die erneut verlängerte Waffenruhe im Gazastreifen auch politisch zu nutzen. „Klar ist, dass wir aus der Feuerpause hinaus eine Brücke zu einem politischen Prozess schlagen müssen“, sagt Baerbock am Rande eines OSZE-Treffens in der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje. Israel könne nur in Sicherheit leben, wenn auch die Palästinenser in Sicherheit lebten, und umgekehrt. Deshalb sei es wichtig, „dass die Terrororganisation Hamas sich nicht regruppiert“.
- Mit mehreren Durchsuchungen ist die Polizei in Deutschland und Belgien gegen mutmaßliche Sympathisanten der radikalislamischen Hamas vorgegangen. In den Fokus der Ermittler war zunächst ein 46-Jähriger geraten, der auf der Videoplattform Tiktok den Hamas-Großangriff auf Israel vom 7. Oktober gefeiert haben soll, wie die Münsteraner Polizei am Donnerstag berichtete. Durchsucht wurden Wohnungen in Münster in Nordrhein-Westfalen, im niedersächsischen Nordhorn sowie in Belgien.
- Israel hat die Freilassung von 30 weiteren palästinensischen Gefangenen gemeldet – darunter auch die bekannte palästinensische Aktivistin Ahed Tamimi. Es handele sich bei den in der Nacht auf Donnerstag auf freien Fuß gesetzten Palästinensern sowohl um Frauen als auch Männer, erklärte die israelische Strafvollzugsbehörde. Der Schritt erfolgte, nachdem am Mittwoch eine sechste Gruppe der von der radikalislamischen Hamas aus Israel in den Gazastreifen verschleppten Geiseln freigelassen wurden.
- China legt ein Positionspapier zum israelisch-palästinensischen Konflikt vor. Der UN-Sicherheitsrat solle seine diplomatische Vermittlung intensivieren, die Zwei-Staaten-Lösung wieder in Gang bringen und so schnell wie möglich eine „autoritativere und effektivere“ internationale Friedenskonferenz einberufen, heißt es in dem Papier des chinesischen Außenministeriums.
- Ein im Roten Meer patrouillierendes US-Kriegsschiff hat nach Angaben des US-Militärkommandos Centcom eine aus dem Jemen kommende Drohne abgefangen. Gegen 11.00 (Ortszeit in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa, 9.00 MEZ) am Mittwoch habe der Zerstörer „USS Carney“ eine Drohne aus iranischer Produktion abgeschossen, die aus den von Huthi-Rebellen kontrollierten Gebieten im Jemen gestartet worden sei, erklärte Centcom.
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Ihr Benjamin Reuter Leitung Newsroom Online |
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