Direkt zum Hauptbereich

+ Ukraine wird zum Labor des Kriegs der Zukunft + Viele Tote in Kyjiw nach russischem Großangriff + Putin plant China-Reise +

‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ 
Viele Tote bei russischem Großangriff auf Kyjiw, Putin will in Kürze nach China reisen, Russland und Ukraine tauschen Kriegsgefangene aus. Der Nachrichtenüberblick.

Liebe Leserinnen und Leser,

die Ukraine hat sich zu einem Testfeld moderner Kriegsführung entwickelt, das längst über die eigene Verteidigung gegen die russische Armee hinaus Bedeutung hat. Drohnen, KI-gestützte Zielerkennung und unbemannte Systeme verändern in hoher Geschwindigkeit, wie Armeen kämpfen.

Einer der wichtigsten Antreiber dieser Entwicklung ist der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Der frühere ukrainische Digitalminister setzt auf billige Drohnen, vernetzte Daten und zunehmend auch autonome Systeme: „Autonome Waffen sind die neuen Atomwaffen“, sagt Fedorow der „New York Times“ ().

Die Ukraine setzt schon heute massiv auf Drohnen, automatisierte Zielerkennung und ferngesteuerte Systeme. Fedorow und Präsident Wolodymyr Selenskyj verfolgen damit eine Strategie namens „Air, Land, Economy“. Russische Raketen und Drohnen sollen möglichst vollständig abgefangen, die Verluste der russischen Armee erhöht und die russische Wirtschaft durch Angriffe auf Energieanlagen geschwächt werden. Russland solle dabei mehr Soldaten verlieren, als das Land neu mobilisieren kann, sagt Fedorow.

Dabei sucht Kyjiw gezielt die Nähe zur amerikanischen Tech-Branche. Fedorow und Selenskyj trafen sich vergangene Woche mit Palantir-CEO Alex Karp, um den Ausbau der Zusammenarbeit mit dem US-Datenanalyseunternehmen bei KI-gestützter Kriegsführung zu diskutieren. Ebenso kooperiert er mit Eric Schmidt, dem früheren Google-Chef, dessen Start-Up Swift Beat inzwischen KI-Abfangdrohnen für die Ukraine herstellt.

Auch die USA wollen inzwischen genauer verstehen, wie die Ukraine Drohnen und unbemannte Systeme im Krieg einsetzt. , dass die USA Militärpersonal in die Ukraine entsenden, um den Einsatz von Drohnen und unbemannten Systemen unter realen Kriegsbedingungen zu beobachten.

Die enorme Menge an Daten wird für westliche Militärs und Techfirmen immer wertvoller. Die „New York Times“ berichtet, dass das ukrainische Verteidigungsministerium daran arbeitet, eine Sammlung von mehr als fünf Millionen ausgewerteten Drohnenvideos vom Schlachtfeld für Partner nutzbar zu machen. Die Ukraine gilt damit im Westen zunehmend nicht mehr nur als Land, das militärische Hilfe braucht, sondern auch als Vorbild für die nächste Generation von Waffensystemen.

In Teilen der ukrainischen Armee stößt Fedorows Kurs allerdings auf Widerstand. Kritiker werfen ihm vor, die Bedeutung klassischer Gefechte zu unterschätzen und den Krieg zu stark aus Technologie-Sicht zu betrachten.

DIE WICHTIGSTEN NACHRICHTEN DES TAGES

Ukrainian servicemen and former prisoners of war (POW) embrace after they set foot on Ukrainian soil after a POW swap with Russia, amid Russia's attack on Ukraine, at an undisclosed location in Ukraine May 15, 2026. REUTERS/Thomas Peter

Russland und die Ukraine haben am Freitag nach übereinstimmenden Angaben jeweils 205 Kriegsgefangene ausgetauscht. Es soll der erste Schritt eines größeren Austauschs von 1.000 Gefangenen jeder Seite sein.

Der Kreml erweckt den Eindruck, dass die USA mit einer russischen Kontrolle des ukrainischen Donbass einverstanden wären. Doch Donald Trump behauptet nun, er habe Putin in dieser Sache nichts versprochen.
In Lettland hat der Streit über Drohnenvorfälle an der Grenze zu Russland eine politische Krise ausgelöst. Präsident Rinkēvičs führt nach dem Rücktritt von Regierungschefin Evika Silina Gespräche über eine neue Regierung.
Nach dem jüngsten China-Besuch von US-Präsident Donald Trump reist auch der russische Präsident Wladimir Putin in Kürze nach Peking. Dort hoffe er auf Gespräche mit Präsident Xi Jinping über die Visite Trumps, teilt der Kreml mit. Der Besuch werde demanch „sehr bald“ stattfinden. Mehr dazu
Die Ukraine und Russland haben erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kehrten 205 Ukrainer aus russischer Gefangenschaft zurück.
Bei einem nächtlichen Angriff wurden nach ukrainischen Angaben mindestens 24 Menschen getötet und mindestens 48 weitere verletzt. Unter den Todesopfern seien Kinder. Präsident Selsenskyj kündigte Reaktion von Militär an.
In einem Interview mit dem Sender Fox News sagte der US-Außenminister Marco Rubio, die Ukraine habe die „stärkste Streitkraft Europas“. Die USA seien weiterhin bereit, als Vermittler zwischen Kyjiw und Moskau aufzutreten.
Nordkorea verurteilt die von Großbritannien verhängten Sanktionen wegen eines Sommerlagers für ukrainische Kinder in Songdowon. London werde für diesen „böswilligen Akt“ einen Preis zahlen, so das Außenministerium.
In Finnlands Hauptstadtregion ist am Freitag vorübergehend Alarm wegen Drohnen unbekannter Herkunft ausgerufen worden. Der Flugverkehr am Flughafen Helsinki wurde nach einer dreistündigen Unterbrechung wieder aufgenommen.
Nach Angaben des ukrainischen Außenministers Andrij Sybiha zeigt der schwere russische Angriff während des China-Besuchs von US-Präsident Donald Trump, dass Russland den Krieg trotz der Friedensbemühungen Washingtons fortsetzen wolle.
Russische Truppen haben ukrainischen Angaben zufolge ein UN-Fahrzeug in der südukrainischen Stadt Cherson zweimal mit Drohnen angegriffen. Im Wagen hätten sich der Büroleiter und acht weitere Mitarbeiter befunden. Niemand sei verletzt worden.
Anzeige
Der Tagesspiegel im Überblick: Lernen Sie unsere Berichterstattung kennen – zwei Monate lang für 2 €. Erhalten Sie Zugang zu sorgfältig recherchierten Inhalten, Reportagen und Analysen zu aktuellen Themen aus Berlin und der Welt. Monatlich stehen Ihnen über 1.000 exklusive Artikel zur Verfügung. Jetzt im Probe-Abo entdecken

HINTERGRUND UND ANALYSE

ARCHIV - 03.11.2025, Ukraine, Cherson: Autos fahren auf einer Straße in der Nähe der Frontstadt in der Südukraine, die mit einem Anti-Drohnennetz überspannt ist. (zu dpa: «Ukraine: Tote nach russischem Angriff im Gebiet Cherson») Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Tägliche Artillerieangriffe, Drohnenjagd auf Autos, Minen in der Stadt: Gouverneur Oleksandr Prokudin spricht im Interview darüber, wie schwierig das Leben nah an der Front ist.
Eine ukrainische Drohnenoperatorin.
Die Ukraine trifft Russland im Hinterland, Putins Truppen verlieren wieder Gelände. Der Militärexperte Mykola Bielieskow analysiert die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog